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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Tödlicher Irrtum

Story:
Als der Paläontologe Dr. Arthur Calgary (Donald Sutherland) das Adressbuch von Jack Argyle an seinen Besitzer zurückgeben möchte, erfährt er, dass dieser wegen Mordes an seiner Stiefmutter Rachel (Faye Dunaway) hingerichtet wurde. Doch Calgary weiß, dass Jack unmöglich diesen Mord begangen haben kann, da dieser zur Tatzeit bei ihm im Auto saß. Er beginnt auf eigene Faust Ermittlungen nach dem wahren Mörder anzustellen und erkennt dabei sehr schnell, dass der Tod Jack Argyles kaum jemanden erschüttert hat – ganz im Gegenteil.

Meinung zum Film:
„Tödlicher Irrtum“ beruht auf dem gleichnamigen Roman der britischen Krimiautorin Agatha Christie („Tod auf dem Nil“). Das Drehbuch schrieb Alexander Stuart („War Zone“), Regie führte Desmond Davis („Kampf der Titanen (1981)“). Für die einzelnen Rollen konnten teils recht prominente Darsteller gefunden werden. In der Hauptrolle spielt Donald Sutherland („Die Nadel“) den nach der Wahrheit suchenden Paläontologen, der auf eine Mauer des Schweigens trifft. Das immer wieder in Rückblenden zu sehende Mordopfer wird von Faye Dunaway („Chinatown“) gespielt. In weiteren Rollen sind als mehr oder weniger verdächtige Personen aus dem näheren Umfeld Christopher Plummer („A Beautiful Mind“), Ian McShane („Die Säulen der Erde“), Sarah Miles („Blow-Up“) und Phoebe Nicholls („Wiedersehen in Brideshead“) zu sehen. Für den Soundtrack zum Film wurde der renommierte Jazz-Pianist Dave Brubeck verpflichtet.

Als fatal bei der Zusammenstellung von Cast & Crew stellt sich vor allem die Entscheidung heraus, Dave Brubeck den Soundtrack zum Film schreiben zu lassen. Sein sehr aufdringlicher, experimenteller Einsatz von Klavier, Saxophon und Schlagzeug lässt im Grunde nie das Gefühl aufkommen, in einem kleinen, britischen Städtchen zu sein. Wenn die Szenerie es einmal schaffen sollte, ein wenig Atmosphäre aufkommen zu lassen, sorgen die schrägen Klänge Brubecks garantiert dafür, dass diese gleich im Keim erstickt wird. Derartige Klänge waren zwar im italienischen Thriller- und Actionkino der 70er- und frühen 80er-Jahre ein gewohnter und meist auch willkommener Begleiter, in diesem Film wirken sie aber wie eine große Menge Senf auf einer Portion Vanilleeis.

Aber selbst wenn man es schaffen sollte, den Soundtrack auszublenden, bleibt nicht allzu viel gehaltvolle Unterhaltung unter dem Strich stehen. Die Ermittlungen dienen selten dazu, Spannung in der Geschichte entstehen zu lassen. Dr. Calgary geht von Person zu Person, befragt diese und bekommt dabei von allen die gleiche Ablehnung gegenüber Jack Argyle zu spüren und den Hinweis, dass er den Tod verdient hat. Untereinander reden sieht man die anderen Personen so gut wie gar nicht, die gesamte Geschichte wird fast ausschließlich aus der Perspektive Dr. Calgarys gezeigt. Dadurch erscheinen die anderen Personen schablonenhaft und uninteressant, was bei einem Murder-Mystery nicht unbedingt für Spannung sorgt. Wenn der wahre Täter und sein Motiv dann am Ende enttarnt werden, ist das so unspektakulär, uninteressant und emotionslos wie die gesamte Suche vorher. Genauso lautlos und hängenden Kopfes wie Arthur Calgary nach dem Lösen des Falles den Ort verlässt, genauso ernüchtert fühlt man sich auch als Zeuge des gerade Gesehenen. Mit der gewohnt guten Krimi-Unterhaltung der Marke Agatha Christies hat das Ganze gewiss nur wenig zu tun.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen leicht unscharfen Eindruck, bietet ansonsten aber DVD-Durchschnittswerte. Die Farben wirken insgesamt ein wenig gesetzt, was aber durchaus ein gewolltes Stilmittel sein dürfte. Lediglich das feine Rauschen tritt in manchen Szenen ein wenig störend ins Auge. Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 2.0 vor und ist gut zu verstehen. In der Mitte des Films gibt es einen leichten, aber bemerkbaren Anstieg in der Lautstärke, der bis zum Ende dann beibehalten wird.  

Extras gibt es keine auf der DVD zu finden.

Fazit:
„Tödlicher Irrtum“ basiert zwar auf einem Roman von Agatha Christie, schafft es aber trotz namhafter Darsteller-Riege nicht das typische Krimiflair ihrer Werke aufzubieten. Vor allem der aufdringliche und sehr nervtötende Jazz-Soundtrack sorgt immer wieder dafür, dass jedes bisschen aufkommende Stimmung gleich im Keim erstickt wird. Aber auch die Erzählweise kann nur selten für Spannungsmomente sorgen und so kann diese Christie-Verfilmung durchaus als Irrtum angesehen werden, der in diesem Falle aber zumindest nicht tödlich ist.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
85:35 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
Tödlicher Irrtum - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Tödlicher Irrtum
Ordeal by Innocence

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Aufdringlicher Jazz und altbritisches Agatha-Christie-Flair passen einfach nicht zusammen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 1985
Regie:
Desmond Davis
Drehbuch:
Alexander Stuart (basierend auf dem Roman von Agatha Christie)
Darsteller:
Donald Sutherland, Faye Dunaway, Christopher Plummer, Ian McShane, Sarah Miles, Phoebe Nicholls, Diana Quick, Annette Crosbie, Michael Elphick, George Innes, Valerie Whittington

Label Deutschland :
Mediawith Classics
Verkaufsstart Deutschland :
12.04.2011