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Blu-ray-Besprechung - Fatal Rescue
Story:
Emilie (Aislinn Sands) und Jacob Jones (Steve Guttenberg) leben in Scheidung und streiten sich um das Sorgerecht für Sohn Toby (Nicolas Landman-Burghardt). Dieser hat jedoch eines Tages ganz andere Sorgen: als er mit einem Kumpel verbotenerweise im Wald spielt, stürzt er in ein Loch, aus dem er nicht mehr raus kommt. Nachdem seine Eltern dies mitbekommen, beginnt die Rettungsaktion, die sich als schwieriger als erwartet gestaltet.
Meinung zum Film:
„Fatal Rescue“ wurde im Jahr 2009 von Stephen Manuel inszeniert. Der irische Regisseur, der in Deutschland aufgewachsen ist, drehte hauptsächlich einzelne Episoden von TV-Serien wie „Der Clown“, „Axel will’s wissen“ oder „Alarm für Cobra 11“. Als Kenner der eher seichten Unterhaltung kann er sich mit dem vorliegenden Film aber leider nicht aus der TV-Serien-Masse hervorheben. Ganz im Gegenteil reicht es nicht mal für durchschnittlich überzeugende Kost, denn der Film strotzt vor logischen Fehlern und Ungereimtheiten, die teilweise für Belustigung, teilweise aber auch für schlechte Laune beim Zuschauer sorgen. Verantwortlich hierfür ist vor allem das Drehbuchautoren-Duo Julia Neumann und Sabine Leipert, die in der Vergangenheit gemeinsam die Bücher für „Inga Lindström“-Filme oder für die „Küstenwache“ verfassten.
Es geht schon damit los, dass unklar ist, wo der Film überhaupt spielt. Nicht, dass es wichtig für die Handlung wäre, aber wenn am Anfang davon die Rede ist, dass Jacob nach einer längeren Abwesenheit wieder zurück in Deutschland ist, wundert man sich schon, wenn die Feuerwehrleute die Rücken-Aufschrift „Fire Dept.“ tragen und ausnahmslos alle handelnden Personen englischsprachige Vornamen haben, wobei die gezeigten Wagen wiederum deutsche Kennzeichen haben. Aber das ist wohl der Preis, den man dafür zahlen muss, wenn man eine deutsche Produktion international vermarkten möchte. Inhaltlich gänzlich unverständlich ist dann das Verhalten von Tobys Freund Paul (Florian Kriener), der Zeuge wird, wie sein Kumpel in die Grube stürzt. Aus Angst vor Strafe geht er einfach nach Hause und verschweigt zunächst den Vorfall, weil er ja gar nicht in den Wald durfte - dann muss Freund Toby eben leider sterben.
Aber nicht nur die Kinder, auch die Eltern zeichnen sich nicht durch logisches Verhalten aus, ganz im Gegenteil. Feuerwehrmann Mike (Dominic Rickhards) will den kleinen Bengel mit einer Seilwinde retten und hochziehen, das Loch mit einem geschätzten Ausmaß von 3*3 Metern ist nach seiner Aussage jedoch zu „eng“, so dass sich die Rettung etwas in die Länge zieht. Zum Glück gelingt es dem Papa, dem Kleinen ein Fernsteuerungsauto zum Spielen herunterzulassen. Von solchen Szenen gibt es leider zu viele und die sind dann ein Grund dafür, warum der Film in die Hose geht. Der andere Grund ist, dass der Film nicht weiß, was er sein will: ein Gruselfilm über unheimliche Geschehnisse im Wald, ein Thriller über einen Jungen in Not oder ein Scheidungsdrama. Dies alles wird hier verwurstet, ergibt aber kein stimmiges Ganzes. Wenn dann noch der hysterische Jacob, dargestellt von Steve Guttenberg („Police Academy“) ständig rumbrüllt und nicht nur das Rettungsteam nervt, wünscht man sich als Zuschauer, er möge anstelle des Sohnes in der Grube sein. Gute Unterhaltung sieht anders aus.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild bewegt sich insgesamt auf gutem Durchschnitt, schöpft aber die Möglichkeiten einer Blu-ray nicht aus. Die Schärfe und die Details würde man bei einer guten DVD ebenfalls annähernd erreichen. Die Farben wirken recht frisch, aber nicht zu knallig und der Kontrast ist ebenfalls durchschnittlich gut. Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 2.0 vor und verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit.
An Extras gibt es ein fünfminütiges Making of, das unverständlicherweise nur in einem kleinen Fenster abläuft, aber sowieso nur ein unkommentierter Blick hinter die Kulissen ist. Dann gibt es noch einen Audiokommentar von Regisseur Stephen Manuel auf deutsch, der recht interessant ausgefallen ist, weil Manuel teilweise auch auf die Kritiken eingeht, die Protagonisten würden sich im Film unlogisch verhalten. Dies kann er zwar nicht überzeugend entkräften, aber immerhin spricht er das Thema offensiv an und stilisiert seinen Film dabei nicht zu einem „Citizen Kane“ hoch. Leider muss man gelegentlich am Ton nachregulieren, weil der Kommentar sehr schlecht abgemischt ist.
Fazit:
„Fatal Rescue“ strotzt vor Logik- und inhaltlichen Fehlern, des Weiteren weiß der Film nicht, welche Richtung er einschlagen soll: Scheidungsdrama, Grusel, Thriller? Diese Frage kann hinterher nicht mal der Zuschauer beantworten. Die Blu-ray bewegt sich auf durchschnittlichem Niveau.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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90:09 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Making of
- Audiokommentar von Regisseur Stephen Manuel
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Fatal Rescue
Fatal Rescue
Ein Kind im Loch und noch weit mehr Löcher logischer Art im Drehbuch
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2009 Regie: Stephen Manuel Drehbuch: Julia Neumann, Sabine Leipert Darsteller: Steve Guttenberg, Aislinn Sands, Dominic Rickhards, Nicolas Landman-Burghardt, Martin Höner, Florian Kriener, Maximilian Artajo, Anna Fin
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 07.04.2011
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