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DVD-Besprechung - Paradox

Story:
Sean Nault (Kevin Sorbo) arbeitet bei der Mordkommission in einer von Magie bestimmten Parallelwelt der Erde. Ausgerechnet ihm fällt es zu in einem Mordfall zu ermitteln, bei dem offensichtlich in dieser Welt verpönte, technologische Hilfsmittel benutzt wurden, was die Ermittlungen deutlich erschwert und unorthodoxe, nicht-magische Aufklärungsmethoden erfordert. Dabei hilft ihm neben seiner Geisterbeschwörer-Kollegin Helen (Alisen Down) vor allem die als Pragmatikerin bekannte Lenore (Steph Song). Spätestens als Sean jedoch an den mittlerweile 130 Jahre alten Erzmagier Winston Churchill (Alan C. Peterson) gerät, wird deutlich, dass in diesem Fall nicht weniger auf dem Spiel steht, als das Schicksal beider Parallelwelten.

Meinung zum Film:
„Paradox“ ist eine kanadische Science-Fiction-/Fantasyproduktion aus dem Jahr 2010 und basiert auf der gleichnamigen, vierteilen Comic-Reihe des Amerikaners Christos N. Gage aus dem Jahr 2005, der auch, wie bereits bei „Dark Species – Die Anderen“, zusammen mit Ruth Fletcher das Drehbuch schrieb. Interessanterweise war „Paradox“ ursprünglich bereits als Drehbuch konzipiert und keineswegs als Comic. Der Autor war jedoch der Meinung, eine Verfilmung wäre aufgrund des großen Aufwands finanziell nicht zu realisieren gewesen. Trotzdem wagte sich der zumindest im TV-Bereich mit Science-Fiction gut vertraute Regisseur Brenton Spencer („Sanctuary – Wächter der Kreaturen“) mit offensichtlich sehr geringem Budget an die Realverfilmung der Vorlage heran. Die Hauptrolle übernimmt der vor allem durch die „Hercules“-TV-Serie bekannte Kevin Sorbo, die liegt allerdings mittlerweile auch schon mehr als 10 Jahre zurück. Weitere größere Rollen spielen Steph Song („Frozen – Etwas hat überlebt“), Christopher Judge („Stargate Kommando SG-1“), Alisen Down („Battlestar Galactica“) und Alan C. Peterson („ZOS – Zone of Separation“).

„Paradox“ entwirft das Panorama einer Welt, die von Magie bestimmt wird und über ein Portal mit einer wissenschaftsbasierten Parallelwelt, unserer heutigen Erde, verbunden ist. Der Film bewegt sich dabei zeitlich etwa im Entstehungsjahr der Comicvorlage, also um 2005 herum. Diese zeitliche Verortung sahen die Verantwortlichen offensichtlich als geeignet an, um die Produktion trotz der deutlichen Budgeteinschränkungen halbwegs zeitgenössisch zu realisieren, zumal der Film eben auch zum Teil auf unserer heutigen Erde spielt. Was dabei sündhafterweise aber leider völlig vernachlässigt wurde, ist der Entwurf einer alternativen, magiegestützten Gesellschaft, in der Technologie verpönt ist. Stattdessen ergeht sich der Film aus Sparsamkeit vor allem in Innenraumszenen, wobei deren Ausstattung nicht anders aussieht als in heutigen Produktionen. Außenszenen werden hingegen meist nur durch schlecht gemachte, statische Computerhintergründe angedeutet. Warum aber in einer magischen Welt Polizeibeamte beispielsweise trotzdem alle Chrysler 300C fahren bleibt nur eine von vielen offenen Fragen und Aneinanderreihungen von Logikfehlern. Als weiteres Beispiel sei hier Seans Partnerin Lenore genannt, die magisch weitgehend unbegabt ist, jedoch ausgerechnet in der Parallelwelt, die angeblich durch die dortige hohe Eisenkonzentration Magie unterdrückt, einen Minotaurus zum Leben erweckt.

Das grundsätzliche Problem von „Paradox“ ist jedoch bereits die Optik, die vor allem das niedrige Budget betont und bestenfalls den Eindruck einer x-beliebigen, uninspirierten TV-Serie hinterlässt, von Comicfeeling keine Spur. Daran können auch die unbeholfenen Szenenüberleitungen im Comicstil und die sehr schwachen CGI-Effekte nichts mehr ändern. Überhaupt wurde für eine so kleine Produktion ein viel zu großes Fass aufgemacht, tummeln sich hier doch nicht nur Magier, Zombies und Werwölfe, sondern auch noch fliegende Pferde und Hologramme. Diese Diskrepanzen zwischen kreativem Anspruch und Bildschirmwirklichkeit erweckt beim Zuschauer nie wirklich den Eindruck sich im Science-Fiction- oder Fantasy-Genre zu bewegen. Auch Sorbos Bogart-Optik, mit Trenchcoat und Hut, wirkt in diesem Film völlig deplaziert. Leider agieren die Darsteller durchweg lediglich auf solidem TV-Niveau, wobei das Drehbuch erschreckend phantasielos und vorhersehbar ausgefallen ist. Somit kommen hier leider nichtmal Trashfans auf ihrer Kosten, da die Produktion sich einfach zu uninspiriert und humorlos präsentiert. Durch das höhepunktsarme, sich dahinschleppende Drehbuch wirken letztendlich selbst die nur knapp über 80 Minuten Spielzeit wie eine gefühlte Ewigkeit.

Digitale Aufarbeitung:
Bildtechnisch macht „Paradox“ einen soliden Eindruck und erinnert an TV-Produktionen neueren Datums. Schärfe, Kontrast und Farbgebung bewegen sich alle auf einem guten Niveau, Comicatmosphäre kommt jedoch angesichts der bieder wirkenden Optik niemals auf. Bildrauschen fällt nicht sonderlich ins Gewicht. Akustisch wirkt die DVD trotz vier wählbarer Tonspuren nicht besonders überzeugend. Die Verständlichkeit ist grundsätzlich gut, leider wurden aber die Dialoge im Verhältnis zu den teilweise störenden Soundeffekten und der unspektakulären Musikuntermalung zu dezent abgemischt und werden zeitweise übertönt. Weiterhin wirkt die akustische Untermalung alles andere als dynamisch und die wenigen Actionszenen klingen einfach nur ärmlich und kraftlos. Zudem hinterlässt die deutsche Synchronisation nur einen durchschnittlichen Eindruck, gewöhnungsbedürftig ist auch Kevin Sorbos ungewohnte und auch eher unpassende Synchronstimme.

Auf der DVD befindet sich lediglich der englischsprachige Originaltrailer zum Film. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
Das Szenario von „Paradox“ hätte vor allem zwei zentrale Elemente benötigt, eine comichafte Optik nebst einem durch entsprechendes Budget zu realisierenden, alternativen Gegenwartsszenario, und ein phantasievolles Drehbuch mit zu betonenden Alleinstellungsmerkmalen dieser magischen Parallelwelt. Stattdessen ergeht sich der viel zu niedrig budgetierte Streifen jedoch in dröger TV-Optik, Logikfehlern, wenig mitreißenden Darstellern, einem vorhersehbar-uninspirierten Drehbuch, schwachen Actionsequenzen und teils wirklich peinlichen CGI-Effekten. Technisch macht die DVD einen soliden Eindruck, an Bonusmaterial mangelt es jedoch.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
82:36 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Englischsprachiger Originaltrailer
Paradox - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Paradox
Paradox

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Phantasielos, kraftlos, unterbudgetiert...


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada, 2010
Regie:
Brenton Spencer
Drehbuch:
Ruth Fletcher, Christos N. Gage (basierend auf einem Comic von Christos N. Gage)
Darsteller:
Kevin Sorbo, Steph Song, Christopher Judge, Alan C. Peterson, Alisen Down, Jerry Wasserman, Michael St. John Smith, David Richmond-Peck

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
19.04.2011