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Blu-ray-Besprechung - Megamind
Story:
Nachdem Superschurke Megamind (Bastian Pastewka) seinen Erzfeind, Superheld Metro Man (Oliver Welke) endlich vernichten konnte, scheint ein tolle Zeit für ihn anzubrechen. Doch schon recht bald stellt er fest, dass ein Superschurke ohne Superhelden nur halb soviel wert ist. Zusammen mit seinem treuen Freund Minion (Oliver Kalkofe) findet er dann aber einen Weg, einem Menschen die Superkräfte von Metro Man zu übertragen. Auch in Sachen Liebe scheint sich das Dunkle am Himmel zu lichten, nachdem Megamind in seiner Verkleidung als Bernard (Oliver Rohrbeck) das Herz der schon lange angebeteten Starreporterin Roxanne Ritchi (Vera Teltz) zu erobern scheint. Dies hat jedoch ein jähes Ende, als Hal Stewart (Tobias Müller), der Kameramann von Roxanne, durch einen Unfall die Superkräfte von Metro Man bekommt und gar nicht daran denkt, gegen das Böse zu kämpfen. Ganz im Gegenteil.
Meinung zum Film:
Nachdem Ende 2009 DreamWorks mit „Monster und Aliens“ bereits eine Superheldenparodie in die Heimkinos brachte, steht nun mit „Megamind“ ein ähnlich gelagerter Film in den Regalen. Doch anstatt die Situation aus Sicht der Helden zu beschreiben, konzentrierte sich Regisseur Tom McGrath („Madagascar 2“) auf die Leiden des Bösewichtes. Dabei wird schnell klar, dass dieser alles andere als böse ist. Antriebsfeder für sein Handeln ist vielmehr die Sehnsucht nach Anerkennung und das Finden seines Platzes im Leben, egal was er dafür tun muss. Es ist dabei nie seine Absicht, irgendjemandem zu schaden. Er möchte sich lediglich in einem großen Kampf gegen Metro Man präsentieren und sich anschließend von ihm hinter Gitter bringen lassen. So ist es nicht verwunderlich, dass Megamind die Zuschauer vor den TV-Geräten gleich auf seiner Seite hat und eher der eitle Gockel Metro Man unsympathisch erscheint. Die Geschichte ist für einen ansonsten durchaus kindgerecht angelegten Film vielleicht ein wenig zu erwachsen ausgefallen. Es gibt zwar einige Szenen, in denen die jüngeren Zuschauer lauthals loslachen werden, doch in längeren Sequenzen wird auch immer mal wieder ein ernsterer Ton angestimmt, den sicherlich nicht unbedingt jeder der Heranwachsenden auch wirklich versteht.
Eine der großen Stärken des Films sind die vielen kleinen Einfälle rund um den Helden Megamind. Wie all seine kleinen und großen Erfindungen, die am Ende dann aber nicht immer ganz die erhoffte Wirkung haben. Ein Highlight des Films ist auch sein treuer Weggefährte Minion, bei dem es sich um einen Fisch handelt. Damit dieser ihn begleiten kann, hat Megamind sein Fischglas als Kopf auf einen riesigen, mechanischen Gorillarumpf gesetzt. Der heimliche Star des Films ist sicherlich Reporterin Roxanne Ritchie, die mit ihrer furchtlosen, unerschütterlichen Art nicht nur das Herz von Megamind gewinnen kann, sondern auch das des Publikums. Und so wundert es auch nicht, dass es gerade die Szenen mit Megamind und Roxanne sind, die am besten funktionieren. Wenn sie zu Beginn zum x-ten Mal als Geisel herhalten muss und nach einem Stempel auf ihrer Entführungsopfer-Bonuskarte fragt oder nur noch gelangweilt die einzelnen Bedrohungen Megaminds herunterbetet, ist das allerfeinste Unterhaltungskunst. Ohnehin ist Megamind mit der Zeit immer mehr eine Lovestory, die in einem Superheldenszenario eingebettet ist. Dass der Fokus ein wenig verrückt wird ist aber auch dringend notwendig, da die Figur des Tighten über weite Strecken blass und langweilig bleibt und meist eher für Gähnen als für Lachanfälle sorgt.
In der englischen Sprachfassung wird Megamind vom Meister der überdrehten Komik, Will Ferrell („Buddy – Der Weihnachtself“) gesprochen. In der deutschen Version übertrug man diesen Part passenderweise an Bastian Pastewka („Neues vom Wixxer“), der die Aufgabe mit vergleichbarer Bravour erledigte. Den liebenswert-chaotischen Minion spricht im englischen Original Standup-Comedian David Cross („Kung Fu Panda“), der in der deutschen Variante vom Komikerkollegen Oliver Kalkofe („Neues vom Wixxer“) nicht minder unterhaltsam vertreten wird. Nicht ganz so passend erscheint hingegen die Wahl des Metro-Man-Sprechers. Ist dies im Englischen Brad Pitt („Fight Club“), wird dieser im Deutschen von Oliver Welke („Neues vom Wixxer“) vertont. In weiteren Rollen sprechen Tina Fey („30 Rock“), bzw. Vera Teltz (u.a. die deutsche Stimme von Robin Tunney in „The Mentalist“) Roxanne Ritchi, Ben Stiller („Nachts im Museum“) bzw. sein deutscher Stammsynchronsprecher Oliver Rohrbeck die Rolle des Bernard und Jonah Hill („Männertrip“), bzw. dessen deutsche Synchronstimme Tobias Müller den durchgeknallten Hal, bzw. dessen späteres Alter Ego Tighten. Egal ob der Film in der englischen oder deutschen Sprachfassung läuft, das Ergebnis ist beide Male gut gelungen und sorgt für rundum gute Unterhaltung.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild bietet oberstes Referenzniveau. Die Konturen werden perfekt und messerscharf dargestellt. In Einstellungen mit einer Totalen gibt es unzählige Details zu erkennen und auch bei Nahaufnahmen hat das Auge mehr als genügend Informationen zum Aufnehmen. Die Farben kommen sehr kräftig auf den Schirm, Kontrast und Helligkeit sind so gut darauf abgestimmt, dass ein angenehmer, plastischer Eindruck entsteht. Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 5.1 vor und nutzt auch regelmäßig die Surroundkanäle. Allerdings kann hier nicht an der Referenz gekratzt werden, da in den Actionsequenzen schnell der Eindruck entsteht, dass Potential liegen gelassen wurde. Auch der Tieftöner hätte ein bisschen mehr mit ins Geschehen einbezogen werden können. Aber dies ist schon Jammern auf hohem Niveau und gilt nur im Vergleich mit der Referenz.
Bonusmaterial gibt es reichlich auf der Blu-ray zu finden. Hier gibt es zunächst die Möglichkeit, sich den Film mit Audiokommentar von Regisseur Tom McGrath, den Produzenten Lara Breay und Denise Nolan Cascino, sowie den Drehbuchautoren Alan Schoolcraft und Brent Simons anzuschauen. Weitere filmbegleitende Extras wie die „Animatoren-Ecke“ oder „Fakten zum Film“ liegen lediglich in englischer Sprache vor, genauso wie die Beiträge „Comic Creator“ und „Die Herrschaft von Megamind - Video Comic Buch“. Alle anderen Beiträge sind entweder in deutscher Sprache oder mit deutschen Untertiteln vorhanden. Besonders gelungen ist der 15-minütige Kurzfilm „Megamind: Der Knopf des Verderbens“ der weiteren Spaß mit dem charismatischen Bösewicht und seinem chaotischen Freund Minion bereit hält. In „Noch mehr Megamind“ gibt es kurze Eindrücke von Megamind, seinen Verstecken, Erfindungen und Autos. „Triff die Besetzung von Megamind“ zeigt die englischen Schauspieler, die den einzelnen Figuren ihre Stimme liehen. Es folgt nocht eine kurze „Entfernte Szene“, ein Beitrag über „Die Animatoren“ und mit „In Megaminds Haus“ ein Blick auf die vielen großen und kleinen Einfälle rund um Megamind. Abschließend gibt es noch kleinere Spielereien wie „Du kannst Megamind malen“, den „Mega Rap“ und „Finde den Unterschied“.
Fazit:
„Megamind“ bietet optisch die zu erwartende bunt-überdrehte Superhelden-Popcorn-Mischung aus dem Hause DreamWorks. Die Story gibt sich relativ erwachsen, was nicht zuletzt an der Motivation des Superschurken und seinen ihn quälenden Sorgen zu erkennen ist. Der Humor kommt dabei aber eindeutig alles andere als zu kurz und von daher ist für kurzweilige Unterhaltung für die ganze Familie gesorgt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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95:34 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby True HD 7.1 | Italienisch Dolby Digital 5.1 |
Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Tom McGrath, den Produzenten Lara Breay und Denise Nolan Cascino, sowie den Drehbuchautoren Alan Schoolcraft und Brent Simons
- Megamind: Der Knopf des Verderbens
- Noch mehr Megamind
- Triff die Besetzung von Megamind
- Entfernte Szenen
- In Megaminds Haus
- Die Animatoren
- Du kannst Megamind malen
- Mega Rap
- Finden den Unterschied
- Animatoren-Ecke (Englisch)
- Fakten zum Film (Englisch)
- Comic Creator (Englisch)
- Die Herrschaft von Megamind - Video Comic Buch (Englisch)
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Megamind
Megamind
Überdreht-unterhaltsame Superheldenaction mit überraschend erwachsener Story
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010 Regie: Tom McGrath Drehbuch: Alan J. Schoolcraft, Brent Simons Darsteller: Bastian Pastewka, Oliver Kalkofe, Vera Teltz, Oliver Welke, Oliver Rohrbeck, Tobias Müller
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 04.04.2011
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