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DVD-Besprechung - Panzerzug nach Stalingrad
Story:
Eine deutsche Fallschirmjäger-Spezialeinheit, deren Befehlshaber als russischer Offizier verkleidet ist, besetzt im russischen Hinterland eine strategisch wichtige Eisenbahnbrücke. Die Russen wollen diese Brücke mit allen Mitteln zurückerobern. Zu diesem Zweck wird ein Panzerzug aus der Nähe von Stalingrad angefordert, der als einziger in der Lage sein soll, den deutschen Widerstand zu brechen. Allerdings will die deutsche Spezialeinheit diesen Zug um jeden Preis stoppen bzw. kapern. Zufällig gerät ein zusammengewürfelter Haufen aus drei arrestierten, russischen Soldaten sowie einer Krankenschwester zwischen die Fronten und findet sich plötzlich an Bord des Panzerzugs wieder.
Meinung zum Film:
„Panzerzug nach Stalingrad“ ist ein russisch-weissrussischer Fernsehfilm aus dem Jahr 2006. Die stolze Laufzeit von über zwei Stunden lässt vermuten, dass es sich wohl ursprünglich um einen Mehrteiler gehandelt haben muss, der allerdings nach dem entsprechenden IMDb-Eintrag für die vorliegende Version deutlich gekürzt worden zu sein scheint, da dort eine Laufzeit von 208 Minuten angegeben wird. Die Verantwortlichen und Mitwirkenden des Films sind in der westlichen Hemisphäre fast völlig unbekannt. Die Handlung dieses WK2-Kriegsfilms ist offensichtlich frei erfunden und erhebt auch nicht den Anspruch von historischer Authentizität. Das Budget des Films war zudem offensichtlich ebenfalls sehr begrenzt, größere Truppenverbände, oder Panzer gibt es nicht zu sehen. Der Film offeriert lediglich ein paar sehr mäßige CGI-Effekte in Form von Luftangriffen, Pyrotechnik im bescheidenen Umfang sowie den Panzerzug selbst. Dieser macht aber auch nicht sonderlich viel her, da er was seine Dimensionen, besonders die Gesamtlänge, angeht eher bescheiden ausfällt und ansonsten lediglich aus Panzerplatten, ein paar Schießscharten und kleineren Kanonen besteht. Zudem darf dieses Gefährt seine Schlagkraft lediglich ein Mal kurz im Finale beweisen, was aber nicht nur wegen des einkopierten Mündungsfeuers eher bescheiden ausfällt.
Der Film schleppt sich über zwei Stunden lang äußerst mühsam über die Gleise bzw. seine Gesamtspielzeit, da die Handlung nicht nur voller Logiklöcher steckt, sondern auch immer wieder unnötig in die Länge gezogen wird. Für die Charakterisierung der Hauptfiguren wird aber trotz des zeitlichen Umfangs kaum Zeit investiert und es entsteht niemals eine emotionale Bindung zum Zuschauer, was auch in den äußerst bescheidenen darstellerischen Leistungen begründet liegt, die sich auch in ständigem, peinlichen Overacting ergehen. Im Kern geht es in dem Film lediglich darum, dass mit Hilfe des titelgebenden Panzerzugs, der gegenüber dem Coveraufdruck keinerlei Ähnlichkeit aufweist, die von deutschen Truppen gehaltene, strategisch wichtige Brücke genommen werden soll. Dabei geraten drei eigentlich unter Arrest stehende, sowjetische Soldaten und eine Krankenschwester zufällig an Bord des Panzerzugs und formen fortan mit dessen Lokführer eine Schicksalsgemeinschaft, die sich einer deutschen Spezialeinheit erwehren muss, die den Zug um jeden Preis erobern oder stoppen will.
Inhaltlich verläuft der Film wie ein Katz- und Maus-Spiel, in dem sich alles um den Zug dreht, der aber von außen erstaunlich selten zu sehen ist. Das kostengünstige, visuell wenig anheimelnde Szenario besteht somit vor allem aus Innenaufnahmen des Zuges, wo sich auch immer wieder unterschiedliche Allianzen bilden, um die Situation dramaturgisch zu verschärfen, oder kleineren Action- und Verfolgungsszenen innerhalb von Wäldern. Leider sind die Dialoge vorsichtig formuliert uninspiriert und weitgehend sinnfrei ausgefallen. Zudem sind die Actionszenen rar gesät und technisch nicht überzeugend ausgefallen. Weiterhin gibt es immer wieder trashige Füllszenen. So entscheiden sich z.B. die beiden im Panzerzug mitreisenden Frauen anlässlich eines kurzen Stops während der Verfolgung durch die Spezialeinheit, einem nudistischen Badevergnügen zu frönen, was die männlichen Zuschauer allerdings sicherlich auch nicht mit diesem misslungenen Kriegsfilm versöhnt. Ein weiteres Ärgernis ist die völlig deplatzierte, doppelte Liebesgeschichte, die scheinbar nur dazu dient, das unvermeidlich scheinende Happy End noch ein wenig künstlich zu emotionalisieren.
Digitale Aufarbeitung:
Bei der vorliegenden Veröffentlichung handelt es sich um einen rund fünf Jahre alten Fernsehfilm aus russischer Produktion, der scheinbar eher kostengünstig produziert wurde, dementsprechend macht der Titel auch bezüglich der Bildqualität einen um Jahrzehnte älteren Eindruck. Die Bildschärfe ist bereits unterdurchschnittlich, wodurch das Bild eher weich wirkt und keinerlei Details bietet. Dieser erste Eindruck wird aber noch durch weitere Faktoren verschlechtert. Die Farbgebung wurde offensichtlich künstlich mit Filtern entsättigt, um optisch einen zeitgenössischen Eindruck hervorzurufen. Das verwendete Filmmaterial leidet jedoch weiter unter dieser Maßnahme und liefert im Ergebnis eine ausgeblichene, kraftlose Farbgebung. Schlimmer noch ist jedoch das allgegenwärtige, sehr heftige Bildrauschen, das in Verbindung mit einer wenig überzeugenden Kompression und Kantenunschärfen die Bildqualität weiter in den Keller sinken lässt. Aber auch die Kontrastwerte sind ungenügend ausgefallen. Bei Tagszenen kommt es zu ständigen, auffälligen Überstrahlungen und die schlecht ausgearbeiteten Nachtszenen schlucken noch weitere Bildinformationen. Egal welche Tonspur ausgewählt wird, die akustische Wiedergabe wirkt flach und alles andere als dynamisch. Die gegenüber dem russischen Original aufgeblasene, deutsche Dolby-Digital-5.1-Tonspur ist im Grunde überflüssig. Der Sound in den wenigen Actionszenen ist frontlastig und ärmlich, außerdem wurde die qualitativ schwache musikalische Untermalung zu dominant in den Mix integriert und wirkt insgesamt sehr aufgesetzt. Die künstlich und nach Studio klingende deutsche Synchronisation hinterlässt einen äußerst mäßigen Eindruck und besitzt in Kategorien wie der Sprecherqualität, oder Dialogregie bzw. Betonung, deutliche Schwächen. Lobenswert sind lediglich die optionalen deutschen Untertitel.
Auf der DVD befindet sich keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„Panzerzug nach Stalingrad“ ist ein in jeder Hinsicht, also inhaltlich und technisch, sehr schwach ausgefallener, russischer TV-Beitrag zum Genre des Kriegsfilms. Eine ausgearbeitete Dramaturgie des viel zu lang ausgefallenen Films ist kaum erkennbar und auch der rote Faden, der die Geschichte zusammen halten soll, geht häufiger verloren. Technisch macht die DVD zudem für einen relativ neuen Film einen insgesamt verheerenden Eindruck und bietet auch keinerlei Bonusmaterial.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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125:14 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Russisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Panzerzug nach Stalingrad
Posledniy bronepoezd
Für diese russische Produktion ist der Zug längst abgefahren
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Russland / Weißrussland, 2006 Regie: Zinovi Roizman Drehbuch: Leonid Porokhnya, Zinovi Roizman, Gleb Shprigov Darsteller: Andrey Panin, Andrei Sokolov, Ekaterina Rednikova, Marina Aleksandrova, Ivan Kokorin, Denis Nikiforov, Oleg Korchikov, Anatoly Kot
Label :
MiG Film
Verkaufsstart : 14.04.2011
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