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DVD-Besprechung - Zombie Mutants

Story:
Der böse Chef von Just Rite Sugar will einen süchtig machenden Zucker entwickeln lassen, um seiner Firma Rekordumsätze zu bescheren. Doch bei den Experimenten seines Forschers geht etwas schief und der mit einem Virus verseuchte Süßmacher lässt die Konsumenten zu Mutanten werden. Ein abgehalfterter Sicherheitsbeamter (Louis Herthum) und seine Tochter Erin (Sharon Landry) kommen den teuflischen Plänen auf die Spur - und finden außerdem heraus, dass Erins totgeglaubter Bruder Ryan (Derrick Denicola) von Just Rite als Forschungsobjekt entführt wurde. Natürlich machen sich die beiden auf den Weg, um Ryan zu befreien, doch das ist alles andere als einfach.

Meinung zum Film:
Es gibt Filme, bei denen man sich nur noch an den Kopf fassen kann ob der Tatsache, dass irgendjemand anscheinend freiwillig bereit war, für die Produktion Geld auszugeben. "Zombie Mutants" ist so ein Fall. Der Film ist weder in irgendeiner Weise spannend noch unheimlich noch sonst auch nur ansatzweise unterhaltsam, was vor allem an der furchtbar dämlichen Story und dem schlechten Drehbuch liegt. Ja, natürlich hat es mal wieder eine böse Firma darauf abgesehen, mittels seltsamer Experimente das große Geld zu machen. Und ja, natürlich gehen diese Experimente gehörig daneben. Was diese absolut innovationslose Grundidee so dumm macht, ist allerdings noch nicht einmal, dass sie hier zum x-ten Mal aufgegossen wird, sondern vielmehr, dass es hier um einen Zuckerhersteller geht ... der was vorhat? Genau! Einen Zucker zu entwickeln, der "süchtiger macht als Heroin und Koffein zusammen" [sic], weil das garantiert zu unglaublichen Absatzzahlen führen wird. An dieser Stelle könnte dem Zuschauer sicherlich ein Schmunzeln entlockt werden, wenn es sich um eine Horrorparodie oder um einen Sketch von "Saturday Night Live" handeln würde. "Zombie Mutants" meint das allerdings todernst. Man muss sich wirklich die Frage stellen, ob die Drehbuchautoren dieses amerikanischen Films schon jemals vor ihre eigene Haustür getreten sind. Dann hätte ihnen nämlich eigentlich auffallen müssen, dass für Ottonormalverbraucher Zucker sowieso bereits diesen Effekt hat - gerade in den USA, wo es so gut wie nie ohne einen ordentlichen Schuss des Süßmachers geht.

Aber nun ja, bei einem Horrorfilm kommt es in der Regel sowieso nicht so auf Qualität oder Logik der Grundidee an, schließlich geht es meistens primär darum, den Zuschauer an seinen Sessel zu fesseln und durch ein paar vorbeikommende Mönsterchen für Grusel und Spannung zu sorgen. Das muss doch sicherlich auch bei "Zombie Mutants" der Fall sein!? Immerhin ist es ja laut Cover die "ungeschnittene Fassung" und der Film erst ab 18 freigegeben. Schon wieder falsch gedacht! Sowohl das "ungeschnitten" als auch die 18er-Freigabe gaukeln dem Kunden einen harten Film vor, den er dann allerdings nicht zu sehen bekommt. Denn in "Zombie Mutants", der im Original einfach nur "Mutants" heißt, passiert fast gar nichts und es kommen - Überraschung! - gar keine Zombies vor. Der manipulierte Zucker wurde zwar mit einem Virus verunreinigt, doch dieses sorgt nicht für gehirnlose Untote, sondern zu einer Art pickeligem Ausschlag, an dem die völlig harmlosen und völlig trägen Zombies, Mutanten oder was auch immer zu erkennen sind. Ja, es gibt tatsächlich ein paar dieser Infizierten, die den Anschein erwecken, Menschen angreifen zu wollen und dann gleich eine Kugel verpasst bekommen, aber wirkliche Spannung kommt dabei nie auf. Dafür enthält jede (!) einzelne Szene unglaublich lange, unglaublich langweilige Dialoge, die so schlecht sind, dass sie schon wieder gut wären, wenn der Film sich nicht so ernst nehmen würde.

So bekommt man hier dann aber statt eines spannenden Horrorfilms anderthalb Stunden Seifenoper-Blabla vorgesetzt, mit lediglich einer einzigen actionreichen Szene ganz zum Schluss, als es zum Showdown in der Zuckerfabrik kommt. "Actionreich" natürlich innerhalb der Verhältnisse dieses Films, was bedeutet, dass einem hier zwar immer noch ein Ohr abgeschwätzt wird, aber zumindest das Tempo mal ein bisschen anzieht. Diese letzte Szene ist dann auch fast der einzige Kurzauftritt des auf dem Cover groß beworbenen Michael Ironside ("Total Recall"), der ansonsten nur ganz zu Beginn des Films bei einem Videotelefonat zu sehen ist. Am anderen Ende der Leitung befindet sich der zweite "Hauptdarsteller", Steven Bauer (ja, genau, Manny aus "Scarface"), der sich gar nicht erst die Mühe macht, an irgendeinem Schauplatz selbst aufzutauchen, sondern lediglich am Anfang und am Ende von "Zombie Mutants" als kurze Webcam-Übertragung zu sehen ist. Generell sind die Darsteller gar nicht mal schlecht, immerhin gehört zu ihnen auch Louis Herthum (der Vater aus "Der letzte Exorzismus"), der zwar nicht auf dem Cover genannt wird, aber dafür tatsächlich eine für die Handlung relevante Rolle spielt. Doch auch mit halbwegs guten Darstellern bleibt ein schlechter Film leider ein schlechter Film.

Digitale Aufarbeitung:
Technisch ist der Film genauso unbeeindruckend wie seine Handlung. Das Bild zeichnet sich vor allem durch eine extreme Weichheit aus, die an 80er-Jahre-TV-Serien und diverse Soaps erinnert. Selbst in Nahaufnahmen sieht man statt Details nur matschige Flächen. Der Transfer rauscht relativ stark, die Farben wirken nur bei Außenaufnahmen natürlich, alle anderen Szenen sind mal gelbstichig, mal grünstichig, ohne dass dies einen erkennbaren Zusammenhang zum Geschehen hätte, sodass anzunehmen ist, dass bei der Produktion des Films auf Farbtiming kein großer Wert gelegt wurde. Der Ton liegt auf Deutsch in Dolby Digital 5.1 vor sowie auf Englisch in Dolby Digital 2.0. Während beim Originalton vor allem die viel zu leisen, unnatürlich klingenden Dialoge auffallen, schafft es die deutsche Tonspur zumindest noch, eine halbwegs räumliche Klangkulisse zu schaffen. Ein Aha-Erlebnis sollte man jedoch nicht erwarten.

Als Bonusmaterial gibt es lediglich den Trailer zum Film. Außerdem kann man sich - wenn man denn wirklich möchte - eine "Copy to Go"-Fassung des Films von der DVD für unterwegs auf iOS-Geräte, BlackBerry oder Playstation Portable laden.

Fazit:
"Zombie Mutants" hat zwar keine echten Zombies zu bieten und auch keine nennenswerte Action, dafür aber anderthalb Stunden an langen, langweiligen und schlecht geschriebenen Dialogen. Hinzu kommt dann noch eine völlig alberne Grundidee, die für eine Horrorkomödie vielleicht noch in Ordnung wäre, aber nicht für einen Streifen, der sich derart ernst nimmt wie dieser hier. Aufgrund der ebenfalls unterdurchschnittlichen technischen Qualität bleibt an "Zombie Mutants" leider gar nichts übrig, was man auch nur ansatzweise empfehlen könnte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
83:11 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Copy to Go
Zombie Mutants - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Zombie Mutants
Mutants

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Alles nur Blabla


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Amir Valinia
Drehbuch:
Jodie Jones, Evan Scott, Sam Sullivan III
Darsteller:
Michael Ironside, Louis Herthum, Tony Senzamici, Steven Bauer, Randy Austin, Austin B. Church, Aron Biedenharn Coates, Derrick Denicola

Label Deutschland :
Infopictures
Verkaufsstart Deutschland :
22.04.2011