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DVD-Besprechung - Salvage - Die Epidemie
Story:
Weihnachten steht vor der Tür und Beth (Neve McIntosh) möchte, dass ihre beim Vater lebende Tochter Jodie (Linzey Cocker) das Fest der Liebe mit ihr verbringt. Die ist jedoch wenig begeistert davon, sich mit ihrer ihr entfremdeten Mutter herumschlagen zu müssen und zieht auch prompt bei einer Freundin in der Nachbarschaft ein, als sie ihre Mutter zusammen mit irgendeinem Typ (Shaun Dooley) im Bett erwischt. Während Beth noch versucht, Jodie dazu zu bringen, wieder zurückzukommen, tauchen plötzlich bewaffnete Soldaten auf, die allen befehlen, sich sofort in ihre Häuser zu begeben. Doch der wahre Ernst der Situation zeigt sich erst, als ein indischstämmiger Mann aus der Nachbarschaft blutüberströmt auf die Straße rennt, irgendetwas Wirres in seiner Muttersprache schreit und sofort erschossen wird. Was geht hier vor sich?
Meinung zum Film:
Wie nimmt man einem Film bereits im Vorfeld jegliche Spannung? Indem man ihm einen spoilernden deutschen Untertitel verpasst. Es ist kein besonders geschickter Schachzug, einen Titel, der im Original lediglich "Bergung" oder "Rettung" bedeutet, um den Zusatz "Die Epidemie" zu erweitern. Denn nicht nur ergibt diese Kombination inhaltlich keinen wirklichen Sinn, sondern sie sorgt auch dafür, dass dem Zuschauer ein ganz zentrales Element bereits im Vorfeld verraten wird. So ist es auch kein Wunder, dass man sich als Käufer der deutschen DVD die ganze Zeit etwas gelangweilt fragt, wann denn nun endlich die Zombies - oder was auch immer mit einer Epidemie zu tun hat - auftauchen, während die Hauptfiguren in dem eigentlich recht spannenden Film noch darüber rätseln, ob der plötzliche Militäreinfall in ihrer Ortschaft mit terroristischen Aktivitäten oder etwas anderem in Zusammenhang steht.
Das ist schade, denn gerade dieser Punkt macht einen Großteil der Atmosphäre während der ersten Hälfte der Handlung aus. Sowohl die Geschichte als auch die Protagonisten wirken bis zu einem gewissen Zeitpunkt so realistisch, einschließlich der teilweise recht blutigen Gore-Szenen, dass es sich genauso gut um einen klassischen Thriller handeln könnte - was auch durchaus so beabsichtigt ist, um den Zuschauer über die wahre Natur der Ereignisse im Unklaren zu lassen. So ist es auch kein Wunder, dass "Salvage" sehr charakterbezogen beginnt und sich relativ viel Zeit dafür nimmt, die Hauptfiguren und ihre Hintergründe vorzustellen. Erst während der letzten 25 Minuten der Handlung wird aufgelöst, worum es eigentlich geht, und wenn man nicht bereits im Vorfeld irgendwelche "Epidemie"-Inhalte erwartet, bleibt "Salvage" auch über diesen relativ langen Zeitraum durchaus spannend, zumal der Film bewusst auf eine klaustrophobische Stimmung mit überschaubaren Schauplätzen und Kulissen setzt, die auch für den Zuschauer deutlich spürbar wird.
Hinsichtlich der darstellerischen Leistungen kann man sich nicht beklagen. Schottin Neve McIntosh zeigt sich als überzeugende Hauptfigur, die glaubwürdig zwischen Wut und Irrsinn balanciert und in ihrem Verhalten ein bisschen an Ellen Ripley aus den "Alien"-Filmen erinnert. Auch die Nebendarsteller können überzeugen, was auch an dem gelungenen Drehbuch liegt. Dieses zieht seine Stärke vor allem aus dem bereits erwähnten Grad an Realismus, der dafür sorgt, dass man jederzeit das Gefühl hat, wirkliche Menschen zu beobachten, die mit einer wirklichen bedrohlichen Situation zu tun haben. Lediglich das Tempo hätte etwas besser sein können. Bei einer Laufzeit von 75 Minuten wäre es schön gewesen, wenn die Figureneinführung etwas straffer und zudem die Erklärung der Geschehnisse etwas früher als im letzten Drittel des Films erfolgt wäre, um zu zeigen, wie die Charaktere mit ihrer Situation unter diesen neuen Voraussetzungen zurechtkommen.
Digitale Aufarbeitung:
Technische Referenzklasse darf man bei "Salvage" nicht erwarten und das ist vermutlich auch so beabsichtigt, zumal der Film mit günstigen JVC-Kameras auf HDV-Bändern aufgenommen wurde. Das größte Manko dabei ist die schwache Schärfe, die das Bild weich und detailarm erscheinen lässt. Die Farben hätten etwas kräftiger sein können, außerdem lässt sich digitales Rauschen erkennen. Kompressionsprobleme zeigen sich in Form von Blockbildung. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Dolby Digital 5.1 vor, die deutsche Fassung gibt es zudem als Stereospur. Beide Sprachen bieten gute Dialogwiedergabe, die Abmischung ist jedoch frontlastig und macht keinen Gebrauch von den Rears.
Als Bonusmaterial gibt es den Trailer zum Film, ein zehnminütiges "Behind the Scenes", das einer unbearbeiteten Heimvideoaufnahme ähnelt, und knapp 45 Minuten an Interviews mit Cast und Crew. Zudem gibt es einen interessanten Audiokommentar, bei dem Regisseur Lawrence Gough, Autor Colin O'Donnell, Produzent Alan Pattison und Darsteller Shaun Dooley zu Wort kommen.
Fazit:
"Salvage" ist ein stimmiger Horrorthriller, der vor allem durch den Realismus der Handlung und der Figuren lebt. Erst im letzten Drittel erfährt man, dass es nicht terroristische Aktivitäten waren, die das Militär in die kleine Ortschaft gebracht haben, was aber leider der spoilernde deutsche Untertitel schon im Voraus verrät und "Salvage" dadurch leider eine ganze Spur unspannender werden lässt. Die deutsche DVD zeigt den Film in annehmbarer Qualität und mit ganz interessantem Bonusmaterial.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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75:26 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar
- Trailer
- Behind the Scenes
- Interviews
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Salvage - Die Epidemie
Salvage
Spannender britischer Horrorthriller
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2009 Regie: Lawrence Gough Drehbuch: Colin O'Donnell Darsteller: Neve McIntosh, Shaun Dooley, Linzey Cocker, Shahid Ahmed, Dean Andrews, Sufian Ashraf, Ben Batt, Trevor Hancock
Label :
MiG Film
Verkaufsstart : 10.03.2011
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