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Blu-ray-Besprechung - Ohne jede Spur
Story:
Mary Walsh (Brittany Murphy) bringt ihren Freund Kevin (Dean Cain) für eine orthopädische Routineoperation ins Krankenhaus. Der ambulante Eingriff an Kevins Bein soll etwa eine Stunde dauern. Doch als sie nach dieser Zeit wieder bei Kevin vorbeischauen will, ist dieser nirgendwo zu finden. Auch einige Stunden später fehlt von ihm jede Spur und bald muss Mary herausfinden, dass es im Krankenhaus keinerlei Aufnahmeinformationen über einen Kevin Peterson gibt. Noch dazu hat der angeblich behandelnde Arzt an diesem Tag Urlaub. Als Mary das komplette Personal verrückt macht, stellt sich bald die Frage, ob Kevin überhaupt jemals existiert hat oder der Einbildung der Antidepressiva nehmenden Frau entstammt.
Meinung zum Film:
Thriller, in denen es darum geht, dass eine Person, die gerade noch im vollen Leben stand, plötzlich spurlos verschwindet, gibt es zuhauf. Auch den zusätzlichen Twist, dass dann außerdem niemand etwas von ihr gesehen zu haben scheint, sich nicht an sie erinnern kann und sie scheinbar gänzlich nie existiert hat, hat man bereits des Öfteren gesehen. Ein bekanntes und recht gut inszeniertes Beispiel dafür (wenngleich mit etwas durchwachsener Story) ist "Die Vergessenen" mit Julianne Moore. Gegenüber der Hollywoodproduktion aus dem Jahr 2004 hat der Direct-to-Video-Film "Ohne jede Spur" den Vorteil, dass hier als Auflösung keine seltsamen Außerirdischen geboten werden,doch vielleicht hätten diese dem reichlich gemächlichen Thriller sogar ganz gut getan.
Der Film beginnt damit, dass Mary (Brittany Murphy, "8 Mile") ihren Freund Kevin (Dean Cain, "Superman - Die Abenteuer von Lois & Clark") beim Krankenhaus absetzt und ihn kurz darauf auch noch in einem Behandlungszimmer sieht, wo er Anmeldeunterlagen ausfüllt. Sie geht einen Kaffee trinken, kommt zurück und Kevin ist verschwunden. In Anbetracht einer Laufzeit von knapp 85 Minuten ist nachvollziehbar, dass diese Einführung innerhalb einiger weniger Szenen geschieht. Was dann allerdings nicht mehr nachvollziehbar ist, ist, dass nun geschlagene zwei Drittel des Films vergehen, in denen rein gar nichts passiert, außer dass Mary im Krankenhaus herumläuft und nach Kevin sucht. Dabei bekommt sie es unter anderem mit der Krankenhauschefin Markham (Mimi Rogers, "Lost in Space"), dem Sicherheitsbeamten Holloway (Scott Anthony Leet) und dem Polizisten Franklin (Jay Pickett) zu tun, bis sie schließlich dem Psychiater Dr. Bensley (Peter Bogdanovich, "Die Sopranos") vorgestellt wird, weil man an ihrem Verstand zweifelt. Eigentlich ist das ganz clever gemacht und auch der Zuschauer fragt sich irgendwann, ob Kevin nicht vielleicht doch nur in Marys Einbildung existiert, doch 50 von 85 Minuten damit zu verbringen, ist einfach zu viel, das Ganze hätte deutlich straffer inszeniert werden müssen.
Irgendwann um die 50. Minute herum kommt es dann endlich dazu, dass man einen Hinweis auf den Verbleib Kevins bekommt, doch wirklich spannender wird die Handlung dadurch nicht, eher im Gegenteil. Die wahren Hintergründe von Kevins Verschwinden werden ohne wirklichen Klimax in ein paar Minuten abgehandelt und dann kommt auch noch Detective Franklin dank eines überaus albernen Zufalls der Wahrheit hinter dem mysteriösen Verschwinden auf die Spur und macht sich auf, um den Tag zu retten. Fertig. Mit einem überzeugenderen Drehbuch hätte aus "Ohne jede Spur" sicherlich ein ganz netter Thriller werden können. So ist nun aber bezeichnend für den Film, dass die Szenen während der ersten zwei Drittel des Films, in denen Mary nach ihrem Freund sucht, deutlich fesselnder ausfallen (obwohl sie so langgezogen sind) als der eigentliche Spannungsbogen um den Verbleib Kevins. Daher verwundert es auch nicht, dass die Charakterzeichnung ebenfalls keine Preise gewinnen wird. Fast alle Nebenfiguren stammen aus der Klischee-Mottenkiste und werden von ihren Darstellern recht gelangweilt gespielt. Das gilt auch für Kevin, dabei ist Dean Cain sonst eigentlich ein besserer Schauspieler. Einzig die kurz nach dem Dreh an Herzversagen verstorbene Brittany Murphy kann mal wieder als verstörte junge Frau überzeugen und liefert als Mary eine glaubhafte Darstellung ab. Wirklich sehenswert wird der Film dadurch aber auch nicht mehr und bleibt somit wohl in erster Linie für Fans der mitwirkenden Schauspieler interessant.
Digitale Aufarbeitung:
"Ohne jede Spur" hinterlässt einen durchwachsenen Eindruck auf Blu-ray. Der Transfer liegt zwar in der vollen HD-Auflösung vor, allerdings nicht im progressiven Format (1080p), sondern nur in 1080i, also interlaced. Dies macht sich an gelegentlich recht starkem Kantenflimmern bemerkbar, außerdem ist die Schärfe zwar die meiste Zeit über recht gut, bietet aber besonders im Detailbereich Verbesserungspotenzial. Das Bild rauscht ziemlich stark, in den dunklen Szenen ist zudem gelegentlich auch deutliches Farbrauschen wahrzunehmen, was auf ein digitales Aufnahmeverfahren hindeutet. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in dts-HD Master Audio 7.1 vor. Beide Spuren bieten gut verständliche Dialoge und eine stimmungsvoll abgemischte Hintergrundmusik. Das Geschehen bleibt dabei allerdings recht frontlastig. Großartige Effekte sollte man nicht erwarten, schon gar keine direktionalen.
Bonusmaterial ist nicht vorhanden.
Fazit:
"Ohne jede Spur" hätte das Potenzial zu einem spannenden Thriller gehabt, dem wurde jedoch von dem äußerst schwachen Drehbuch ein Strich durch die Rechnung gemacht. Besonders die Dramaturgie ist äußerst lahm, der eigentliche Spannungsbogen wird erst nach zwei Dritteln des Films aufgebaut - ohne dabei wirklich spannend zu werden. Auf gelungene Charakterzeichnung sollte man ebenfalls nicht hoffen, darum geben sich die Darsteller auch gar nicht erst große Mühe, nicht gelangweilt zu wirken. Lediglich Brittany Murphy kann in ihrer Hauptrolle überzeugen, für ein gelungenes Filmerlebnis reicht dies aber trotzdem nicht. Die Blu-ray bietet technisch mittelmäßige bis gute Qualität, Bonusmaterial ist nicht vorhanden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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84:34 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 7.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 7.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Ohne jede Spur
Abandoned
Spannungarmer Thriller ohne Höhepunkte
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010 Regie: Michael Feifer Drehbuch: Peter Sullivan Darsteller: Brittany Murphy, Dean Cain, Mimi Rogers, Peter Bogdanovich, Jay Pickett, Tim Thomerson, Scott Anthony Leet, America Young
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 07.04.2011
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