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Blu-ray-Besprechung - Buried - Lebendig begraben
Story:
Als Paul Conroy (Ryan Reynolds) aufwacht, herrscht um ihn herum nur Dunkelheit. Er bemerkt, dass er in einen beengten Raum eingesperrt ist. Dank seines Feuerzeugs erkennt er schließlich, dass er lebendig begraben wurde. Mit ihm in dem Sarg ist ein Mobiltelefon, über das ihm sein Entführer mitteilt, dass er 5 Mio. US$ fordert. Sollte die Summe nicht gezahlt werden droht er, ihn in seinem Grab verrotten zu lassen.
Meinung zum Film:
Ein Film über 95 Minuten, bei dem die ganze Zeit über nur ein Mann in einem eingegrabenen Sarg zu sehen ist – kann das wirklich funktionieren, ohne schon nach wenigen Minuten ermüdend und langweilig zu wirken? Diese Frage dürfte sich so mancher stellen, wenn er vom Inhalt von Rodrigo Cortés‘ („The Contestant - Der Kandidat“) zweiten abendfüllenden Spielfilm liest. „Yes, it can!“ lautet die eindeutige Antwort auf diese Frage. Einer der Hauptgründe dafür, dass es eben nicht langweilig oder eintönig wird, ist die beklemmende Atmosphäre, die der Film gleich von der ersten Sekunde an aufbaut. Es beginnt damit, dass der Bildschirm sekundenlang schwarz bleibt und man als Zuschauer genauso wie Paul nur die Dunkelheit wahr nimmt. Als der Film im Kino gezeigt wurde, war klar, dass dieser in einem völlig abgedunkelten Raum zu sehen ist. Doch auch für die heimischen vier Wände ist die Empfehlung eindeutig, den Raum beim Ansehen von „Buried“ unbedingt komplett abzudunkeln. Denn auf diese Weise überträgt sich die Situation des Helden am besten auf den Zuschauern. Bei Tageslicht dürfte einiges an Stimmung im hellen Licht verpuffen.
Wenn Paul langsam beginnt, seine Umgebung wahrzunehmen und das ganze Ausmaß seiner Situation zu erkennen, sind bereits die ersten rund 15 Minuten vergangen, ohne dass man dies bewusst wahrgenommen hätte. Mit dem Telefon findet sich dann ein Hilfsmittel in der Enge, mittels dem er sich mit der Außenwelt verständigen kann. Doch schon bald stellt sich auch hier erster Frust ein, da entweder niemand zu erreichen ist, man sich nicht zuständig fühlt oder ihm einfach nicht geglaubt wird. Die Spitze des Eisberges ist dann die Reaktion seines Arbeitgebers, für den er im Irak als LKW-Fahrer tätig war. Aber auch bei den Menschen, die ihm vermeintlich helfen wollen wird es nie richtig klar, ob sie Paul einfach nur beschwichtigen wollen oder ob es tatsächlich Unternehmungen gibt, sein Leben zu retten. Wie Paul ist man auch als Zuschauer in der Bretterkiste eingesperrt und hat keine Ahnung, was zur gleichen Zeit an der Oberfläche passiert. Ja, man weiß nicht einmal, wo genau und wie tief man eigentlich vergraben ist.
Die One-Man-Show, in der andere Personen nur als Stimme am Telefon zu hören sind verlangt vom einzigen Darsteller natürlich einiges. Ryan Reynolds („Selbst ist die Braut“) schafft es mit Bravour, den Zuschauer mit fiebern zu lassen. Seine authentisch wirkenden Wechsel zwischen Verzweiflung, Wut, Trauer, Hoffnung und Aufgabe sind beeindruckend und tragen sehr zum Gelingen des Films bei. Sein Schauspiel macht die klaustrophobische Enge in dem Sarg auch für den Zuschauer spürbar und es ist leicht, sich in seine Situation zu versetzen. Man beginnt darüber nachzudenken, wie man sich in seiner Lage verhalten würde, zu welcher Verzweiflungstat man sich hinreißen lassen würde, bei welcher Rufnummer man selbst nach Hilfe suchen würde. Und bei all der Verzweiflung, die man miterlebt, merkt man als Zuschauer dann gar nicht so recht, dass die rund 95 Minuten fast vorbei sind und das Leben von Paul vor einem entscheidenden Moment steht. Während man als Zuschauer gewiss sein kann, dass man nach diesen 95 Minuten aus der Dunkelheit entlassen wird, ist dies für Paul alles andere als klar. Und so fiebert man bis zur letzten Sekunde mit ihm mit, was ein eindeutiger Beweis für den großen Unterhaltungswert des Filmes ist.
Digitale Aufarbeitung:
Auf Grund der Tatsache, dass sich der gesamte Film in einem dunklen Sarg abspielt, bei dem nur schwache Lichtquellen vorhanden sind, ist die Erwartung an das Bild nicht ganz so hoch. Es kommt aber nie das Gefühl auf, dass Details im Schwarz verloren gehen, jedoch ohne dass dabei der Eindruck entsteht, dass die Dunkelheit nicht schwarz genug ist. In den Momenten, wo Paul oder Gegenstände bei etwas mehr Licht zu sehen sind, sind feine Details und scharfe Konturenzeichnungen zu erkennen. Der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 5.1 ist durchweg gut zu verstehen, Surroundwunder können aber auf Grund des Inhaltes nicht erwartet werden. So ist in den meisten Fällen der sehr dezent eingesetzte Soundtrack, der sich immer mal wieder wie ein Luftzug sanft durch den Raum bewegt auf den hinteren Lautsprechern zu hören.
Bei den Extras gibt es zunächst einen spanischen Audiokommentar mit Regisseur Rodrigo Cortés, der mit wahlweise deutschen Untertiteln vorliegt. Darin beschreibt er sehr genau, warum der Film seiner Ansicht nach so gut funktioniert, welche Schwierigkeiten sich beim Dreh ergaben und worauf er besonders geachtet hat. Vertieft werden die Informationen aus dem Audiokommentar im rund 1-stündigen, äußerst informativen Making Of, das wahlweise am Stück oder nach einzelnen Themengebieten aufgeteilt gesehen werden kann. Zusätzlich finden sich bei den Extras noch rund 10 Minuten „Behind the Scenes“-Aufnahmen und eine ganze Reihe Teaser und Trailer.
Fazit:
„Buried – Lebendig begraben“ schafft es trotz des beengten Raumes und des lediglich auf die Figur des Paul Conroy beschränkten Casts zu keiner Sekunde langatmig zu werden. Klaustrophobiker werden von Beginn an Schweißtränen auf der Stirn haben, aber auch wer ansonsten kein Problem mit engen Räumen hat, wird sich der beklemmenden Atmosphäre nicht entziehen können. Für Freunde von Spannungskino im abgedunkelten Raum ist der Film eine klare Empfehlung.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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95:06 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Rodrigo Cortés
- Making Of
- Aufnahme Jabir
- Schlangenszene
- Die Musik
- Digitale Effekte
- Maske
- Dreharbeiten
- Schnitt
- Interview mit Ryan Reynolds
- Interview mit Rodrigo Cortés
- Trailer
- Teaser
- Behind the Scenes
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Buried - Lebendig begraben
Buried
Ein schweißtreibender, filmgewordener Albtraum (nicht nur) für Klaustrophobiker
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien / USA / Frankreich, 2010 Regie: Rodrigo Cortés Drehbuch: Chris Sparling Darsteller: Ryan Reynolds
Label :
Ascot Elite
Verkaufsstart : 12.04.2011
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