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DVD-Besprechung - Paranormal Investigations 2

Story:
John Wayne Gacy war einer der gefährlichsten und brutalsten Serienkiller der amerikanischen Geschichte. Zwischen 1972 und 1978 tötete er auf brutalste Weise 33 Männer und Jugendliche. Die Polizei fand einen großen Teil der Leichen auf dem Dachboden von Gacys Haus und vergraben in dessen Garten. Der Serienkiller wurde 1994 hingerichtet und sein Haus bis auf die Grundmauern abgerissen, um Platz für ein neues Familienhaus zu schaffen. Im März 2004 fand sich ein Forscherteam unter der Führung von Regisseur Mike Lewis (JimLevis) zusammen, das ungewöhnliche Vorkommnisse im Haus wissenschaftlich untersuchen wollte. Sie verkabelten das Haus und statteten es mit Kameras aus, wobei die Aufnahmen es ihnen ermöglichen sollte, paranormale Aktivitäten nachzuweisen. Doch auf das was sie dort vorfanden, waren sie nicht gefasst. Bald schon wurde die Suche nach Geistern zu einem Kampf auf Leben und Tod.


Meinung zum Film:
„Paranormal Investigation 2“ (Antony Fankhauser) versucht an den unglaublichen Erfolg der Low-Budget-Produktion „Blair-Witch-Projekt“ (Daniel Myrick, Eduardo Sanchez) anzuknüpfen, der 1999 dem Horrorfilmgenre eine neue Tür öffnete. Mit der Behauptung, dass es sich bei den Filmen dieses Genres um wahre Filmdokumente handele, zogen die Macher von z.B. „Paranormal Activity“ (Oren Peli) ein Millionenpublikum an, das sich an den größtenteils mit Handkamera gefilmten Aufnahmen labten und sich über die scheinbar wahren Vorkommnisse gruselte. Dabei funktionieren die Filme immer nach dem gleichen Schema: ein Forscherteam versucht paranormale Aktivitäten in einem Gebäude oder in einem bestimmten Gebiet nachzuweisen und stößt dabei auf nicht unbedingt gutwillige Geister, die das Team bis auf den letzten Mann auslöschen. Später werden vermeintlichen Aufnahmen gefunden und für das Kinopublikum zusammen geschnitten. So auch in „Paranormal Investigation 2“, wenn auch auf einem niedrigerem Niveau als sein berühmter Vorgänger „Blair-Witch-Projekt“.

Um das Konzept der realen Dokumentation glaubhaft zu machen, sollten die Schauspieler dem Publikum weitgehend unbekannt sein. Doch in diesem Film sind alle Schauspieler keine Amateure mehr, denn die meisten haben schon in einer Reihe von Produktionen mitgewirkt.Der Regisseur und Anführer des Forschungsteams Mike Lewis, wird z.B. von Jim Levis verkörpert, der schon in "Born of Earth" (Tommy Brunswick) und auch bei diversen Serien mitspielte. Der Kameramann Robby Wiliams wird indess von Matthew Temple dargestellt, der auch schon bei "Jonah Hex" (Jimmy Hayward) mitwirkte. Damit verstößt jedoch Regisseur Antony Fankhauser („Haunting of Winchster House“) gegen ein wichtiges Gesetz dieses Genres: das Zerstören einer vermeintlichen Glaubwürdigkeit. Es handelt sich hierbei zwar um kein hochkarätiges Ensemble, was unschwer an der schauspielerischen Leistung erkennbar ist, aber die Tatsache, dass das eine oder andere Gesicht dem Zuschauer nicht unbekannt ist, nimmt dem Film die Würze, die er dringend braucht, um seinem Genre treu zu bleiben. Dazu addiert sich die schon erwähnte Unfähigkeit aller Schauspieler, ihre Rollen authentisch zu vermitteln um wenigstens einen Hauch von Originalität aufrecht zu erhalten. Da dies misslingt, ist der Film von vorne herein zu scheitern verurteilt.

Ein wesentliches Konzept dieses Genres ist auch die ständig den Bewegungen der Akteure folgende „Wackel-Kamera“. Fankhauser blieb diesem Aspekt erfreulicherweise treu und erfüllt damit wenigstens eine Erwartung der Zuschauer. Dazu kommen noch Aufnahmen mit Infrarotkamera, die besonders am Ende vermehrt zum Einsatz kommen, als alle anderen Kameras angeblich ausfallen. Die dazwischen geschnittenen Sequenzen der Standkameras vervollständigen die Handlung und versetzten den Zuschauer in die Position eines direkten Beobachters. Diese Tatsache ist ein wesentlicher Punkt für die Anziehungskraft dieser Filme. Special Effects sind zwar gut gemacht, aber eher rar gesät, was aber nicht unbedingt zum Nachteil des Films gewertet werden sollte, denn das bewirkt, dass beim Zuschauer eine Art Kopfkino in Gang gesetzt wird. Wäre nicht der unsägliche Fehler des Bekanntheitsgrades der Schauspieler und deren schlechte Leistung gewesen, hätte „Paranormal Investigation“ durchaus ein grusliger und annehmbarer Horrorfilm werden können. So entstand lediglich ein schlechtes Abziehbild einer großartigen Idee.


Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist durchgehend gut erkennbar und bietet keinen Grund zur Kritik. Auch an der Farbqualität gibt es nichts zu beanstanden. Dieses Lob kann man der schlechten deutschen Synchronisation leider nicht aussprechen. Die fehlende Lippensynchronität steigert sich manchmal bis zur vollkommener Orientierungslosigkeit, wer denn nun wirklich gerade spricht. Dazu kommt eine ständig schwankende Tonqualität, die von leise zu laut und dumpf zu klar wechselt, ohne dass die Handlung dies vorsieht.

Als Extras gibt es eine Dokumentation der angeblichen Ereignisse und einen Orginaltrailer.


Fazit:
„Paranormal Investigation“ bleibt weit im Schatten seiner gut gelungenen Vorgänger zurück. Dank eines unqualifizierten Regisseurs und einer unglaubwürdigen Schauspielercrew gerät der Film zu einem Desaster und kann ruhigen Herzens wieder in der unendlichen Weite des Vergessens verschwinden.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
81:47 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Trailer
Paranormal Investigations 2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Paranormal Investigations 2
Gacy House

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Zu schwach zum gruseln!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010
Regie:
Antony Fankhauser
Drehbuch:
Antony Fankhauser
Darsteller:
Jim Lewis, Matthew Temple, Michael Gaglio, Brett A. Newton

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
10.03.2011