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Blu-ray-Besprechung - Die wilde Farm

Story:
Nachdem der Bauer wegen einer schweren Erkrankung ins Krankenhaus muss, sind die Tiere seines Hofes vorübergehend auf sich selbst gestellt. Sie müssen Wege finden, ohne der täglichen Zuwendung ihres Herrn klarzukommen und sich zu ernähren. Doch auch als die Verwandten des Bauern auf dem Hof wieder für geregelte Mahlzeiten sorgen, sind die Probleme dadurch noch lange nicht vorbei.

Meinung zum Film:
Dass Tiere in Filmen vermenschlicht werden, soziale und gesellschaftliche Strukturen übernehmen („Animal Farm“) oder menschliche Wesenszüge inkl. der Sprache übernehmen („Ein Schweinchen namens Babe“) ist nichts Ungewöhnliches im Film. Die Dokumentarfilmer Dominique Garing und Frédéric Goupil gingen für ihren „Die wilde Farm“ aber einen etwas anderen, eher ungewöhnlichen Weg. Sie erzählen zwar ebenfalls Geschichten mit und über die Tiere auf einer Farm, belassen ihre Darsteller dabei aber stets in ihrem natürlichen Verhalten. Während die Bilder nichts Weiteres als unverfälschte Tieraufnahmen sind, ist es die Stimme von Schauspielerin Luise Bähr („Die Superbullen“) aus dem Off, die um die Aufnahmen herum Geschichten entstehen lässt.

Bei den Geschichten, die dabei erzählt werden wurde darauf geachtet, dass alle Tiere einem gewissen Rollenverhalten, das sich nach ihren natürlichen Eigenarten richtet entsprechen. So tollen unter anderem die Schweine über den gesamten Hof auf der Suche nach Futter, während die Hühner sich lieber rund um ihren Stall aufhalten und sich um den Nachwuchs kümmern. Mit der Abwesenheit des Bauern ist aber natürlich auch die Gefahr durch Angreifer aus der wilden Natur gestiegen. Hier gilt es Vorsorge zu treffen, um einen Angriff so schwer und unwahrscheinlich wie möglich zu machen. Wenn dann die Verwandtschaft des Bauern auf dem Hof eintrifft, ist diese Bedrohung deutlich gesunken, doch durch die Anwesenheit der Menschen entstehen neue Probleme, da sie ihre eigenen Tiere mitbringen. Dadurch muss die Hackordnung auf dem Hof neu geregelt werden und auch die Zu- und Abneigungen der Tiere spielen eine Rolle.  

Vorgetragen werden die einzelnen, kleinen Geschichten durch Erzählerin Luise Bähr in kindgerechter Form. Sie erzählt von den Geschehnissen auf dem Hof, als wolle sie kleineren Kindern eine interessante Gute-Nacht-Geschichte vortragen. Dadurch eignet sich die Dokumentation vor allem hervorragend für ein jüngeres Publikum, das über spannende, kleine Geschichten und niedlichen Bildern ein Stück Natur geboten bekommt. Aber auch ältere Semester werden alles andere als gelangweilt werden beim Sehen von „Die wilde Farm“. Für sie dürften es weniger die einfachen Geschichten sein die faszinieren, als vielmehr die äußerst gelungenen und niedlichen Tieraufnahmen. So vergehen die knapp 90 Minuten Laufzeit für alle Altersgruppen der Familie wie im Flug und es wird für rundum gute Stimmung gesorgt. Und wenn der Bauer am Ende wieder gesund auf seinen Hof zurückkehrt wissen alle genau, dass das Leben für die Tiere nun wieder seinen alten Lauf nehmen kann.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten Eindruck. Vor allem in den Werten Schärfe und Detailgrad werden sehr gute Ergebnisse erzielt. Auch die Farben wirken sehr kräftig und natürlich, was dem Charme des Filmes sehr zu Gute kommt. Der deutsche Ton liegt in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und ist sehr gut zu verstehen. Große Surroundwunder dürfen hier allerdings nicht erwartet werden, was bei dem Inhalt aber ohnehin nur aufgesetzt wirken würde.

Als Extra gibt es 2 Making-Of-Beiträge. In „Wilder Dreh mit gezähmten Tieren“ wird sehr genau beschrieben welche Probleme es dabei gab, die Tiere genau dies tun zu lassen, was für die entsprechende Szene gerade notwendig war. Vor allem dann, wenn es eine Interaktion zwischen verschiedenen Tieren geben musste. Und sei es nur eine Eule, die einem flüchtenden Tier hinterher sehen sollte. In „Wild und gezähmte Noten“ wird dann noch einmal sehr ausführlich auf die Entstehung des sehr verträumten und stimmungsvollen Soundtracks eingegangen, der seinen Teil zum Gelingen der Dokumentation beiträgt. Abschließend gibt es noch den Bonusfilm „Die Anderen“ von Etienne Chaillou und Mathias Théry, der mit 53 Minuten relativ lang ausfällt und einen Blick auf Dreharbeiten auf dem Bauernhof wirft.

Fazit:
„Die wilde Farm“ ist eine bezaubernde Dokumentation über das Leben der Tiere auf dem Bauernhof. Ohne Computereffekte werden durch natürlich entstandene Aufnahmen und einer Stimme aus dem Off die Erlebnisse von Tieren auf einem zunächst menschenleeren Bauernhof gezeigt. Die Kleinen erfreuen sich an den witzigen Geschehnissen, während die Älteren sich an den wunderschönen Aufnahmen erfreuen können. Genau die richtige Unterhaltung für einen Familiensonntag vor dem Fernseher.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,78:1
1,78:1
89:06 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Wilder Dreh mit gezähmten Tieren
  • Wilde und gezähmte Noten
  • Bonusfilm "Die Anderen"
Die wilde Farm - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die wilde Farm
La vie sauvage des animaux domestiques

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Wunderschöne Aufnahmen von Tieren auf einem Bauernhof mit einer unterhaltsamen Rahmenhandlung


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / Deutschland, 2009
Regie:
Dominique Garing, Frédéric Goupil
Drehbuch:
Dominique Garing, Frédéric Goupil
Darsteller:
(Sprecherin:) Luise Bähr

Label Deutschland :
Polyband
Verkaufsstart Deutschland :
25.03.2011