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Kino-Besprechung - Der Adler der neunten Legion

Story:
Im zweiten Jahrhundert nach Christus hält Rom den Süden Britanniens besetzt. Beim Versuch, auch den Norden zu erobern, wird die neunte Legion vernichtet und der Legionsadler, das prestigeträchtige Abzeichen, geht verloren. Jahre später kommt Marcus Aquila (Channing Tatum), der Sohn des damaligen Generals, nach Britannien und wird Kommandant eines kleinen Grenzlagers. Als er von Gerüchten erfährt, dass der Adler gesehen worden sei, macht er sich auf, ihn zu suchen. Damit will er die Ehre seiner Familie wiederherstellen. Sein einziger Begleiter ist sein britischer Sklave Esca (Jamie Bell). Doch auch dessen Geschichte ist mit der verschwundenen Legion verknüpft.

Meinung zum Film:
„Der Adler der neunten Legion“ ist unter der Regie von Kevin MacDonald („Der letzte König von Schottland“) entstanden. Das Drehbuch von Jeremy Brock („Der letzte König von Schottland“) basiert auf dem gleichnamigen Roman von Rosemary Sutcliffe („Camelot – Der Fluch des goldenen Schwerts“), der in den 70er Jahren auch schon einmal als Vorlage für eine Fernsehserie gedient hatte. MacDonald war ursprünglich ein Dokumentarfilmer, der für „Ein Tag im September“ sogar einen Oscar erhalten hatte. Demgemäß zeigt er auch bei seinen Spielfilmen einen Hang dazu, Wert auf historische Details zu legen.

Die Hauptrolle des römischen Soldaten Marcus Aquila spielt Channing Tatum („G.I. Joe – Geheimakte Cobra“). Er bringt eine ernste Physikalität zu seiner Rolle, die gut zu dem von ihm verkörperten Charakter passt. Sein Partner ist Jamie Bell („Billy Elliot – I Will Dance“), der den britischen Sklaven Esca darstellt. Als prominenter Gaststar wurde Donald Sutherland („Wenn die Gondeln Trauer tragen“) gewonnen, der den Onkel von Tatums Charakter spielt. Insgesamt wurde bei der Besetzung eine interessante Regel angewandt. Sämtliche britischen Eingeborenen wurden auch tatsächlich von Briten dargestellt, werden für die Römer nordamerikanische Schauspieler gewählt wurden. Das ist eine Umkehrung alter Hollywoodgewohnheiten, wo Mitte des letzten Jahrhunderts in Historienfilmen die römischen Rollen bevorzugt mit Engländern besetzt wurden.

Auch die Kampfszenen sollten realistisch wirken, weshalb häufig die Handkamera anstelle einer Steadycam eingesetzt wurde. Das vermittelt dem Zuschauer ein stärkeres Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Allerdings kostet es auch manchmal etwas an Dynamik. Das wird aber meist durch die Atmosphäre wieder wettgemacht. Sämtliche Szenen in den Highlands wurden tatsächlich in Schottland gedreht, dessen Landschaft und trübes Wetter sehr zur Stimmung des Films betragen.

Fazit:
„Der Adler der neunten Legion“ ist ein detailbetonter Historienfilm, der trotzdem auf Action und Atmosphäre setzt. Manchmal könnte der Film noch etwas mehr Dynamik haben. Aber die Besetzung, besonders der beiden Hauptrollen, ist sehr überzeugend.

Der Adler der neunten Legion - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Adler der neunten Legion
The Eagle

Bild unseres Mitarbeiters Martin Asbach
Ein Historiendrama zur Römerzeit in Britannien


Autor der Besprechung:
Martin Asbach

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / UK, 2011
Regie:
Kevin MacDonald
Drehbuch:
Jeremy Brock (basierend auf dem gleichnamigen Roman von Rosemary Sutcliff)
Darsteller:
Channing Tatum, Jamie Bell, Mark Strong, Donald Sutherland, Tahar Rahim, Denis O’Hare, Lukács Bicskey, Simon Day

Verleiher:
Concorde Film
Kinostart Deutschland :
03.03.2011