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DVD-Besprechung - Chris Ryans Strike Back

Story:
John Porter (Richard Armitage) ist ein britischer Elitesoldat mit blendenden Karriereaussichten. Eine Geiselrettung im Jahr 2003 in Basra mit hohen eigenen Verlusten, die aus einer Fehleinschätzung seinerseits resultieren, zerstört jedoch seine Karriere. Sieben Jahre später sieht Porter jedoch seine Chance den Fehler wiedergutzumachen, als eine britische Reporterin im Irak entführt wird und er einen ihrer Entführer wiederzuerkennen meint. Sein damaliger Partner, Major Hugh Collinson (Andrew Lincoln), ist mittlerweile ein hohes Tier beim britischen Auslandsgeheimdienst MI6 und koordiniert dort Spezialeinsätze. Dadurch ergibt sich für Porter die Chance als Reserveoption wieder aktiv zu werden. Das Verhältnis zu Collinson wird aber von Sondereinsatz zu Sondereinsatz immer gespannter, da ein dunkler Schatten aus der Vergangenheit über ihrer gemeinsamen Beziehung lastet.

Meinung zum Film:
„Chris Ryans Strike Back“ ist eine britische TV-Mini-Serie der BBC aus dem Jahr 2010, die in erster Linie in Südafrika gedreht wurde. Die Reihe basiert auf dem Roman „Gegenschlag“ von Chris Ryan, einem ehemaligen SAS-Elitesoldaten, der seit einigen Jahren als Schriftsteller mit Actionthrillern Einzug in die Bestsellerlisten hält. Ursprünglich bestand die Mini-Serie aus sechs Folgen, die jedoch für das deutsche Publikum zu drei Episoden, jeweils mit einer Spielfilmlänge von knapp unter 90 Minuten, verschmolzen wurden. Im Januar 2011 wurde die Serie als Deutschlandpremiere auf RTL2 ausgestrahlt, allerdings wohl zumindest was den ersten Teil betrifft, nur in geschnittener Form. In den ersten beiden Teilen führte Daniel Percival („Die Schattenmacht – The State Within“) Regie, den Abschluss gestaltete hingegen Edward Hall („Spooks – Im Visier des MI5“). Die Drehbuchadaption des Bestsellers betrieb Jed Mercurio („Invasion: Earth“). Die Hauptrollen bekleiden der vor allem als Theaterdarsteller bekannte Richard Armitage („North & South“) und Andrew Lincoln, jüngst hervorgetreten als zentrale Figur in der neuen US-Zombiekultserie „The Walking Dead“.

„Chris Ryans Strike Back“ ist wohl die „amerikanischste“ Produktion, die bisher von der BBC produziert wurde und orientiert sich eher an neueren US-Serien oder Kinofilmen und weniger an klassischen Werken aus eigenem Hause. Das hat seine guten, aber auch seine schlechten Seiten. Positiv ist zunächst zu vermerken, dass die Reihe offensichtlich alles andere als kostensparend produziert wurde und optisch einiges hermacht. Die verschiedenen Drehorte in Südafrika wirken dabei hinsichtlich der drei verwendeten Einsatzregionen (Irak, Simbabwe, Afghanistan) erstaunlich authentisch und sorgen für einiges an exotischem Flair. Die gut gemachten, blutigen und pyrotechnisch aufwendigen Actionsequenzen orientieren sich allerdings glücklicherweise nicht an den hektischen Schnittgewittern aktueller Hollywoodproduktionen, sondern zeugen vielmehr von handwerklicher Finesse und einer pointierten Szenenplanung. Die Altersfreigabe der FSK ab 18 Jahren gilt seltsamerweise nur für die erste Folge, obwohl eigentlich die dritte Episode am härtesten ausgefallen ist, kommt aber zumindest nicht von ungefähr, da es hier einiges an blutigen Einschüssen, Kopftreffern, etc. zu sehen gibt, und diese Gewalt nicht wirklich ernsthaft reflektiert wird.

In dieser Hinsicht fühlt sich „Strike Back“ eigentlich eher wie ein 80er-Jahre B-Movie an, das aber produktionstechnisch deutlich aufwendiger gestaltet wurde. Auch die Darsteller agieren deutlich über diesem Niveau und der körperlich extrem austrainiert wirkende Richard Armitage als knallharter Einzelkämpfer John Porter muß sich selbst in den Actionsequenzen nicht vor Kinohelden der 80er-Jahre verstecken. Diese schnörkellose Inszenierung nebst hochwertigen Schauwerten geht aber natürlich auch einher mit einer gewissen Klischeehaftigkeit, diversen Logikfehlern, einer sehr oberflächlichen Darstellung der politischen Verhältnisse vor Ort und einer allgemein recht eindeutigen Unterscheidung von Gut und Böse. Erstaunlicherweise bekommen hier aber auch die eigentlichen Verbündeten aus den USA häufig den Schwarzen Peter zugeschoben. Positiv zu vermerken ist zudem, dass Porter auch einen gewissen persönlichen Background verpasst bekommt und somit deutlich mehr darstellt als eine tumbe Auftrags-Killermaschine.

Digitale Aufarbeitung:
Für die Reihe wurde technisch einiger Aufwand betrieben und es wurde hochwertiges 35mm-Filmmaterial verwendet. Somit präsentiert sich „Strike Back“ optisch und technisch eher wie ein neuerer Kinofilm. Dementsprechend kann die DVD-Veröffentlichung mit hochwertiger Schärfe, ausgewogenen Kontrastwerten und einer kräftigen sowie natürlichen Farbgebung punkten. Bildrauschen ist nur in geringem Maß vorhanden und auch die Kompression bewegt sich auf hohem Niveau. Akustisch überzeugt die Produktion mit einer hochwertigen Synchronisation, einer harmonischen Abstimmung, einem treibenden Soundtrack sowie fetzigen Actionsequenzen mit guten Raumklangeffekten.

Das Bonusmaterial besteht aus drei deutsch untertitelten Features mit einer Gesamtlänge von rund 30 Minuten, die jedoch sehr oberflächlich und wenig informativ ausfallen. “On Strike: Making Chris Ryans Strike Back (Die Produktion)” (16:25) besteht vor allem aus Inhaltswiedergaben und einer Vorstellung der wichtigsten Charaktere nebst kurzen Statements der Mitwirkenden und Verantwortlichen. “Guns`n Ammo: Arming Strike Back (Die Waffen)” (9:35) stellt lediglich einige der verwendeten Waffentypen vor und zeigt die Darsteller beim militärischen Vorbereitungstraining. “Spotlight on Location: Shooting South Africa (Der Dreh)“ (3:13) zeigt die geographisch sehr unterschiedlichen Gebiete Südafrikas die in der Produktion Verwendung fanden um die drei in der Handlung auftauchenden Regionen optisch relativ authentisch simulieren zu können. Die Doppel-Amaray-Verpackung befindet sich in einem Schuber mit FSK-Logo, trotzdem befindet sich aber auf dieser schwerlich nachvollziehbar ebenfalls ein FSK-Logo und es gibt kein Wendecover.

Fazit:
„Chris Ryans Strike Back“ wirkt für eine BBC-Produktion erstaunlich „amerikanisch“ und überzeugt mit einer sehr straighten Inszenierung, hochwertiger Optik, harten, sehr dynamischen Actionsequenzen und einem prägenden, charismatischen Hauptcharakter. Logikfehler, Klischees und eine gewisse Eindimensionalität der Erzählung müssen dabei zwar in Kauf genommen werden, für gute Unterhaltung ohne große Rückkopplung ans Gehirn ist aber stets gesorgt. Technisch macht die DVD einen sehr guten Eindruck, das Bonusmaterial wirkt allerdings stark verbesserungswürdig.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
3 Folgen à ca. 86-89 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • On Strike: Making Chris Ryans Strike Back (Die Produktion)
  • Guns`n Ammo: Arming Strike Back (Die Waffen)
  • Spotlight on Location: Shooting South Africa (Der Dreh)
Chris Ryans Strike Back - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Chris Ryans Strike Back
Strike Back

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Knallharte Sondereinsätze im Irak, Simbabwe und in Afghanistan


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2010
Regie:
Daniel Percival, Edward Hall
Drehbuch:
Jed Mercurio(basierend auf einem Roman von Chris Ryan)
Darsteller:
Richard Armitage, Andrew Lincoln, Shelley Conn, Jodhi May, Laura Greenwood, Orla Brady, Nicola Stephenson, Colin Salmon

Label Deutschland :
Polyband
Verkaufsstart Deutschland :
25.02.2011