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DVD-Besprechung - Black
Story:
Als der Bankräuber Black (MC Jean Gab'1) als einziger Überlebender eines missglückten Bankraubs in seinem Zimmer sitzt, scheint es außer Spesen nichts mehr zu geben, denn seine Bande ist tot und Geld hat er auch keins erbeutet. Da bekommt er überraschend einen Anruf aus dem Senegal, der ihn aus seinem Unglück retten soll. In einer baufälligen Bank in Dakar soll eine unbekannte Menge an ungeschliffenen Rohdiamanten liegen, die nur darauf warten, gestohlen zu werden. Was Black allerdings nicht weiß: Nicht nur er möchte sich gern der wertvollen Steinchen annehmen, auch eine Söldnergruppe und der korrupte Geschäftsmann Degrand (Francois Levantal) sind hinter ihnen her. So entsteht ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem irgendwann niemand mehr weiß, wer der Jäger und wer der Gejagte ist.
Meinung zum Film:
Der Film „Black - Straßen in Flammen“ ist ein Genremix aus Großstadtkrimi, Mysterythriller und Komödie. Ursprünglich sollte es eine Hommage an die Blaxploitation-Filme werden. Dieses Genre, das sich zusammen mit der Bürgerrechtsbewegung in Amerika entwickelte, hatte seine Blütezeit in den 70er Jahren. Der Begriff „Blaxploitation“ ist ein Mix aus „Black“ und „Exploitation“, der Bezeichnung von Billigproduktionen. Berühmte Filme dieses Genres waren „Shaft“ (Gordon Parks), „Foxy Brown“ (Jack Hill) und „Coffy“ (Jack Hill). Die hier mitwirkenden afroamerikanischen Schauspieler sollten ein neues Selbstbewusstsein über die Kinoleinwand transportieren. Dies war jedoch nicht gleichbedeutend damit, dass sich dieses Genre zugleich auch mit afroamerikanischer Gesellschaftskritik auseinandersetzen sollte, wie man es heutzutage von einem Spike Lee gewohnt ist. Leider bezog sich die Handlung dieser Produktionen eher auf konventionelle Themen wie Mord, Raub, Korruption und Prostitution. Jedoch war es ein enormer Fortschritt, dass die Helden nicht, wie bis dahin gewohnt, Weiße waren, sondern Afroamerikaner, was einen Umbruch in der Filmlandschaft einleitete.
Das Schauspielerensemble kann sich eigentlich sehen lassen. In der Hauptrolle als Black fungiert der Musiker MC Jean Gab'1, der auch schon eine Rolle in „Ghettogangz“ von Pierre Morel gespielt hatte. Er verkörpert scheinbar mühelos das Idealbild eines Gangsters, der ohne mit der Wimper zu zucken in ein für ihn fremdes Land fährt, um einen Job zu erledigen. Gerade dieser Aspekt des Fremdseins faszinierte Regisseur Pierre Laffargne („Belle à mourir“) besonders, denn Black ist gebürtiger Franzose, der nun in das Land seiner Urahnen zurückkehrt. Nicht, um sich mit der Kultur und damit vielleicht seinen Wurzeln auseinanderzusetzen, sondern um sich an Blutdiamanten zu bereichern, so wie es sich angeblich für einen Europäer gehört. Seine stärkste Kontrahentin findet er jedoch in der einheimischen Interpolagentin Pamela, die von Carole Karemera („Juju Factory“) gespielt wird. Sie mimt ziemlich glaubwürdig die toughe Polizistin und lässt sich auch von einem Kugelhagel nicht beeindrucken. Aber in Afrika muss es auch einen bösen Weißen geben, der das Land ausbeuten will. Dieser wird fantastisch verkörpert von Francois Levantal („Die purpurnen Flüsse“), der natürlich keinerlei Hemmungen hat, jeden gegen jeden auszuspielen, um das zu bekommen, was er will.
Die Handlung, die - beeinflusst von der Blaxploitation - nicht unbedingt eine tiefe Struktur besitzt, fängt mit einem Raubüberfall an und setzt das Krimigenre dann zunächst fort, als es um den Diebstahl der Diamanten und die anschließende Verfolgungsjagd geht. Doch das letzte Drittel des Filmes ändert schlagartig seine Richtung, denn da geht es plötzlich um eine uralte afrikanische Prophezeiung und mystische Legenden. Dieser Richtungswechsel führt zu einem Bruch in der Handlung und scheint deshalb nicht richtig zum vorherigen Geschehen zu passen. Regisseur Laffargne erklärt diesen Part als Hommage an die afrikanische Kultur, die er unbedingt einbringen wollte. Der Gedanke mag akzeptabel sein, jedoch scheitert er entschieden an der Umsetzung, die mehr als künstlich wirkt. Der Handlung kommt so nicht nur der rote Faden abhanden, sondern auch der gut durchdachte Spannungsbogen. So enttäuscht der Film letztlich ebenso sehr, wie er am Anfang zu begeistern schien.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist zu jeder Zeit klar und gut erkennbar. Die Farbqualität lässt keine Wünsche offen und der Kontrast balanciert sich gut aus, was vor allem bei Nachtaufnahmen deutlich wird. Der Ton schallt gut und gleichmäßig aus allen Boxen. Auch der Mix zwischen Sprache, Handlung und Musik ist gelungen.
Als Extras bietet die DVD ein 30-minütiges Interview mit dem Regisseur, der über Handlung, Aufbau, Crew und Probleme beim Dreh spricht. Zudem gibt es noch ein ca. 15-minütiges Interview mit dem Hauptdarsteller MC Jean Gab'1 und einen Originaltrailer.
Fazit:
„Black - Straßen in Flammen“ ist zu 2/3 ein Actionfilm und zu 1/3 ein Fantasyfilm. Obwohl beide Genres sonst gut miteinander funktionieren, ist es dem Regisseur hier nicht gelungen, beides sinnvoll unter einen Hut zu bringen. Dies führt dazu, dass der Film mehr langweilt und verwirrt, als er begeistern kann. Trotz größter Mühe ist so eine eher enttäuschende Produktion entstanden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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106:02 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Interview mit Regisseur Pierre Laffargue
- Interview mit MC Jean Gab'1
- Originaltrailer
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Black - Straßen in Flammen
Black
Es ist nicht alles Gold, was glänzt
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2009 Regie: Pierre Laffargue Drehbuch: Lucio Mad, Gàbor Rassov Darsteller: MC Jean Gab'1, Carole Karemera, Francois Levantal, Anton Yakovlev, Christophe Aquillon, Ludovic Berthillot, Laurent Larrien, Thierno Ndiaye, Ibrahima Mbaye, Michael B. Dupèrial, Tapha Gueye, Nicky Naude, Louis-Karim Nèbati
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 08.04.2011
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