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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Heatseeker

Story:
Im Jahr 2019 ist trotz großer Fortschritte in der Entwicklung von Cyborgs, also der Ergänzung menschlicher Lebewesen durch potentiell leistungsfähigere, künstliche Bauteile, ausgerechnet der Kampfsportler Chance O`Brien (Keith Cooke), der solche Erweiterungen ablehnt, Champion aller Klassen. Diese Tatsache stößt beim Marktführer, der Sianon Corporation, auf wenig Gegenliebe und deren Marketingchef Tsui Tung (Norbert Weisser) beschließt ein Turnier der weltbesten Kamfsportler zu veranstalten, dessen Teilnehmer aber bis zu 50% aus kybernetischen Erweiterungen bestehen dürfen, um die Überlegenheit der eigenen Produkte besser zu promoten. Zu diesem Zweck engagiert er ausgerechnet O'Briens ärgsten Rivalen Xao (Gary Daniels), und sichert O'Briens Teilnahme indem er schlichtweg dessen Managerin und zukünftige Ehefrau Jo (Tina Cote) entführt.

Meinung zum Film:
„Heatseeker“ ist ein weiterer billig heruntergekurbelter Klopper im Turnierstil, im vorliegenden Fall aus dem Jahr 1995 und von Fließbandarbeiter Albert Pyun („Bloodchamp“) in Szene gesetzt. In diesem Bereich gilt „Bloodsport“ mit Jean-Claude Van Damme („Wake of Death“) aus dem Jahr 1988 als Referenz, seit dessen Erfolg wurde das Genre aber mit zahlreichen Nachahmern überschwemmt. Dabei schürt die Darstellerliste des Streifens durchaus eine gewisse Erwartungshaltung, denn mit Keith Cooke („China O`Brien“) und Gary Daniels („Fist of the North Star“) sind gleich zwei für Genreliebhaber klangvolle Namen, bzw. fähige Kampfsportler, mit an Bord. Albert Pyun, der hier auch das Drehbuch schrieb, hat zudem bereits mit „Kickboxer 2 – Der Champ kehrt zurück“ bewiesen, dass er es durchaus versteht Ringschlachten angemessen in Szene zu setzen. „Heatseeker“ stellt Volume 6 der „Eastern Sensation“-Reihe des Herstellers „Voulez Vous“ dar und es handelt sich hier, wie bereits bei der deutschen VHS-Veröffentlichung, um die ungekürzte Fassung mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren.

Leider entpuppt sich „Heatseeker“ jedoch lediglich als liebloser Schnellschuss mit vernachlässigbar geringem Budget. Der Film spielt zwar in der näheren Zukunft, vom technischen Fortschritt ist allerdings so gut wie nichts zu sehen. Die Cyborgs erkennt man äußerlich lediglich an ihren extrem glühenden Kontaktlinsen, oder wenn in einem der Kämpfe mal ein künstliches Körperteil zu Bruch geht. Das wurde zwar auch nicht gerade überragend in Szene gesetzt, stellt aber quasi die einzige Form von Special Effects dar, und ist wohl auch der Grund für die recht hart ausgefallene Bewertung hinsichtlich der Altersfreigabe. Das Setting der Keilereien ist extrem dürftig ausgefallen, entpuppt sich der großartige Veranstaltungsort dieser industriellen Multis doch schnell nur als größere, hässliche Lagerhalle mit Einlege-Ringboden. Auch der Kostümbildner hat wohl keinen guten Tag erwischt, denn die Herrschaften aus der Zukunft machen stilistisch den Eindruck, als wären sie von einem farbenblinden Designer aus den 80ern entworfen. Beide Hauptdarsteller wirken körperlich extrem austrainiert, Cooke ist aber in seiner ungewohnten Hauptrolle darstellerisch völlig überfordert, während Daniels zwar bekanntermaßen durchaus schauspielern kann, hier aber als Charakterschablone mehr als blass bleibt.  

Leider versagt der Film auch in seinem Kern, denn die Kämpfe werden nach dem Prinzip Masse statt Klasse gestreut und ergehen sich lediglich im Abfrühstücken von Fallobst durch die Hauptkämpfer, wobei von Gary Daniels nur sehr wenig zu sehen ist. Der Choreographie mangelt es insgesamt an Tempo und Dynamik. Die Ringschlachten verkommen somit zu tumben Keilereien ohne große Höhepunkte. Der unvermeidliche Showdown der beiden Antagonisten verläuft nicht nur choreographisch schwach, sondern fällt auch extrem kurz aus. Dramaturgisch hangelt sich der Film mit Füllszenen gequält von Kampf zu Kampf, wobei das Drehbuch viel unfreiwillige Komik verbreitet und vor Anschlussfehlern nur so wimmelt. So verkündet z.B. der Ansager im Halbfinale stolz, Xao hätte seine drei bisherigen Turniergegner alle getötet, obwohl er im Viertelfinale noch verriet, es wäre Xaos erster Kampf mit den neuen Implantaten. In diese Kategorie gehören auch Äußerungen des offensichtlich sportunkundigen Kommentators wie, „Er scheint für Xao nicht mehr zu sein, als ein Federball mit dem er ein bißchen Ping Pong spielt.“, oder Tungs geniale Argumentation zu Xaos Stärken, „Auch wenn Xao perfekt ist, hat er natürlich einige Schwachpunkte“.

Digitale Aufarbeitung:
„Heatseeker“ hat schon gut 15 Jahre auf dem Buckel und wurde bereits zur Entstehungszeit sehr günstig produziert. Das ist auch bei der vorliegenden DVD im originalen Vollbildformat nicht zu übersehen. Die Bildschärfe macht zwar noch einen ganz ordentlichen Eindruck, wird aber durch das starke Bildrauschen einerseits und den Kontrast andererseits, geschmälert. Besonders die Kontrastwerte liegen völlig neben der Spur und es kommt zu ständigen, sehr auffälligen Überstrahlungen. Zeitweilig fühlt man sich dadurch eher in ein Werk des Meisters der Weichzeichnerei, David Hamilton („Zärtliche Cousinen“), versetzt. Die Farbgebung wirkt zwar tendenziell natürlich, aber auch ziemlich blass. Die Kompression macht sich gerade bei schnellen Bewegungen leider durchaus bemerkbar. Die leichten Verschmutzungen der Vorlage fallen nicht besonders ins Gewicht. Die deutsche Tonspur klingt recht dumpf und sehr frontlastig, eine gute Verständlichkeit wird aber stets gewährleistet und rein von den Sprechern her ist die Synchronisation auch durchaus professionell ausgefallen. Die englische Tonspur klingt hingegen aufgrund häufig gezischter S-Laute leicht verzerrt.

Auf der DVD befindet sich neben dem englischsprachigen Filmtrailer in sehr mäßiger Bildqualität auch noch der zweite Teil des Selbstverteidigungskurses mit Cynthia Rothrock (12:55), siehe “Fight to Win”, diesmal allerdings mit einem sehr drögen deutschen Voice-over. Von Cynthia ist dieses Mal allerdings sogar noch weniger zu sehen als im ersten Teil. Die angebotenen Darbietungen sollten Frauen zudem auf keinen Fall nachahmen, sonst werden sie sich mit einer Anklage wegen schwerer Körperverletzung, oder auch mehr, vor Gericht wiederfinden. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
Im Genre des Martial Arts-Films existiert eine große Menge richtig schlechter Turnierfilme, „Heatseeker“ kann aber auch hier eine eindeutige, umgekehrte Spitzenposition einnehmen und hat sich seine „traumhafte“ imdb-Bewertung von 3.0 redlich verdient. Egal, wohin der Zuschauer auch schaut, seien es Kampfchoreographie, Spielorte, Darsteller, Drehbuch, oder Spezialeffekte, stürzt ihn der Titel doch stets nur immer tiefer in ein filmisches Jammertal. Technisch ist die DVD insgesamt noch solide, die Überstrahlungen sind allerdings recht heftig ausgefallen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,33:1
1,33:1
87:39 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Englischsprachiger Filmtrailer
  • Selbstverteidigungskurs mit Cynthia Rothrock - Teil 2
Heatseeker - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Heatseeker
Heatseeker

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Pyun hatte wohl einen besonders schlechten Tag...


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1995
Regie:
Albert Pyun
Drehbuch:
Albert Pyun, Christopher Borkgren
Darsteller:
Keith Cooke, Gary Daniels, Tina Cote, Norbert Weisser, Thom Mathews, Selena Khoo, Jahi J.J. Zuri, Mary Courtney

Label Deutschland :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart Deutschland :
25.02.2011