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DVD-Besprechung - And Soon the Darkness
Story:
Die beiden jungen Frauen Stephanie (Amber Heard) und Ellie (Odette Annable) befinden sich auf einer Mountainbike-Tour durch Argentinien, verpassen jedoch aufgrund eines zu wilden Ausklangs ihres letzten Abends den Bus Richtung Heimat. Beim gemeinsamen Sonnenbaden kommt es schließlich zu einem größeren Streit, weshalb Stephanie Ellie zunächst alleine zurücklässt. Kurz danach ist Ellie jedoch verschwunden und in Stephanie keimt Panik auf, zumal gerade der örtliche Polizeichef Calvo (Cèsar Vianco) größeren Einsatz vermissen lässt. Und welche Rolle spielen eigentlich der merkwürdige Fremde Michael (Karl Urban) und der am vorigen Abend über Gebühr zudringlich gewordene Chucho (Michael Noher)?
Meinung zum Film:
„And Soon the Darkness“ ist das neuzeitliche Remake des in deutschen Gefilden relativ unbekannten britischen Kult-Thrillers gleichen Namens, in Deutschland auch als „Tödliche Ferien“ bekannt, der im Jahr 1970 unter der Regie von Robert Fuest („Nachts, wenn die Zombies schreien“) entstand und zeitgleich von Kinowelt auf DVD vermarktet wird. Während das Original noch in der beschaulichen, französischen Provinz spielte und die beiden Frauen aus England stammten, verlegt das Remake den Schauplatz nach Argentinien und Dank der US-Geldgeber dieser Produktion haben nun auch beide Frauen entsprechend die Staatsbürgerschaft gewechselt. Die Regie übernahm dabei Marcos Efron („Dannager“), der damit sein Langfilmdebüt bestritt, das Drehbuch schrieb er gemeinsam mit Jennifer Derwingson („Roadside Assistance“), die ebenfalls bisher lediglich im Kurzfilmbereich tätig war. Die weiblichen Hauptrollen übernahmen Amber Heard („Drive Angry 3D – Fahr zur Hölle“) und Odette Annable („The Unborn“), während auf männlicher Seite Karl Urban („Pathfinder – Fährte des Kriegers“) das einzige auch international bekannte Gesicht darstellt.
„Tödliche Ferien“ war ein sehr ungewöhnlicher Thriller mit einigen Besonderheiten. Das französische Terrain, in dem er sich abspielte, war sehr überschaubar. Dadurch wurde das Verschwinden einer der beiden weiblichen Hauptfiguren umso mysteriöser. Zudem hatte die verbliebene, junge Dame mit massiven sprachlichen Barrieren gegenüber den Einheimischen zu kämpfen. Das verstärkte die Verlorenheit dieser Person und sorgte auch in Verbindung mit einigen zwielichtigen Gestalten für eine ständige Atmosphäre des Misstrauens. Zudem spielte der englische Originaltitel auf die Tatsache an, dass der Film lediglich an einem einzigen Tag, quasi bis zur Dunkelheit, spielte und diese zeitliche Marke quasi über Erfolg oder Misserfolg der Suche entscheiden würde. Die Inszenierung war dabei eher geruhsam, Gewalt und Sex spielten keine Rolle, und der Film lebte vor allem von seiner Atmosphäre und den vielen offenen Fragen, nebst überrraschender Wendungen. Trotz aller Modernisierungen und einer Verkürzung der Laufzeit um über zehn Minuten bewegt sich das Remake überraschenderweise eine gute Stunde lang sehr stark in den Fußstapfen seines zeitlichen Vorläufers.
Jedoch muss sich das Remake dem Original letztendlich in fast jeder Kategorie geschlagen geben. Das argentinische Setting der offensichtlich deutlich höher budgetierten Neuauflage sorgt zwar für eine sehr schöne Optik nebst herrlicher Landschaftsaufnahmen, das weitläufigere, unübersehbare Areal wirkt aber deutlich weniger geheimnisvoll und auch die sprachlichen Barrieren fallen im Remake deutlich geringer aus, was den Film, ebenso wie die sehr flachen Charaktere, deutlich weniger geheimnisvoll wirken lässt. Die Hauptdarstellerinnen wurden offensichtlich vor allem wegen ihres Aussehens gecastet, trotzdem bleibt der Film aber ähnlich züchtig wie das Original und auch Freunde gewalttätiger Einlagen werden bestenfalls im überhasteten Showdown, der aufgrund seiner überzogenen Actioneinlagen wie ein Fremdkörper wirkt, ein wenig bedient. Unter dem Strich kann das Remake den atmosphärischen Tiefgang des Originals leider nie auch nur annähernd erreichen. Auch an Spannung und Schauwerten mangelt es dem Film gewaltig. Zudem sind die Figurenkonstellation und die Wendungen des Films bei weitem nicht so clever ausgefallen, wie im Original.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD offeriert eine angenehm gute Schärfe sowie eine satte, ausdrucksstarke und natürlich wirkende Farbgebung, was gerade die tollen Landschaftsaufnahmen sehr gut zur Geltung bringt. Der Showdown in einer Art Geisterstadt arbeitet jedoch bewusst mit einer deutlich gesenkten Farbsättigung und weist einen deutlichen Blaustich auf. Diese Sequenz wirkt dadurch alles andere als natürlich, sondern geradezu der Realität entrückt. Die Kontrastwerte bewegen sich, trotz der nicht gerade einfachen Lichtverhältnisse mit starker Sonneneinstrahlung, stets auf einem sehr ausgewogenen Niveau. Bildrauschen fällt kaum ins Gewicht, ist aber am ehesten in dunkleren Sequenzen auszumachen. Die DVD enthält gleich zwei deutsche Tonspuren (Dolby Digital 2.0 und
Dolby Digital
5.1) die sich beide durch eine gute Verständlichkeit und eine ausgewogene Abmischung auszeichnen. Der Film verläuft jedoch lange Zeit in sehr ruhigen Bahnen und kann dadurch vor allem durch die gelungene Musikuntermalung punkten. Ansonsten punktet der Film akustisch eher mit atmosphärischen Soundeffekten als mit großartigen Actionsequenzen. Die deutsche Synchronisation hinterlässt einen qualitativ guten Eindruck.
Auf der DVD befindet sich ein englischsprachiger Audiokommentar von Regisseur Marcos Efron, dem Cutter Todd E. Miller und dem Kameramann Gabriel Beristain, lobenswerterweise mit optionalen deutschen Untertiteln. Hier werden einige Hintergründe zum Film vermittelt, das betrifft Aspekte wie die Drehorte, Darsteller, die Drehbedingungen und Informationen zum Original von 1970. Weiterhin befindet sich auf der DVD noch ein Videotagebuch von Regisseur Marcos Efron (10:55), das sich als Mini-Making Of ausgewählter Szenen und Stunts entpuppt, vier geschnittene Szenen (6:42), beide Features deutsch untertitelt, der Filmtrailer, wahlweise deutsch oder englisch sowie der Trailer zur Vorlage von 1970 in englischer Sprache.
Fazit:
„And Soon the Darkness“ hat leider außer reizvollen Landschaftsaufnahmen und zwei attraktiven Hauptdarstellerinnen nur wenig zu bieten. Die Vorlage aus dem Jahr 1970 wird atmosphärisch und dramaturgisch nie auch nur annähernd erreicht, die Charaktere wirken tendenziell eher flach und uninteressant, zudem verläuft der Film in stets sehr vorhersehbaren Bahnen, während das actionreiche, hektische Finale eher in die Kategorie überflüssiger Schauwert fällt. Technisch macht die DVD einen sehr überzeugenden Eindruck und bietet sogar noch einiges an brauchbarem Bonusmaterial, was für eine solche Produktion wahrlich nicht selbstverständlich ist.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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87:20 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Regisseur Marcos Efron, Cutter Todd E. Miller und Kameramann Gabriel Beristain
- Videotagebuch von Regisseur Marcos Efron
- Geschnittene Szenen
- Filmtrailer (Deutsch/Englisch)
- Englischsprachiger Trailer zum Original von 1970
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And Soon the Darkness
And Soon the Darkness
Ein weiteres, überflüssiges Remake ohne größere, eigene Qualitäten
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Argentinien / Frankreich, 2010 Regie: Marcos Efron Drehbuch: Jennifer Derwingson, Marcos Efron, Brian Clemens, Terry Nation Darsteller: Amber Heard, Odette Annable, Karl Urban, Gia Mantegna, Adriana Barraza, César Vianco, Michael Noher, Luis Sabatini
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 05.05.2011
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