Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Blu-ray-Besprechung - Stone

Story:
Die Aufgabe von Jack Mabry (Robert De Niro) ist es, über Sträflinge vor ihrer Bewährungsprüfung ein Gutachten zu erstellen. Die letzte Akte, die er zu bearbeiten hat, bevor er in den Ruhestand gehen kann, ist die des gewalttätigen Brandstifters Gerald "Stone" Creeson (Edward Norton), der seit 8 Jahren im Gefängnis sitzt. Um nichts dem Zufall zu überlassen und möglichst bald aus der Haft entlassen zu werden, setzt Stone seine attraktive Frau Lucetta (Milla Jovovich) auf Jack an, um ihn in seiner Entscheidung maßgeblich zu beeinflussen.

Meinung zum Film:
„Stone“ von Regisseur John Curran (“Der bunte Schleier“) basiert auf einem Drehbuch von Angus MacLachlan („Junebug – Junikäfer“). Bei dem Film handelt es um ein kammerspielartiges Gefängnisdrama, das vor allem durch seine erstklassige Besetzung in den Hauptrollen das Interesse des Publikums wecken dürfte. Robert De Niro („Der Pate 2“) spielt die Rolle des desillusionierten Bewährungsbeamten mit der von ihm gewohnten Routine und Präsenz. Ihm gegenüber steht Edward Norton („Fight Club“) als zu allem entschlossener Häftling, der nichts unversucht lassen will, um endlich wieder in Freiheit zu sein. Sein Mittel zum Zweck ist seine attraktive Ehefrau, die von Milla Jovovich („Resident Evil“) gespielt wird. Die erfahrene Theaterschauspielerin Frances Conroy, die auch schon in kleineren Rollen im Kino zu sehen war („Aviator“) rundet das Kernensemble des Films als Mabrys Ehefrau Madylyn ab. An den Kinokassen konnte der Film das laut IMDB geschätzte Budget von rund $22.000.000 allerdings nicht mal annähernd wieder einspielen und erreichte bei seiner Kinoauswertung in den USA bis Ende 2010 nicht mal $2.000.000.

An der Leistung der Darsteller hat der finanzielle Misserfolg dabei sicherlich nicht gelegen. In den Szenen zwischen Robert De Niro und Edward Norton ist durchaus schauspielerische Klasse zu erkennen. De Niro verleiht dem gelangweilten Mabry, der ganz offensichtlich schon viel zu viele Lügen und falsche Beteuerungen von Häftlingen gehört hat, ein sehr authentisches Gesicht. Edward Norton glänzt als vorlautes, hemmungsloses Plappermaul, das beim ersten Treffen mit Madry erst mal detailliert von den sexuellen Vorzügen seiner heißen Gattin schwärmt. Wenn er später dann aber seinen Hang zum spirituellen und seine Faszination zum Vergänglichen findet, lässt die Leistung Nortons deutlich nach. Was er zu Beginn mit seiner Begeisterungsfähigkeit an Pluspunkten sammelte, lässt er anschließend mit seinem übertrieben erscheinenden Hang zum Spirituellen liegen. Eine große Mitschuld trägt hierbei aber auch das Drehbuch, das den wenig begreiflichen Wandel unzureichend erklärt. Die größte Überraschung bei der Darstellung ist sicherlich Milla Jovovich. Ihre Darstellung von naiver Leichtigkeit und dem gedankenlosen Nachgeben ihre Gelüste scheint ihr wie auf den Leib geschrieben zu sein. Obwohl sie reichlich Haut zeigt sind es am Ende dennoch ihre Dialoge mit De Niro, die beim Zuschauer in der Erinnerung haften bleiben.  

Der deutsche Verleih tut dem Film sicherlich keinen großen Gefallen damit, ihn als fesselnden Psycho-Thriller zu vermarkten. Denn wenn es irgendwas überhaupt nicht zu erleben gibt, dann ist dies Spannung. „Stone“ lebt einzig und alleine von seinen Charaktermomenten. Es ist vor allem das Spiel zwischen Jack und Lucetta, das für den ruhigen Unterhaltungswert des Films sorgt. Währenddessen verliert Stone allerdings mit seinen spirituellen Eingebungen immer mehr das Interesse beim Zuschauer. So ist es letzten Endes dem Drehbuch zu schulden, dass der Film nicht so recht von der Stelle kommt. Mit der Zeit verliert es sich immer mehr in zusammenhanglosen Details, die einen großen Zusammenhang erahnen lassen, aber dann nicht weiter ausgeführt werden. So wird zum Beispiel immer wieder angedeutet, dass Jack ein gottesgläubiger Mensch ist. Diese Gläubigkeit steht in einer gegensätzlichen Tradition zu dem aufkommenden, an buddhistische Lehren erinnernden Glauben von Stone. Beim Zusehen wird der Eindruck erweckt, als würde dieser Unterschied später eine Bedeutung bekommen. Aber wie bei vielen anderen Punkten auch, verläuft sich auch dieses Detail irgendwann im Sande. Letzten Endes ist es dann auch nur konsequent, dass der Film kein richtiges Finale, kein wirkliches Ende bekommt, sondern einfach gefühlt mittendrin aufhört.

Digitale Aufarbeitung:
Die Schärfe und der Detailgrad des Bildes liefern gute Durchschnittswerte. Lediglich die Farbgebung wirkt oftmals sehr blass, teils dann aber auch wieder kräftig. Künstlerisch mag dies evtl. bewusst so gehandhabt worden sein, was insgesamt aber keinen eindeutigen Charakter erkennen lässt. Der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 5.1 ist durchweg gut zu verstehen, findet aber ausschließlich in der Front statt. Für einen rein auf Dialoge setzenden Film ist dies aber kein Makel.  

Bei den Extras gibt es zunächst ein 11-minütiges Featurette, in dem die Darsteller und Macher ihre Gedanken über den Inhalt des Films und ihre Charaktere zum Besten geben. Die Statements des Beitrages gibt es anschließend auch noch einmal am Stück im „Interview“-Beitrag zu hören, die Szenen vom Dreh im Beitrag „Beim Dreh“. Abschließend gibt es noch den Trailer zum Film in deutscher und englischer Sprache.

Fazit:
„Stone“ ist ein kammerspielartiges Gefängnisdrama, das einzig durch seine Charaktere und die gut aufgelegten Darsteller zu unterhalten weiß. Das Tempo des Films ist selbst für ein ruhiges Drama äußerst gemächlich und die Geschichte nimmt einige Fäden in die Hand, nur um diese später einfach wieder fallen zu lassen. Wer auf Charakter getriebene Werke steht, könnte hier sein Glück finden – wer Wert auf eine Story als Grundlage dafür legt, wohl eher nicht.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,40:1
2,40:1
104:58 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Featurette
  • Interviews
  • Beim Dreh
  • Trailer
Stone - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Stone
Stone

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Gute darstellerische Leistungen, bei einem ganz schwachen Drehbuch


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010
Regie:
John Curran
Drehbuch:
Angus MacLachlan
Darsteller:
Robert De Niro, Edward Norton, Milla Jovovich, Frances Conroy, Enver Gjokaj, Pepper Binkley, Rachel Loiselle, Sandra Love Aldridge, Greg Trzaskoma

Label Deutschland :
Ascot Elite
Verkaufsstart Deutschland :
15.02.2011