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Blu-ray-Besprechung - Entropie
Story:
Marius ist ein Kleinkrimineller, der bei dem Kriminalpolizeibeamten Hellmann über seine Machenschaften, bzw, über die des Chefs Slodan auspackt. Dazwischen werden 3 Horrorgeschichten gezeigt: in der ersten befindet sich ein junges Pärchen auf der Heimreise und möchte das gute Wetter für ein kleines Schäferstündchen unterwegs ausnutzen. Dabei finden sie eine schwerverletzte Frau und kurz darauf 3 Gangster, die es nun auch auf das Leben des Pärchens abgesehen haben. In der zweiten Geschichte geht es um einen gemeinschaftlichen Banküberfall, in dem einer der Gangster die Nerven verliert und eine Geisel erschießt. Die dritte Geschichte handelt von einem einsamen Mann in einer postapokalyptischen Welt voller mordlustiger Zombies. Die vierte und letzte Geschichte handelt von Gangstern und Entführung.
Meinung zum Film:
Die 3 Regisseure Markus Hagen, Daniel Flügger und Matthias Wissmann haben bisher „nur“ einige unbekanntere Kurz- und Kleinfilme gedreht. Mit dem 2011 entstandenen „Entropie“ werden insgesamt 4 Kurzfilme der 3 Regisseure präsentiert, die jeweils durch eine Rahmenhandlung miteinander verbunden werden. In der ersten Geschichte mit einem jungen Pärchen, das sich auf der Heimreise befindet, wird versucht, ein wenig „Grindhouse“-Feeling mit einzubringen. Dies wird erreicht mit einer absichtlich dumpferen Tonqualität und künstlichen Filmmaterial-Fehlern. Letztere können leider überhaupt nicht überzeugen, da der Film deutlich sichtbar auf Videomaterial gedreht wurde und die Effekte somit arg künstlich wirken. Darstellerisch geht es hier gemischt zur Sache: während einige Darsteller überzeugen können, sind gerade auf der Seite der Bösen die Akteure deutlich auf Amateurniveau. Nach Ende der Geschichte fragt man sich auch, wo deren Sinn eigentlich gelegen hat, denn außer etwas Gemetzel hat man kaum etwas gesehen, ein überzeugendes Ende schon gar nicht.
Weiter geht es mit einer Story über einen Banküberfall. Eine kleine Gruppe von Gangstern verabredet sich zum Überfall und trennt sich nach getaner Arbeit kurz, um in einer Lagerhalle wieder aufeinanderzutreffen und die Beute zu teilen. Dummerweise scheint einer der Banditen ein Psychopath zu sein. Während des Überfalls erschießt dieser eine Geisel ohne Not, dann erscheint er auch nicht zum verabredeten Zeitpunkt am Treffpunkt. Kurze Zeit später entwickelt sich der Film dann völlig überraschend in einen kleinen Zombiemetzelfilm, der am Ende auch noch eine fiese, jedoch kaum überraschende Pointe für den Zuschauer bereithält. Handwerklich und vor allem darstellerisch ist dieser Beitrag insgesamt einer, der weit mehr Potential offenbart als sein Vorgängerfilm. Am bemerkenswertesten und beeindruckendesten ist jedoch die folgende Episode um einen Mann, der in einer verwüsteten Gegend gegen Zombies und ähnlich verunstaltete Monster kämpft. Der Beitrag, der ohne jeglichen Dialog auskommt, bedient sich ganz deutlich bei Science-Fiction-Klassikern wie z.B. „Terminator“ und „Minority Report“. Die Special-Effects-Künstler waren bei dieser Episode ordentlich gefordert, vor allem im CGI-Bereich. Und die Mühe hat sich gelohnt, denn die eingebauten Raumschiffaufnahmen sind zwar alles andere als auf Star-Wars-Niveau, können sich aber trotzdem durchaus sehen lassen und hinterlassen einen mehr als ordentlichen Eindruck. Gespart wurde dann lediglich bei den wenig gelungenen Make-Up-Effekten der Zombies, dies kann man aber jedoch durchaus verzeihen. Vor allem, weil die Geschichte selbst diesen kleinen Patzer mehr als wieder rausreißt.
Über die letzte Geschichte, in der mit Oliver Petszokat („Gute Zeiten, schlechte Zeiten“) ein prominentes Gesicht zu sehen ist, soll nicht allzu viel verraten werden: sie handelt von Klein- und Möchtegerngroßgangstern, Entführung und Mord – und weist ein sehr cleveres Drehbuch auf, das die Geschichte von hinten her zu einem schlüssigen Ganzen zusammenfügt und die man sich lieber selbst ansehen sollte. Relativ sinnlos und überflüssig ist dann nur noch die Rahmenhandlung, auf die man eigentlich auch hätte verzichten können, vor allem, weil sie keinen glaubhaften Rahmen zum Rest bietet – bis auf den unmittelbaren Schluss, der wirklich unerwartet kommt und wiederum überzeugen kann. Insgesamt können auch Zuschauer, die nicht auf Amateur- oder Low-Budget-Filme stehen, „Entropie“ ruhig mal eine Chance geben und sich überzeugen lassen, das aus diesem Bereich nicht nur Wald- und Wiesenschrott kommt, sondern auch überzeugende und gute Unterhaltung.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray liegt in 1080i vor und hinterlässt einen durchschnittlich guten Eindruck. Das Bild im ersten Kurzfilm wurde künstlich auf alt getrimmt, hier liegt also eine absichtliche „Verschlechterung“ des Materials vor. Ansonsten ist die Schärfe recht gut gelungen, wobei es selten messerscharfe Details zu bewundern gibt. Richtig überzeugen kann allein die teils schön knallige Farbgebung. Der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 5.1 klingt recht dynamisch, die hinteren Lautsprecher werden jedoch nicht allzu oft benutzt. Auch hier wurde für den ersten Beitrag die Qualität an einigen Stellen künstlich und absichtlich vermindert.
Als Extras gibt es eine Fotogalerie mit Eindrücken von den Dreharbeiten. Auf Wunsch kann man sich noch ein Musikvideo zum Titeltrack des Films ansehen.
Fazit:
„Entropie“ ist ein kleiner Horror-Episodenfilm, der zwar aus dem Low-Budget-Bereich kommt, aber überwiegend sehr überzeugende Geschichten erzählt. Die Darsteller sind gerade in der ersten Episode nicht besonders überzeugend, dies deckt sich aber mit der dort gebotenen Handlung. Der Rest beeindruckt auch diejenigen Zuschauer, die mit Filmen aus diesem Bereich eher wenig anfangen können. Von einigen Machern hören und sehen wir in Zukunft hoffentlich mehr. Die Blu-ray-Qualität ist durchschnittlich gut.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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73:14 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Deutsch DTS-HD Master Audio 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Entropie
Entropie
Fast durchgängig überzeugende Horror-Shorts aus deutschen Landen
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2011 Regie: Markus Hagen, Daniel Flügger, Matthias Wissmann Drehbuch: Markus Hagen, Daniel Flügger, Matthias Wissmann Darsteller: Oliver Petszokat, Ron Matz, Alexander Milo, Silvania Pen, Hauke Hirsinger
Label :
Infopictures
Verkaufsstart : 25.03.2011
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