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Blu-ray-Besprechung - Fink!

Story:
Ein paar Computerhacker haben die Idee, durch das Abzweigen von Centbeträgen von Überweisungen ans große Geld zu kommen. Dummerweise machen sie bei der Ausführung ihres eigentlich cleveren Plans allerdings Bekanntschaft mit dem Gangsterboss Fink (David Wheeler), der auf der Suche nach ein paar Typen ist, die ihn übers Ohr gehauen haben. Es kommt zu allerlei Missverständnissen, bei denen auch noch zwei Auftragskiller und ein Undercover-Polizist mitmischen. Und bald hält jeder für jeden - nur nicht für denjenigen, der er tatsächlich ist.

Meinung zum Film:
Es ist ja nichts Neues, dass die "Jugendsünden" der Topstars irgendwann ans Licht kommen, sobald sich diese in Hollywood einen Namen gemacht haben. Arnold Schwarzeneggers "Herkules in New York" hätte es sicherlich ohne den späteren enormen Bekanntheitsschub des Österreichers nie auf DVD geschafft - und nun ist offensichtlich Neustar Sam Worthington, der spätestens seit "Avatar" und "Terminator: Die Erlösung" den meisten Filmfans ein Begriff sein dürfte, an der Reihe. "Fink!" ist eine kleine australische Produktion aus dem Jahr 2005, für die man sich vermutlich mittlerweile nicht mal mehr in ihrem Herkunftsland interessieren würde, wenn ... ja, wenn nicht eben Sam Worthington mitspielen würde. Den Hunger der Fans nach Filmen mit ihrem Star zu stillen, war wohl auch das Ziel von Savoy, die den Gangsterstreifen jetzt in DVD- und Blu-ray-Form nach Deutschland geholt haben.

Wenn man auf dem Cover einen recht plakativen Aufkleber vorfindet, der darauf hinweist, dass der vor einem liegende Film von jemandem stammt, von dem man zwar noch nie gehört hat, der aber trotzdem die "australische Antwort auf Quentin Tarantino" sein soll, wird man automatisch schon mal etwas misstrauisch. So zeigt sich nach kurzer Recherche dann auch, dass Tim Boyle - so der Name besagter Person - bislang lediglich bei zwei anderen Filmen Regie geführt hat, die beide genauso unbekannt sind wie "Fink!". Wie man bei zwei Komödien, die sich um Exfreundinnen und Kino-Platzanweiser drehen, dann auch noch ausgerechnet auf den Tarantino-Vergleich kommt, bleibt doch irgendwo etwas schleierhaft. Ja, die Story von "Fink!" selbst geht zwar minimal in Richtung Tarantino, ist aber deutlich mehr von Guy Ritchie beeeinflusst und so bekommt man hier dann auch einen relativ schlechten Abklatsch von "Snatch - Schweine und Diamanten" geboten.

Neben den so gut wie nicht vorhandenen darstellerischen Leistungen, der plakativen Möchtegern-Coolness und den vor Klischees triefenden Figuren sorgt vor allem eins dafür, dass der Film so unanschaubar wird: das Drehbuch. Die Inhaltsangabe auf dem Cover spricht davon, dass sich die Schicksale der einzelnen Charaktere "über verworrene Wege" kreuzen, das ist allerdings noch sehr euphemistisch ausgedrückt. Die komplette Handlung ist ein einziges verworrenes Wirrwarr. Im Prinzip geht es darum, dass zwei Killer (von denen einer von Worthington gespielt wird) von Gangsterboss Terence Fink (David Wheeler) darauf angesetzt werden, einige notorische Nichtzahler, die bei ihm Schulden haben, aus dem Weg zu räumen. Fink selbst ist allerdings das Ziel von ein paar Kleinkriminellen, die ihn ausnehmen wollen. Man gebe ein paar Hacker, eine untreue Ehefrau und einen Undercover-Cop mit hinzu - und schon hat man anderthalb Stunden mit völlig uninterssanter, ununterhaltsamer Handlung gefüllt, durch die keiner mehr durchblickt und die größtenteils aus Missverständnissen besteht. So bleibt "Fink!" selbst für Fans von Sam Worthington ein nur schwer anschaubarer Streifen und man schaut sich lieber noch mal einen echten Guy-Ritchie- oder Quentin-Tarantino-Film an als dieses unausgegorene australische Imitat.

Digitale Aufarbeitung:
"Fink!" wurde in HD gedreht und macht auf Blu-ray eine optisch recht gute Figur, wenngleich das Bild eher an eine billige TV-Soap als an einen Spielfilm erinnert. Der Transfer ist ziemlich scharf, auch noch im Detailbereich, und die Farben wirken kräftig und natürlich. Rauschen zeigt sich in den meisten Szenen in nicht allzu auffälligem Umfang, einige Innenaufnahmen sind allerdings doch sehr stark körnig. Als problematisch stellt sich außerdem der Kontrast heraus, der etwas zu steil ist und in dunklen Szenen Details verschluckt, während helle Flächen zu Überstrahlungen neigen. Der Ton liegt auf Deutsch in dts-HD Master Audio 5.1 vor, außerdem bekommt man noch eine Version in Dolby Digital 2.0 geboten, das Format, in dem auch die englische Originalfassung zu hören ist. Die zahlreichen Dialoge sind in allen Fassungen gut verständlich, bei der 5.1-Spur fällt allerdings auf, dass diese sehr frontlastig abgemischt wurde, was auf einen Upmix hindeuten könnte.

Als Bonusmaterial gibt es lediglich den Trailer zum Film.

Fazit:
"Fink!" versucht, eine australische Version der Gaunerkomödien von Quentin Tarantino und besonders Guy Ritchie zu sein, scheitert dabei aber kläglich. Die Figuren sind zu klischeehaft und uninteressant, die darstellerischen Leistungen zu schlecht und die Handlungsstränge einfach nur vollkommen unnötig verworren. Fans von Sam Worthington werden vielleicht mal einen Blick riskieren, alle anderen greifen lieber zu Altbewährtem wie "Snatch" oder "Bube, Dame, König, Gras". Zumindest technisch macht die Blu-ray aber eine nicht allzu schlechte Figur und kann mit recht guter Bildqualität aufwarten.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
92:17 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Fink! - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Fink!
Fink!

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Billiges, ununterhaltsames Guy-Ritchie-Imitat


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australien, 2005
Regie:
Tim Boyle
Drehbuch:
Tim Boyle
Darsteller:
Sam Worthington, Steve Bastoni, John Boxer, Jason Crewes, Brett Stiller, Ben Dalton, Selwyn Pretorius, Brian Cobb

Label Deutschland :
Savoy Film
Verkaufsstart Deutschland :
29.04.2011