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DVD-Besprechung - Viper - Staffel 1

Story:
Wir befinden uns in einer nicht allzu fernen Zukunft. In Metro City sind Verbrechen und Korruption an der Tagesordnung, daher lässt die Polizei von Technikexperte Julian Wilkes (Dorian Harewood) ein Spezialauto erfinden, mit dem man den Kampf gegen das Verbrechen aufnehmen kann. Julian stattet eine Dodge Viper mit einem Verteidigungsmechanismus aus, sodass sich diese in den "Defender" verwandeln kann, der u.a. Elektroimpulse ausschickt, um andere Autos außer Betrieb zu setzen. Doch niemand ist in der Lage, den Wagen zu fahren. Dann kommt es allerdings dazu, dass die Polizei den Syndikats-Profifahrer Michael Payton (James McCaffrey) schnappen kann, und man entschließt sich, ihm mittels eines Gehirnimplantats eine neue Identität zu geben. So wird aus Payton Joe Astor, der Fahrer der Viper.

Meinung zum Film:
Wenn man das Grundprinzip von "Viper" betrachtet, denkt man natürlich erst einmal zwangsläufig an "Knight Rider", doch wenn man sich die Folgen genauer anschaut, wird man feststellen, dass die Serie durchaus eine eigene Daseinsberechtigung hat und nicht nur ein Abklatsch der megaerfolgreichen Superautoserie aus den 1980ern ist. Die erste Staffel dreht sich hauptsächlich um Astors Kampf gegen das "Syndikat", die Verbrecherorganisation, für die er früher als Michael Payton selbst tätig war. Dieses hat nämlich nicht nur mit einer Bestechung des Politikers, der Paytons "Umwandlung" in Astor in Auftrag gegeben hatte, dafür gesorgt, dass das Viper-Projekt offiziell eingestellt wurde, sondern auch seine Freundin ermordet.

Astor ist also in dieser ersten Staffel nicht offiziell für die Polizei tätig, sondern arbeitet als eine Art geheimer Detektiv, den man im Volksmund nur mythisch "den Viperfahrer" nennt und dessen Existenz umstritten ist. Hilfe bekommt er dabei von Viper-Erfinder Julian Wilkes, der zusammen mit Joe in einem abgelegenen Firmengebäude außerhalb von Metro die Viper-Zentrale eingerichtet hat und von dort aus alles überwacht. Mit Polizei-Mechaniker Frankie (Joe Nipote) haben die beiden außerdem einen Verbündeten auf Seiten der Polizei, der sie mit Informationen versorgt. Die meisten Folgen drehen sich neben dem Verbrechen der Woche darum, dass Joe immer wieder mit Erinnerungsstücken und Personen aus seiner Vergangenheit konfrontiert wird. So taucht beispielsweise in einer Episode eine Frau auf, mit der er als Michael Payton allem Anschein nach irgendwann mal verheiratet war.

Diese kontinuierlichen Elemente sorgen dafür, dass die Serie durchgängig spannend und unterhaltsam bleibt, da man somit immer mehr über die Person erfährt, die früher hinter dem jetzigen "Joe Astor" steckte. Erfolg war "Viper" leider trotz des interessanten Ansatzes, des coolen Autos und der unterhaltsamen Folgen nicht beschert. Nach der ersten Staffel mit zwölf Episoden aus dem Jahr 1994 wurde die Show vom Sender NBC abgesetzt. Dann kam es jedoch zu etwas sehr Ungewöhnlichem, das so nur äußerst selten passiert: Ein anderer Sender nahm die Serie zwei Jahre später wieder auf und so lief "Viper" ab 1996 in drei weiteren Staffeln bei den Stationen von Paramount Television. An die Originalität der ursprünglichen Folgen konnte man allerdings nicht mehr anknüpfen, die Show wirkte nun (da die Viper offiziell für die Polizei tätig war und ein ganzes Team statt nur einem Fahrer beschäftigte) eher wie eine Kopie des inzwischen gestarteten "Bugs - Die Spezialisten". Auch eine Rückbesinnung auf ursprüngliche Tugenden - das Zurückholen von James McCaffrey ("Rescue Me") als Joe Astor für die letzte Staffel - konnte die Show dann nicht mehr davor retten, nach ihrer insgesamt vierten Season ganz eingestellt zu werden.

Digitale Aufarbeitung:
"Viper" ist eine exklusive deutsche DVD-Veröffentlichung, daher findet man auch keinen Originalton vor, was ein bisschen schade ist. Positiv anzumerken ist jedoch, dass man auf ein sehr gut erhaltenes deutsches Bildmaster zurückgegriffen hat. Zwar hat der Transfer die üblichen Probleme von Serien aus den 1990ern - ein insgesamt recht weiches Bild mit leicht ausgewaschenen Farben -, doch "Viper" hat im Fernsehen auch immer so ausgesehen und das, was man hier geboten bekommt, ist keinesfalls schlechter als die TV-Ausstrahlungen, eher etwas besser. Kompressionsprobleme lassen sich so gut wie keine feststellen, Rauschen hält sich ebenfalls in Grenzen. Der Ton liegt auf Deutsch in Dolby Digital 2.0 vor und bietet ebenfalls den gewohnten TV-Klang ohne große Überraschungen. Die Dialoge sind jederzeit klar verständlich.

Bonusmaterial ist nicht vorhanden.

Fazit:
"Viper" ist eine in ihrer ersten Staffel recht spannende und immer unterhaltsame Action-Krimi-Serie mit sympathischen Darstellern. Die Handlung erinnert zwar manchmal grob an "Knight Rider", bietet aber genug Originalität, um nicht wie ein billiger Abklatsch zu wirken. Die zwölf Folgen von Season eins werden von Kinowelt auf vier DVDs in recht guter Qualität angeboten, auch wenn etwas Bonusmaterial und der Originalton schön gewesen wären.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,33:1
1,33:1
Pilotfilm ca. 90 Minuten + 11 Folgen à ca. 43 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Viper - Staffel 1 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Viper - Staffel 1
Viper: Season 1

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Der meistgesuchte Verbrecher, der gleichzeitig der beste Fahrer ist, wechselt die Seiten


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1994
Regie:
Danny Bilson u.a.
Drehbuch:
Danny Bilson & Paul DeMeo u.a.
Darsteller:
James McCaffrey, Joe Nipote, Dorian Harewood, Fay Hauser, Lee Chamberlin, Richard Burgi

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
05.05.2011