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DVD-Besprechung - Fight To Win
Story:
Der kleine Juwelendieb Ken Tong (Ken Tong) besitzt einen Mikrofilm, der den Gangsterboss Robinson schwer belasten würde. Aufgrund dieser Tatsache sind nicht nur dessen Männer auf der Jagd nach ihm, sondern auch die FBI-Agentin Cindy (Cynthia Rothrock). In Hongkong fällt Ken jedoch zunächst den beiden Polizisten Johnny (Michael Miu Kiu-wai) und David (Shing Fui-On) in die Hände, die sich zwar als eher unfähig erweisen, aber irgendwie eher zufällig doch meistens auf die richtige Spur kommen. Nach anfänglichen, dienstlichen Differenzen raffen sich die drei schließlich zusammen um den zwischenzeitlich entflohenen Ken wieder einzufangen, wobei ihnen dessen Schwester May (Suki Kwan) helfen soll, mit der Johnny direkt etwas anfängt.
Meinung zum Film:
„Fight to Win“, nicht zu verwechseln mit dem häufig ebenfalls entsprechend betitelten Rothrock-Streifen „Eyes of the Dragon“ von Leo Fong („Karate Cops“) aus dem Jahr 1987, ist eine Hongkong-Produktion aus dem Jahr 1989 von Lau-Kar Wing. Dieser dürfte als Shaw Brothers-Stammdarsteller unter dem Namen Liu Chia Yung deutlich besser bekannt sein. Zudem drehte er ein Jahr später mit „Skinny Tiger“, einer Action-Komödie mit Dickerchen Sammo Hung („Die Todesfaust des kleinen Drachen“) und Superglatze Karl Maka („Mad Mission“) in den Hauptrollen, seinen wohl besten Film. In der vorliegenden Produktion ist keineswegs Martial Arts-Queen Cynthia Rothrock („China O'Brien“) der große Star, vielmehr dominieren erzähltechnisch der einstige Jungstar Michael Miu Kiu-wai („Born to Fight 4“), einer der „Five Tigers of TVB“, und der häufig selbst als Gangster besetzte, im Jahr 2009 an Nasenrachenkrebs verstorbene Shing Fui-On („A Better Tomorrow“) als ungleiche Partner. Cynthia Rothrock bekommt dafür aber den Großteil der Kampfszenen zugestanden. Leider gibt es jedoch außer der Japanerin Michiko Nishiwaki („Iron Angels 4“), die in ihrem Heimatland der erste weibliche Bodybuilding- und Powerliftingchampion wurde, niemanden der ihr in dieser Hinsicht auch nur annähernd das Wasser reichen könnte. „Fight to Win“ stellt Volume 5 der „Eastern Sensation“-Reihe des Herstellers „Voulez Vous“ dar und es handelt sich wie bereits bei den deutschen VHS-Fassungen um die ungekürzte Fassung.
Vornehmlich handelt es sich bei „Fight to Win“ um ein Buddy-Movie mit Slapstickeinlagen, bzw. um eine Verwechslungskomödie, die ihren Humor größtenteils aus Missverständnissen oder Fehleinschätzungen der Beteiligten bezieht. „Harte Action und Knallharte Karatekämpfe“, wie auf dem Cover proklamiert, sind hier hingegen nicht zu finden. Johnny und David sind demensprechend auch eher Deppen in Uniform als geniale Ermittler. Besonders David wirkt immer wieder etwas unterbelichtet und wird häufig von Johnny aufgezogen, der sich wiederum für unwiderstehlich hält und mit seinem Machotum immer wieder für peinliche Momente sorgt. Der Humor ist hier zwar nicht so übertrieben kindisch wie in vielen vergleichbaren asiatischen Produktionen, hält aber auch keine wirklichen Lacher bereit und wirkt doch eher vorhersehbar, wie die wendungsarme Geschichte, und verkrampft. Die Produktion wirkt insgesamt extrem kostengünstig produziert und bietet auch kaum ernstzunehmende Actionsequenzen. Cynthia Rothrock bestreitet lediglich eine Handvoll kleinerer Kloppereien, bekommt es dabei aber lediglich mit Fallobst zu tun und kann somit nicht wirklich viel von ihrem Können zeigen.
Das ändert sich erst mit dem Finalkampf gegen die von Michiko Nishiwaki verkörperte Triadenkillerin, der recht spektakulär in Szene gesetzt wurde und in dem beide Kontrahentinnen einiges an Akrobatik zeigen dürfen. Leider ist diese Auseinandersetzung aber ziemlich kurz ausgefallen und wird immer wieder durch mittelmäßiges Herumgeballer in einer Lagerhalle unterbrochen, was im Grunde auch die einzige wirkliche blutige Szene des Films darstellt, jedoch fernab des „Heroic Bloodshed“. Trotzdem wird hier deutlich, was bei diesem Film mit einem routinierteren Regisseur, einem fähigeren Choreographen als Ridley Tsui („Mortal Kombat: Annihilation“), und einem größeren Budget möglich gewesen wäre. Auch Nebenplots wie die Lovestory zwischen May und Johnny bremsen den Film eher aus, als dass sie seinen Unterhaltungswert erhöhen.
Digitale Aufarbeitung:
Technisch ist die vorliegende DVD, im anamorphen Originalformat 1,85:1, leider kein Highlight geworden. Der weiche Transfer lässt hinsichtlich der Bildschärfe wirkliche Details vermissen und erinnert aufgrund der unterdurchschnittlichen Schärfe eher an eine Zeitreise ins VHS-Zeitalter. Deutlich störender sind aber noch die sehr häufigen Überstrahlungen, die leider auch die sonst ganz ordentliche Farbgebung in Mitleidenschaft ziehen und diese somit ziemlich blass wirken lassen. Auch in dunkleren Szenen lässt der Kontrast zu wünschen übrig und schluckt weitere Bildinformationen. Die leichten Verschmutzungen und das leichte Bildrauschen fallen hingegen nicht sonderlich ins Gewicht. Die Kompression leistet größtenteils ordentliche Arbeit, sorgt aber auch für leichte Unruhen, z.B. auf Gesichtern. Die deutsche Tonspur klingt bezüglich der Abmischung wenig vital, offeriert aber immerhin eine gute Verständlichkeit. Die deutsche Synchronisation wurde bewusst auf komisch getrimmt und wirkt dadurch teilweise etwas künstlich, ist aber insgesamt zufriedenstellend ausgefallen. Die englische Tonspur hört sich hingegen stark übersteuert bzw. blechern an und ist somit alles andere als ein Vergnügen. Die kantonesische Tonspur klingt wieder ganz ordentlich und wäre somit vielleicht eine Option gewesen, leider gibt es aber keine zugehörigen Untertitel, was ihren Nutzen deutlich einschränkt.
Das Bonusmaterial besteht lediglich aus dem Feature “Selbstverteidigungskurs mit Cynthia Rothrock - Teil 1” (14:56) in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln, das sich vornehmlich an Frauen richtet. Cynthia Rothrock fungiert aber nur als Ansagerin und diese Anleitung zur Selbsthilfe wirkt inhaltlich dröge sowie technisch amateurhaft. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„Fight to Win“ ist die wenig überzeugende Kreuzung von slapstickhaften Verwechslungskomödienelementen, einem Ausflug ins Buddy-Movie-Genre, Kampfsporteinlagen und einer uninspirierten Lovestory. Fans von Cynthia Rothrock dürften ebenfalls enttäuscht sein, da die gute Frau, außer im finalen Showdown, kaum etwas zu tun bekommt und sich lediglich mit Fallobst und einer schwachen Choreographie herumschlagen muss. Technisch ist die DVD die wohl bisher schwächste innerhalb der „Eastern Sensation“-Reihe, Genre-Fans sind aber naturgemäß eh nicht verwöhnt und werden somit akzeptabel bedient.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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88:38 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 | Kantonesisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Selbstverteidigungskurs mit Cynthia Rothrock - Teil 1
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Fight to Win
Miu Taam Seung Lung
Eher "Eastern Frustration" als "Eastern Sensation"
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong, 1989 Regie: Lau Kar-Wing Drehbuch: Barry Wong Darsteller: Cynthia Rothrock, Michael Miu Kiu-wai, Shing Fui-On, Suki Kwan, Michiko Nishiwaki, Ken Tong, Wu Fung, Mark Houghton
Label :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart : 25.02.2011
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