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DVD-Besprechung - Serie in Schwarz - Die Thriller-Collection

Story:
Die Abgründe der menschlichen Seele üben eine Faszination aus, der sich kaum einer so leicht entziehen kann. Aus diesem Grund ist der Kriminalroman mit all seinen Untergattungen wohl auch eines des beliebtesten Genres der modernen Literatur. Die „Serie in Schwarz“ präsentiert dieses Genre in visualisierter Form und verbindet in bester französischer Tradition zwei Medien miteinander: Buch und Film.

Meinung zum Film:
Die „Serie in Schwarz“ ist eine Sammlung von acht französischer Thrillern, deren Themen unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Verbindende ist jedoch nicht der Plot, in diesem Fall, das Verbrechen, sondern der schwarze Humor, der das Genre des Krimis nicht nur aufwertet, sondern auch um die Note der Ironie und des Makabren verfeinert. Der stilistische Aufbau der einzelnen Filme ist stark an die jeweiligen Romanvorlagen gekoppelt, was allerdings nicht verwundern sollte, da Buchautoren und Filmemacher bei diesem Projekt eng zusammen gearbeitet haben. Das macht sich auch durch die Tatsache bemerkbar, dass alle Regisseure der „Serie in Schwarz“ gleichzeitig auch an den jeweiligen Drehbüchern mitgearbeitet, oder sie sogar selbst geschrieben haben. Literarisch geht die „Serie in Schwarz“ zurück auf die Romanreihe „Suite Noire“, die von Jean-Bernard Pouy in Leben gerufen wurde. Pouy gewann für dieses Projekt bekannte französische Künstler wie Kriminalautoren u.a. Didier Daeninckx, Laurent Martin, Josè-Louis Bocquet, Romain Slocombe und Marc Villard. Durch die enge Kooperation der beiden Medienmacher, gelang es, visualisierte Kriminalromane in Perfektion zu schaffen.

Auch wenn sich die Themen der acht  Filme unterscheiden, letztlich kann man sie in zwei Kategorien einteilen: die humorvoll Makabren und die brutal Realistischen. Gleich der erste Film der Reihe „Nächste Ausfahrt Mord“ („Laurent Bonhuik“) zählt zu den humorvollen, denn er erzählt die Entwicklung des Geschäfts-, und Biedermanns Gabriel (Manuel Blanc) zu einem Serienkiller wider Willens. „Die Königin der Pfeifen“ (Guillaume Nicloux) dagegen berichtet über die unglücklichen Geschäfte des Transsexuellen „Annabelle“ (Clèment Hervien-Lèger), dessen einziger Wunsch eine Geschlechtsumwandlung ist, der jedoch im entscheidenden Moment lieber „seinen Mann steht“, um den Kopf noch aus der Schlinge zu ziehen. Der sicherlich humorvollste Film ist „Das Tamtam der Gefühle“ (Claire Devers), der die Geschichte des Unglücksraben Ambroise erzählt. Laurent Stocker, der spätestens mit dem Film „Zusammen ist man weniger allein“ (Claude Berri) auch in Deutschland zu einem größeren Bekanntheitsgrad fand, überzeugt in der Darstellung des naiven und ungeschickten Ambroise, der sich nichts anders als finanziellen Wohlstand ersehnt, dabei aber von einem Unglück in das nächste stolpert, bis er sich entschließt seinem Schicksal entgegen zu treten. Aber auch in „Schönheit muss Sterben“ (Brigitte Roüan) überzeugt vielmehr der Humor als die Gewaltszenen, denn hier wird dem Detektiv Corbucci, verkörpert von dem Newcomer Ysaè, ein Sidekick in Form einer Stimme aus dem Jenseits beigegeben.

Die Kategorie der Brutalen wird am Besten verkörpert durch „Schießen sie auf den Weinhändler“ (Emanuelle Bercot). In der Geschichte verkörpert Nils Arestrup („Ein Prophet“) den sadistischen Gaumenfanatiker Gerard, der für die perfekte Mahlzeit sogar über Leichen geht. In „Papas Musik“ verursacht der Ehrgeiz des mittellosen Musikproduzenten Jules, verkörpert durch Antoine Chappey, ein ungeahntes und unerwartetes Drama. Korruption und Gewaltbereitschaft der Polizei wird in „Nur DJs gibt man den Gnadenschuss“ (Orso Miret) verarbeitet. Der sozialkritischste Film ist jedoch „Die Stadt beißt“ (Domenique Cabrera), der die Geschichte der illegalen Einwanderin Sara, hervorragend verkörpert durch Aissa Maiga („Keine Sorge, mir geht’s gut“) erzählt. Hier wird schonungslose über die Zustände in den Rotlichtvierteln von Paris berichtet, insbesondere über das Elend und das Leid junger illegaler Einwanderinnen, die auf der Suche nach einer neuen Heimat und finanzieller Absicherung in die Hände brutaler Menschenhändler geraten. Insgesamt gesehen decken die Handlungen der acht Filme, von Mord bis Vergewaltigung, Raub bis Erpressung, Prostitution bis Hehlerei, Betrug bis Korruption, jedes Thema der aktuellen Kriminalität ab und bieten dem Zuschauer somit einen guten Überblick über die Verbrechen dieses Jahrhunderts.

Digitale Aufarbeitung:
Auch wenn das Bild manchmal ein wenig grobkörnig wirkt, ist es doch im Großen und Ganzen gut erkennbar. Die Bildschärfe bewegt sich auf einem guten Niveau und auch die Kontrastwerte verlaufen angenehm ausgewogen. Die Farbqualität ist gut, bewegt sich jedoch in den grau-grün Tonbereich, was jedoch zum großen Teil der Optik der Filme selbst zu zuschreiben ist. Der Ton ist klar und verständlich und erklingt gleichmäßig aus allen Boxen.

Jeder Film hat einen für sich eigen gestalteten Bonuspart. Zumeist sind das 8-9 minütige Interviews mit den Regisseuren oder Hauptdarstellern der jeweiligen Filme. Zu dem Film „Die Stadt beißt“ gibt es ein kurzes Making-Of des Showdown, in dem die Special Effects besprochen werden. Die DVD-Box selbst enthält zudem ein kleines Booklet mit kurzen Beschreibungen der Filme und der Crew. Außerdem hat Edel-Motion die Box noch mit einem hochwertigen Hard-Cover-Schuber ausgestattet, an dem lediglich das aufgedruckte FSK-Logo ein wenig stört.

Fazit:
„Die Serie in Schwarz“ ist eine fantastische Thriller-Collection, die sich nicht nur mit leichter Kost beschäftigt. In den acht Filmen werden unterschiedliche Themen behandelt, die teilweise mit viel schwarzem Humor erzählt werden, sich aber auch nicht scheuen Sozial- und Gesellschaftskritik aus zu üben. Gleichzeitig gelingt auch, wie sonst selten, die Kooperation zwischen Buchvorlage und Film, was die Qualität der Serie nur zu Gute kommt. Glaubwürdige und talentierte Darsteller und engagierte Regisseure sorgen für ein erstklassiges Filmvergnügen, nicht nur für eingefleischte Krimifans.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
8 Filme à ca. 60:00 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Französisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Interviews mit dem Schauspieler Maunel Blanc und Clèment Hervien-Lèger
  • Interviews mit den Regisseuren Emanuelle Bercot, Partick Grandperret, Orso Miret, Claire Devers und Brigitte Roüan
  • Interview mit dem Drehbuchautor Jean-Louis Benoit
  • Making Of der Special-Effects von "Die Stadt beißt"
Serie in Schwarz - Die Thriller-Collection - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Nächste Ausfahrt Mord / Schießen sie auf den Weinhändler / Papas Musik / Nur DJs gibt man den Gnadenschuss / Die Königin der Pfeifen / Das Tamtam der Angst / Schönheit muss sterben / Die Stadt beißt
Vitrage à la corde / Tirez sur le Caviste / La Musique de Papa / On achève bien les Disc-Jockeys / La Reine des Connes / Envoyez la fracture / Le dèbarcadère des Anges / La ville Mord

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Verbrechen lohnt sich nicht immer!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2008 / 2009
Regie:
Laurent Bonhuik, Emanuelle Bercot, Patrick Grandperret, Orso Miret, Guillaume Nicloux, Claire Devers, Brigitte Roüan, Domenique Cabrera
Drehbuch:
Bibi Naceri, Laurent Bonhuik, Emanuelle Bercoot, Patrick Grandperret, Josè-Louis Bocquet, Emilie Grandperre, Orso Miret, Guillaume Nicloux, Nathalie Lenthreau, Claire Devers, Jean-Louis Benoit, Brigitte Roüan, Santiago Amigorena, Domenique Cabrera, Olivie
Darsteller:
Manuel Blanc, Jackie Berroyer, Karole Rocher, Bibi Naceri, Marie-Lorna Vascousin,Moon Dailly, Julie-Marie Parmentier, Nils Arestrup, Christine Citti, Pierre-Felix Graviere, Pierre Berrian, Lise Lamètrie, Jean-Bernard Pouy, Antoine Chappey, Lèo Grandperret, Agnès Soral, Marilyn Canto, Florence Thomassin, Eric Defosse, Lubna Azabal, Francis Renaud, Yann Trègouet, Jean-Quentin Chatelain, Chad Chenonga, Yann Goven, Alain Figlarz, Clèment Hervien-Lèger, Pascal Bongard, Yves Verhoeven, Nicolas Jonhet, Hèléne Alexandridis, Pascal Bonitzer, Laurent Stocker, Clotilde Hesme, Lèa Drucker, Michel Anmont, Judith Chemla, Hervè Pierre, Annick Roux, Ysaè, Gèrard Meylan, Sarah Biasini, Maeva Pasquali, Sofiane Belmonden, Christophe Carotenuto, Aissa Maiga, Samir Guesmi, Laurentine Milebo, Alain Dzukam-Simo, Habibon Dembèlé, Kadi Diarra

Label Deutschland :
edel motion
Verkaufsstart Deutschland :
25.03.2011