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Blu-ray-Besprechung - Jonah Hex

Story:
USA in den 1870-er Jahren: Jonah Hex (Josh Brolin) kämpfte als Soldat im Unabhängigkeitskrieg bevor seine Familie von Quentin Turnbull (John Malkovich) brutal ermordet wurde. Er selbst überlebte schwer verletzt und schlägt sich fortan als brutaler Kopfgeldjäger durch das Leben. Als Turnbull pünktlich zur Hundertjahrfeier zur Gründung der USA einen Anschlag plant, überredet der US-Präsident Hex, ein weiteres mal in den Staatsdienst zu treten und Turnbull zu erledigen.  

Meinung zum Film:
„Jonah Hex“ ist eine DC-Comicverfilmung, die es in Deutschland entgegen den ursprünglichen Plänen nicht in die Kinos geschafft hat, sondern Direct-to-Video vermarktet wird. Der Grund wird spätestens bei der Sichtung klar: einen gewissen Unterhaltungswert vor allem zu Beginn kann man dem Western durchaus zusprechen, doch insgesamt macht das Werk zu viele Fehler, um überzeugen zu können. Daran ändert auch der hervorragende Cast, bestehend unter anderem aus Josh Brolin („No country for old men“), John Malkovich („Burn after reading“) und Michael Fassbender („Inglourious Basterds“) nichts.

Der Anfang des Films ist vielversprechend. Deutliche Anleihen am Italo-Western lassen das Herz des Western-Fans zunächst hochschlagen: coole Sprüche und auch soundtechnische Zitate vom Eurowestern stimmen erwartungsfroh, doch diese Hoffnungen werden bald zerstört. Schon nach wenigen Minuten wird die Handlung wirr, Jonah Hex’ zusätzliche Fähigkeiten werden einfach mal so nebenbei in den Ring geworfen und nur unzureichend erklärt. Warum die Figur des Quentin Turnbull überhaupt böse geworden ist, kann man auch nur erahnen. Auf die weibliche Hauptfigur Lilah, gespielt von Megan Fox („Transformers“) hätte man direkt verzichten können, ihre Rolle ist komplett überflüssig und wurde vermutlich allein deswegen in den Film integriert, damit man mit dem Gesicht der Fox noch den einen oder anderen männlichen Zuschauer zusätzlich in die Kinos, bzw. vor das Sofa lockt.  

Verwunderlich ist auch, wo das ganze Geld geblieben ist, das in die Produktion gesteckt wurde. Bei den für einen Western seltsamerweise sehr häufig auftretenden CGI-Effekten ganz bestimmt nicht, denn diesen sieht man ihre Computer-Herkunft zu jeder Sekunde an. Das beginnt schon bei simplen Szenen, in denen ein Steckbrief durch die Lüfte weht. Insgesamt kommt einem der Film mit seinen vorkommenden Waffen und Gadgets wie ein etwas erwachsener „Wild Wild West“ vor und daran kann auch der einzig sehenswerte Josh Brolin mit seinen teilweise überzeugenden Einzeilern nichts mehr ändern. Selbst der ansonsten überragende Malkovich bleibt hier seltsam blass – vermutlich hat er beim Dreh schon mitbekommen, was für ein Murks dieser Film wird und dann seinen Einsatz auf Sparflamme gestellt. Erfreulich ist am Ende dann nur noch, dass die Qual nur geringfügig mehr als 80 Minuten gedauert hat.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray lässt bei Taglicht-Aufnahmen nur wenige Wünsche offen. Bei den tagsüber spielenden Szenen glänzt das Bild mit einer knackigen Schärfe und knalligen Farben. Deutliche Schwächen gibt es jedoch beim Kontrast: bei den nicht selten auftretenden dunklen Szenen fällt es sehr schwer, den Überblick zu behalten und zu erkennen, was vor sich geht. Beim deutschen Ton in Dolby Digital 5.1 muss man etwas nachregulieren, denn die Sprache ist zeitweise etwas zu leise abgemischt. Abgesehen davon ist der Sound sehr dynamisch und auch die hinteren Lautsprecher werden an passenden Stellen mit Effekten bedient.  

An Extras gibt es zum Einen einige zu recht herausgefallene Deleted Scenes mit einer Gesamtlänge von 5 Minuten. Rund 10 Minuten lang dauert dann das Feature „Die seltsame Westernwelt des Jonah Hex“, das einen interessanten Einblick in die zugrundeliegenden Comics liefert. Das „Making of“ ist als Bild-im-Bild-Kommentar in den Film integriert und Josh Brolin, John Malkovich und Megan Fox berichten darin über die Dreharbeiten zu dem Film.

Fazit:
„Jonah Hex“ zeigt in Ansätzen, was man aus dem Film mit einem besseren Drehbuch hätte machen können. Einzig Brolin in der Titelrolle überzeugt mit seinen coolen Einzeilern, den Rest des Cast und vor allem der Handlung kann man in die Tonne treten. Schade. Die Bildqualität der Blu-ray überzeugt nur in Szenen, die tagsüber spielen, in dunklen Abschnitten verliert man komplett den Überblick.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,40:1
2,40:1
81:21 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Polnisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch
Bonusmaterial:
  • Deleted Scenes
  • Making of (Bild im Bild)
  • Featurette "Die seltsame Westerwelt des Jonah Hex"
Jonah Hex - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Jonah Hex
Jonah Hex

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Viel Potential, von dem kaum etwas genutzt wurde


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010
Regie:
Jimmy Hayward
Drehbuch:
Mark Neveldine, Brian Taylor
Darsteller:
Josh Brolin, John Malkovich, Megan Fox, Michael Fassbender, Will Arnett, John Gallagher Jr.

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
04.02.2011