Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Psycho Cop
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Psycho Cop

Story:
Sechs College-Studenten, jeweils zur Hälfte männlich und weiblich, beschließen ein paar ruhige Tage in einer luxuriösen Villa zu verbringen, die sich allerdings in einer menschenleeren Gegend befindet. Leider wird diese vermeintliche Idylle aber jäh zerstört. Erst geht ihnen das Bier aus und dann steht ihnen auch noch ein durchgeknallter Psychopath in Polizeiuniform namens Joe Vickers (Robert R. Shafer) gegenüber, der sie liebend gerne gewaltsam dem Satan opfern würde.

Meinung zum Film:
„Psycho Cop“ ist Vol. 3 der „Horror Edition“ des Herstellers Voulez Vous, dessen erste beide Veröffentlichungen Full Moons „Netherworld“ und „Voodoo – Jünger des Satans“ mit Corey Feldman („The Lost Boys“) waren. Für Regie und Drehbuch des Titels zeichnete Wallace Potts verantwortlich, der bis dahin nicht großartig in Erscheinung trat, dessen Karriere beim Film mit diesem Beitrag aber auch bereits wieder beendet war. Nichtsdestotrotz war „Psycho Cop“ offensichtlich kommerziell ertragreich genug, um vier Jahre später eine Fortsetzung mit dem sinnigen Namen „Psycho Cop 2“ zu rechtfertigen, der aber diesmal unter der Regie von Adam Rifkin („Das Serum des Grauens“) entstand. In beiden Teilen spielte Robert R. Shafer („Mörderische Tarnung“) die titelgebende Hauptrolle, der ansonsten in seiner Karriere über kleinere TV-Auftritte oder Nebenrollen in B-Movies fast nie hinauskam. Die alte deutsche Videofassung des Films war gekürzt, die vorliegende deutsche DVD-Fassung mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren ist hingegen ungeschnitten.  

„Psycho Cop“ ist innerhalb des Horrorgenres glasklar als Vertreter des sogenannten Slasher-Films zu identifizieren. Dementsprechend simpel gestaltet sich auch die Story. Sechs isolierte Teenager werden von einem vermeintlichen Polizisten, in Wirklichkeit handelt es sich hier um einen durchgeknallten Massenmörder, dem seine Uniform lediglich als perfekte Tarnung dient, einer nach dem anderen auf blutige Art und Weise zur Strecke gebracht, bis ein verbliebener Rest der Gruppe sich am Ende auf nicht weniger gewaltsame Weise gegen ihn zur Wehr setzt. Und da der Film bereits nach rund 80 Minuten den Abspann einläutet, sollte man auch keine besonderen Erweiterungen dieses üblichen Schemas, oder gar großartige Wendungen der Geschichte, erwarten. Wie sieht es aber nun bei „Psycho Cop“, der offensichtlich thematisch von William Lustigs großem Vorbild „Maniac Cop“ inspiriert wurde, mit den klassischen (Un-)Tugenden des Slashers aus? Zunächst lebt ein solcher Film natürlich von dem Bedrohungspotential seiner finsteren Hauptfigur. Grundsätzlich besitzt die Idee des Killers in Polizeiuniform subversives Potential und Robert R. Shafers massive Statur flößt mit 1,93 Metern Körpergröße dem Zuschauer auch durchaus einen gewissen Respekt ein. Minuspunkte gibt es aber für den fehlenden charakterlichen Hintergrund bzw. besondere Alleinstellungsmerkmale der Tötungsmaschine sowie das Ausbleiben effektiver One-Liner. Auch das eigentliche Auftreten dieser Figur lässt Myers und Co. weiter ruhig schlafen. Denn Joe Vickers hat die Eigenart, meist nur debil vor sich hinzugrinsen, oder stößt gerne ein meckerndes Lachen aus, und beides lässt ihn nicht gerade furchteinflößend erscheinen.  

Eher unüblich für diese Filmgattung ist auch das völlige Ausblenden sexueller Ausschweifungen der Opfer, die sich hier vollkommen keusch geben und lieber an ihrem Bier herumnuckeln, weshalb in der „Nudity“-Kategorie leider null Punkte vergeben werden müssen. Auch bei den bedeutsamen „Kills“ werden Genrefans sowohl Härte als auch Einfallsreichtum vermissen. Mit den hier dargestellten Tötungsarten von der Stange und Tricktechnik der Marke "simpel aber auch ineffektiv" gibt es auch hier kaum Argumente für den Film. Lediglich im Showdown gibt es dann zwei härtere Szenen zu sehen, ansonsten wäre „Psycho Cop“ allerdings auch eher Kandidat für eine Freigabe ab 12 Jahren gewesen. Spannung kommt leider aus verschiedenen Gründen auch nie auf. Zunächst ist der Killer dem Publikum von Anfang an bekannt, dann ist der Vortrag trotz seiner Kürze extrem dröge und ereignisarm geraten, und weiterhin gehen dem Zuschauer die Opfer leider emotional völlig am Arsch vorbei, da man über ihre Vornamen hinaus eigentlich nichts von ihnen erfährt. Auch echte Schockmomente fehlen, im Gegenteil gebärdet sich der Film hier sogar kontraproduktiv, indem er zu Beginn in überstrapazierender Weise mehrmals die Erwartungshaltung durch falschen Alarm enttäuscht. Natürlich darf auch unfreiwillige Komik hier nicht fehlen. Oder wer sucht allen Ernstes bei Nacht draußen seine Zahnbürste, oder warum rennt jemand im Wald nicht einfach hinter einen Baum, statt sich auf offener Strecke überfahren zu lassen?

Digitale Aufarbeitung:
„Psycho Cop“ war bereits seinerzeit eine kostengünstige Videoproduktion und das ist dem Film auch deutlich anzusehen. Die Bildschärfe lässt jegliche Details vermissen und ist nur unter Berücksichtigung des Filmalters und der Produktionsumstände gerade noch als durchschnittlich zu bezeichnen. In Verbindung mit dem heftigen Bildrauschen und der grundsätzlich natürlichen aber auch ziemlich kraftlosen Farbgebung wird dieser Eindruck allerdings weiter geschmälert. Die Kontrastwerte hinterlassen einen akzeptablen Eindruck, allerdings liegen bei helleren Szenen auch diverse leichtere Überstrahlungen vor. Die Kompression arbeitet ebenfalls auf einem befriedigenden Niveau. Die deutsche Tonspur klingt für eine Produktion dieser Preisklasse erstaunlich natürlich, ist ausgewogen abgemischt und wurde auch professionell synchronisiert. Die englische Tonspur klingt dagegen etwas dumpf und kraftlos.

Auf der DVD gibt es kein Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover, das auf der Front auch den “Horror Edition”-Rahmen komplett ausblendet.

Fazit:
„Psycho Cop“ hat als Slasher kein großes Interesse an erzählerischen Feinheiten, nachvollziehbarer Logik oder glaubwürdig angelegten Charakteren. Viel problematischer ist jedoch das Ausbleiben spannungsbildender Elemente bzw. Schocks, die Verwendung eines eher mitleiderregenden Psychowracks als Täter sowie fehlender Einfallsreichtum, oder auch mangelnde, handwerkliche Finesse, bei der Umsetzung der insgesamt sowieso schon eher zahm geratenen Tötungsarten. Technisch kann die DVD die billigen Produktionsumstände der Filmentstehung nicht verhehlen, was aber auch mit einer entsprechenden Erwartungshaltung des kundigen Genreliebhabers korellieren dürfte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,33:1
1,33:1
83:39 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Psycho Cop - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Mad Cop
Psycho Cop

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Dieser Psychopath in Polizeiuniform würde nichtmal einen Falschparker erschrecken


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1989
Regie:
Wallace Potts
Drehbuch:
Wallace Potts
Darsteller:
Robert R. Shafer, Jeff Qualle, Palmer Lee Todd, Dan Campbell, Cindy Guyer, Linda West, Greg Joujon-Roche, Bruce Melena

Label Deutschland :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart Deutschland :
25.02.2011