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DVD-Besprechung - Der letzte Exorzismus
Story:
Reverend Cotton Marcus (Patrick Fabian) ist schon seit seiner Kindheit ein bekannter Prediger der Kirche. Nebenbei verdient er sich ein wenig Geld durch die Ausübung von Exorzismen hinzu. Doch mit der Zeit verliert er allmählich den seinen Glauben, und als er erfährt, dass durch Exorzismen Menschen gestorben sind, ist für ihn der Zeitpunkt gekommen, mit dem Ganzen Schluss zu machen. Doch er will nicht abtreten, ohne der Menschheit die Augen vor der Tatsache zu öffnen, dass der Glaube an Dämonen eine Augenwischerei der Religionen ist. Um das zu beweisen, will er einen letzten Exorzismus vornehmen, der von einem Kamerateam dokumentiert werden soll, um die angeblichen Wunderheilungen als Lügen zu entlarven. Da kommt das Hilfsgesuch der kleinen Nell Sweetzer (Ashley Bell) gerade recht, denn sie glaubt von einem Dämon besessen zu sein. Cotton und sein Kamerateam machen sich auf den Weg nach Louisiana und lernen dort den strenggläubigen Louis Sweetzer (Louis Herthum) kennen, der nach dem Tod seiner Frau sehr zurück gezogen auf seiner Farm lebt, zusammen mit seinen beiden Kindern Nell und Caleb (Caleb Landay Jones). Auf der Farm werden immer wieder Tiere brutal abgeschlachtet, worauf Nell am nächsten Morgen mit blutdurchtränkten Kleidern aufwacht. Dies erhärtet aber Louis den Verdacht, dass Nell vom Teufel besessen sein könnte. Cotton sieht in all dem eher eine Folge von psychischen Störungen, verursacht durch ständige Isolation und fanatische Gläubigkeit. Er führt einen scheinbaren Exorzismus durch, nachdem Nell sich auch sichtbar besser fühlt. Keiner der Beteiligten weiß, dass dies nur eine kurze Verschnaufpause ist, denn schon bald treten in Nells Verhalten Änderungen ein, mit denen niemand gerechnet hat.
Meinung zum Film:
Die Meinung, dass es sich bei dem Film „Der letzte Exorzismus“ um ein Remake des Klassikers „Der Exorzist“ (William Friedkin) handeln könnte, wird schon nach den ersten Minuten verworfen. Argumente, dass der Film ganz neue Wege geht, gibt es viele. Zum einen wäre da mal der viel zu humorvolle und leichte Ton der ersten zwei Drittel des Films. Hier erzählt Reverend Cotton Marcus von seinen Showeinlagen, die er während der Messen aber auch bei den Exorzismen ausübt, um den „Gläubigen“ ein Wunder vor zu gaukeln. Erst im dritten Teil des Films gerät diese äußerst leichte Stimmung ins schwanken und schlägt in blankes Grauen um. Zum anderen, legt Regisseur Daniel Stamm („A Necessary Death“) viel zu viel Wert auf eine äußerst neutrale Sicht der Ereignisse. Der Zuschauer ist sich bis zum Schluss nicht sicher, ob das Grauen, das den Menschen und vor allem Nell widerfährt, nun die Taten eines bösen Dämons sind, oder eher auf wissenschaftlich erklärbare Tatsachen zurück geführt werden können. Diese Haltung des Regisseurs führt denn auch dazu, dass der Film eher dem Genre des Psycho-Thrillers zugeordnet werden könnte, als dem des Horrors.
Den Schauspielern kann insgesamt ein großes Lob ausgesprochen werden. Allen voran Ashley Bell („Stay Cool“), die eine wahre Glanzleistung in ihrer Rolle als Nell vollbringt. Ihre Recherchen über Exorzismen und deren Opfer haben dazu geführt, dass sie ihre Rolle fantastisch verkörpern kann und ihre Darstellung der Besessenen fast ohne CGI-Effekte auskommt. Der Seriendarsteller Patrick Bell („CSI-Miami“) verkörpert die Rolle des ungläubigen Reverend Marcus wirklich gut, er scheint in dieser Rolle fast auf zu gehen. Die Zerrissenheit seiner Figur zwischen wissenschaftlicher Logik und religiöser Gläubigkeit wirkt authentisch, fast real. Auch Louis Herthum („Inventing Adam“) spielt den strenggläubigen, fast fanatischen Vater Sweetzer, der seine Tochter lieber tot als in den Händen eines Dämons sehen würde, eindrücklich und legt damit eine gute Leistung an den Tag. Es macht sich in der schauspielerischen Leistung bemerkbar, wie viel Stamm seiner Crew beim Dreh abverlangte. Fast alle Szenen wurden bis zu 30mal gedreht, nur um eine möglicht realistische Darstellung zu erreichen, was dann letztlich auch gelang und einen großen Teil des Erfolgs des Films ausmacht.
Der dokumentarisch anmutende Stil, auch Mokumentaryfilm genannt, hat seit Erfolgsschlagern wie „ Blair Witch Projekt“ (Eduardo Sanchez, Daniel Myrick) oder „Cloverfield“ (Matt Reeves) zahlreiche Nachahmer hervorgebracht. Da eine Vielzahl angeblicher, amateurhaft inszenierter Exorzismusfilme kursieren, die eine breite Masse anziehen, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Hollywood diesem Thema annahm. Mit Eli Roth („Hostel“) als Produzent war dann auch jemand gefunden, der die erforderlichen Gore-Effekte gekonnt hinzufügen würde. Doch der Film kommt, sehr zum Bedauern der Horrorfans, über weite Strecken ganz ohne blutrünstige Szenen aus. Aber das Gruseln kommt trotzdem nicht zu kurz. Es ist ein gelungener Trick des Drehbuchautorenteams Huck Botko und Andrew Gurland, die schon bei dem Film „Mail Order Life“ zusammengewirkt haben, den Zuschauer lange Zeit in Sicherheit zu wiegen, so dass das ausbrechende Grauen sich unerwartet, aber mit voller Wucht entfalten kann. Dass durch die Technik der Handkamera, die vierte Dimension für den Zuschauer fällt, da er sich dem Geschehen unmittelbar gegenüber und manchmal sogar mittendrin sieht, erhöht nicht nur die Spannung, sondern auch den Spaß. So entstand letztlich ein Film, der es schafft, trotz seiner großen Vorbilder, seinen ganz eigenen erfolgreichen Weg zu gehen.
Digitale Aufarbeitung:
Der Ton ist gut und gibt keinen Grund zur Klage. Auch das Bild ist stets deutlich erkennbar und nie unscharf. Szenen in denen das Bild körnig wirkt, sind dem Film selbst zu zuordnen. Kontraste und Farbqualität sind auch gut. Die deutsche Synchronisation ist gut gelungen.
Als Extras bietet der Film einen Einführungskommentar des Produzenten Eli Roth, Audiokommentare, ein Making Of, reale Exorzismus Geschichten, Interviews mit der Crew, einen Orginaltrailer und ein Interaktives Menü mit Casting Szenen der Crew, dem Cannes Promotion-Trailer und einer Fotogalerie.
Fazit:
„Der letzte Exorzismus“ ist mit seiner beeindruckenden Hauptdarstellerin und einem innovativen Regisseur ein wirklich gelungener gruseliger Film, der sich nicht hinter berühmten Vorbildern zu verstecken braucht. Allerdings sollte man ihn eher in die Kategorie Psycho-Thriller als Horror einordnen, denn er ist über lange Strecken viel zu leicht erzählt, um in das Genre Horror zu passen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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83:05 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Einführungskommentar des Produzenten Eli Roth
- Audiokommentare
- Making Of
- Real Stories of Exorcism
- Interview mit Daniel Stamm und Patrick Fabian
- Interview mit Eli Roth und Ashley Bell
- Orginaltrailer
- Interaktive Menüs mit Casting Szenen der Crew, Cannes Promotion Trailer und Fotogalerie
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Der letzte Exorzismus
The Last Exorcism
Horror zum Greifen nahe
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Frankreich, 2010 Regie: Daniel Stamm Drehbuch: Huck Botko, Andrew Gunland Darsteller: Patrick Fabian, Ashley Bell, Iris Bahr, Louis Herthum, Caleb Landay Jones
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 03.03.2011
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