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DVD-Besprechung - Bad Guys

Story:
Die Anwältin Zena (Kate Del Castillo) wurde von ihrer Anwaltskanzlei reingelegt und musste unschuldig ins Gefängnis. Nun will sie sich an dem, in ihren Augen, korrupten System rächen und beschließt den Pfad des Gesetzes zu verlassen, um auf die andere Seite zu wechseln. Zena spielt mit dem Gedanken, eine neue Designer-Droge auf den Markt zu bringen, nicht nur um damit endlich so leben zu können, wie sie es sich immer erträumt hat, sondern auch um respektiert zu werden. Allein kann sie das Vorhaben jedoch nicht auf die Beine stellen und so engagiert sie einige ihre ehemaligen Mandanten, die einst ohne ihre Hilfe im Gefängnis gelandet wären. Doch damit beginnen ihre Schwierigkeiten erst- durch undurchdachte Aktionen gerät die Gruppe nicht nur in das Visier der Polizei, sondern auch ihrer kriminellen Konkurrenten.

Meinung zum Film:
 Unabhängig davon, dass die Handlung von „Bad Guys“ sich mehr als unlogisch gestaltet, ist es vor allem den schlechten Dialogen zu verdanken, dass der Film ein Desaster ist. Doch erst zur Handlung: im Affekt schießen die Protagonisten ihre zukünftigen Geschäftspartner nieder, durch die ihre Droge in Umlauf gebracht werden sollte. Dabei erbeuten sie eine gewisse Summe Geld, die ihnen aber zu wenig erscheint, um unter zu tauchen. Statt die Drogen an jemand anderes zu vertickern, um an das dringend benötigte Geld zu kommen, verschanzen sie sich lieber in einem leeren Fabrikgebäude und warten. Worauf, das wird nie geklärt. Dann stellt sich heraus, dass die Droge eigentlich nicht gebrauchsfähig ist, weil sie nach 30 Minuten unweigerlich zum Tode führt. Anstatt nun das Weite zu suchen, versuchen sie sich lieber gegenseitig das Leben schwer zu machen, was wiederum dazu führt, dass sie sich immer mehr dezimieren. Kurz: die Geschichte, aus der Feder von Timothy Cogswell, der damit sein Debüt gab, ist so fade und undurchdacht, dass es dem Zuschauer schon fast physische Schmerzen bereit. Dazu addiert sich die mehr als schlechte Schauspielerriege, denen, zugegebener Maßen, auch noch schlechte Dialoge geliefert wurden. 

Kate Del Castillo („The Miracle of Spanish Harlem“) spielt die von Ehrgeiz und Rachsucht zerfressene Anwältin Zena, wobei man ihr ihre Rolle zu keinem Zeitpunkt des Films abnimmt. Ihre Mimik wirkt aufgesetzt und teilweise sogar übertrieben, jedoch in keinster Weise authentisch. Sherman Augustus ("Foreigner-Der Fremde") spielt ihren internen Rivalen Eddie, und agiert wie eine ferngesteuerte Puppe. Danny Strong, der zuletzt eine Rolle in der TV-Serie „How I Meet Your Mother“ besetzte, versucht sich in der Rolle des permanent Drogen konsumierenden und produzierenden Ashleys und wirkt die ganze Zeit wie ein Kind auf Marihuana. Der korrupte und unter Komplexen leidende Ex-Polizist Shep wird von Art DeFleur („Act Like Man“) verkörpert, dessen Leistungen an einen Laiendarsteller erinnern. Zuletzt sollte man noch den Wrestler-Star Quinton Rampage Jackson („A-Team“) erwähnen, der einen Gangsterboss spielt, dessen Auftritt jedoch zeitlich so begrenzt ist, dass er fast nicht erwähnenswert wäre. Insgesamt könnte man also diese Schauspielcrew auch als das Who-is-Who der Gar-Nichts-Könner bezeichnen.  

Regisseur Rick Jacobson („Bitch Slap“) hat sich nicht allzu viel Umstände mit der Kulisse gemacht. Die meiste Zeit verbringen die Protagonisten damit, sich in einem verlassenen Fabrikgebäude sinnlose und vor allem fantasielose Dialoge zu zu spielen. Als einzige Special Effect der Schnitttechnik, wenn man sie den so schimpfen darf, sind Rückblenden, Standbilder, Zeitlupenaufnahmen und das Einblenden wenig informativer Nachrichten zu erkennen. Weder wird mit Explosionen, noch mit Feuergefechten, noch mit rasanten Verfolgungsjagden aufgewartet, was die schlechte Story um einiges aufgewertet hätte. Der Kameramann scheint auch ein besonderes Faible für Nahaufnahmen gehabt zu haben, was man im positivsten Fall als künstlerischen Effekt auslegen könnte, am ehesten jedoch dem billigen Filmset zu zu schreiben hat. Letztlich merkt man dem Film sein wohl geringes Budget an, was jedoch nicht das schlechte Drehbuch, die lustlose Inszenierung und die mehr als untalentierten Schauspieler rechtfertigt.



Digitale Aufarbeitung:

Das Bild ist in manchen Szenen ein wenig körnig, was vor allem in der dämmerigen Kulisse auffällt. Die Farbintensität fällt ein wenig zu großzügig aus, wie man anhand der orange-roten Gesichter erkennen kann. Zudem ist der Kontrast zu tief eingestellt, wodurch es manchmal schwer fällt, Details zu erkennen. Der Ton ist jedoch zu jeder Zeit gut verständlich und kommt ohne Verzerrungen oder störende Hintergrundgeräusche aus. An der Abstimmung zwischen Musik, Dialogen und Handlung ist auch nichts erkennenswertes zu bemängeln.

Als Extras bietet der Film ein nicht besonders informatives Making Of und einen Originaltrailer.



Fazit:
„Bad Guys“ ist einer der langweiligsten und fantasielosesten Filme, die in diesem Genre je gedreht wurden. Dadurch, dass die Macher, unter anderem Regisseur Rick Jacobson und Produzenten Bas Boon und Michael Florie, versucht haben einen ernsthaften Gangsterthriller zu drehen, was ihnen leider überhaupt gelungen ist, verdient der Streifen noch nicht mal das Prädikat „Trash“. Eine sehr enttäuschende Leistung auf allen Ebenen, die der Zuschauer ohne schlechtes Gewissen vergessen kann.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
90:39 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Originaltrailer
Bad Guys - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Bad Guys
Bad Guys

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Und die Strafe folgte auf dem Fuß!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Rick Jacobson
Drehbuch:
Timothy Cogshell
Darsteller:
Sherman Augustus, Lee Baron, Tracy-Marie Briare, Kate Del Castillo, Antonio Fargas, Michael Florie, Quniton Jackson, Art LaFleur, Danny Strong

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
24.03.2011