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DVD-Besprechung - Zombies Anonymous

Story:
Josh (Joshua Nelson) erschießt in rasender Wut seine Freundin Angela (Gina Ramsden). Was er jedoch nicht weiß: seit einiger Zeit können kürzlich Verstorbene nicht wirklich sterben und versuchen nun als Zombies in der Welt der Lebenden ihren Platz zu finden. Dieses Schicksal blüht nun auch Angela, deren Geist zwar vollkommen intakt, ihr Körper jedoch bald schon erste Anzeichen von Verwesung zeigt. Aber schon bald stellt sich heraus, dass das die Menschen nicht gerade positiv auf die Zombies reagieren. Als immer mehr Untote ihren Job verlieren und sogar Opfer von aggressiven Übergriffe werden, beschließt Angela sich der Selbsthilfegruppe, den „Anonymen Zombies“, beizutreten. Hier kann sie sich nicht nur über ihre Alltagssorgen aussprechen, sondern bekommt sogar wertvolle Tipps, z.B. wie man „lebendiger aussieht“. Doch Überlebenstipps allein helfen nicht immer, vor allem nicht, wenn es fanatische Zombiekiller gibt, die nur nach einem Motto handeln: nur ein zerhackter Zombie ist ein guter Zombie!

Meinung zum Film:
Die Handlung von Marc Frattos („Hellfire“)„Zombies Anonymous“ hat einen wirklich gut durchdachten Plot. Die frisch Verstorbenen laufen nicht schlafwandelnd durch die Gegend wie die Zombies aus den 70ern, z.B. in „Zombie“ (George A. Romero), aber auch nicht so hirnlos wie in „28 Days Later“ (Danny Boyle), sondern sind geistig voll da und was noch wichtiger ist, sie haben keinen unstillbaren, unkontrollierbaren Hunger nach Menschenfleisch, da sich ihre moralischen und humanitären Gefühle nicht geändert haben. Es sind demnach nicht die Zombies, die den Horror verursachen, sondern die Lebenden, die sich zu Gräueltaten hinreißen lassen, um die Überlegenheit ihrer Rasse zu demonstrieren. So werden die üblichen Gegebenheiten von Zombiefilmen auf den Kopf gestellt, ohne das Genre lächerlich zu machen.

Die Schauspielerin Gina Ramsden („Strange Things Happen at Sundown“) verkörpert ihre Rolle als einsame und verzweifelte Angela hervorragend. Sie transportiert die Gefühle der Figur authentisch und wirkt in den Kampfszenen nicht verkrampft. Gleiches kann man von Joshua Nelson („Hellfire“) sagen, der die Rolle des psychopathischen und sadistischen Josh spielt. Die Ambivalenz seiner Rolle, die hin und her gerissen ist zwischen der Liebe zu seiner Freundin und seinen Gewaltfantasien werden glaubwürdig verkörpert und diese Leistung kann Nelson auch während der extremen Spatterszenen aufrecht erhalten. Christa McNamee („Netherland“) spielt die fanatische Zombiehasserin und Anführerin einer Para-Militärgruppen, in der sie nur als der „Commander“ bekannt ist. Ihre militärische Härte und ihr fanatischer Hass lässt den Zuschauer vor Angst und Ekel wahrhaftig erschaudern.

Die Spatterszenen im Film sind nicht unbedingt harmloser Natur. Besonders im letzten Drittel fliegen geradezu die Haut-, und Gedärmefetzen und es fließt literweise Blut. Dabei wurde besonders auf die Bodymasken großen Wert gelegt, die zur keiner Zeit künstlich, oder sogar übertrieben wirken. Die Schnitte sind präzise und stimmig geführt, so dass das Geschehen der Handlung nahtlos und vor allem glaubwürdig seinen Lauf nehmen kann. Trotz der Tatsache, dass es sich bei dem Film um eine Low-Budget-Produktion handelt, die sich vor allem bei der zum Teil suboptimalen Kameraführung bemerkbar macht, ist es ein gut gemachter und vor allem kreativer Film. Marc Fratto, der nicht nur Regie führte, sondern auch als ausführender Produzent und Drehbuchautor fungierte, war durch diese vielen Funktionen anscheinend nicht überfordert, sondern hatte somit freie Hand, seine Kreativität voll auszuschöpfen. So konnte der Film auch zu der durchgehenden Einheit werden, die den Zuschauer begeistert.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist, trotz leichter Körnung, im Großen und Ganzen gut und klar erkennbar. Diese Qualität kann die Farbqualität jedoch nicht aufrecht erhalten. Hohe Farbintensität sorgt dafür, dass die Gesichter teilweise unnatürliche Verfärbungen annehmen. Der Kontrast verläuft auch nicht immer ausgewogen und ist teilweise zu tief, was bei Nachteinstellungen zu Unschärfe führt. Der Ton lässt vor allem am Anfang zu wünschen übrig. Er klingt dumpf und scheint nur aus den hinteren Boxen zu kommen. Dazu addiert sich noch ein Hintergrundrauschen, das dazu führt, dass Dialoge nicht immer klar verständlich sind. Im Laufe des Films nimmt diese Störung jedoch ab und verschwindet letztlich ganz.

Als Extras sind lediglich einige entfallende Szenen vorhanden, die für die Handlung jedoch nicht unbedingt wichtig sind.

Fazit:
„Zombies Anonymous“ hat einen kreativen Plot und glaubwürdige Hauptdarsteller. Trotz des knappen Budgets ist es den Machern gelungen einen guten Splatterfilm zu kreieren, der nicht nur Freunden des Fans gefallen könnte. Ein wirklich gelungenes Filmereignis, dessen einziges Manko eine mangelhafte Kameraführung zu sein scheint.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
91:15 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Entfallene Szenen
Zombies Anonymous - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Zombies Anonymous
Last Rites of the Dead

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Mein Nachbar der Zombie!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Marc Fratto
Drehbuch:
Marc Fratto
Darsteller:
Gina Ramsden, Joshua Nelson, Christa McNamee, Gaetano Iacono, Constantine Taylor, J.Scott Green, Mary Jo Verruto, Kevin T. Collins, James E. Smith, Amy Margaret, Shannon Moore, Jocasta Brian, Joseph DeVito, Lincoln Cabrerra, Mandi Bradburry, Marc Hofrichter

Label Deutschland :
Movie Power
Verkaufsstart Deutschland :
14.04.2011