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Blu-ray-Besprechung - Wir sind die Nacht
Story:
Louise (Nina Hoss) ist eine uralte Vampirin und hat mit Charlotte (Jennifer Ulrich) und Nora (Anna Fischer) zwei Gefährtinnen an ihrer Seite. Gemeinsam betreiben sie Untergrundclubs auf Zeit und vertreiben sich gern ihre Nächte mit Sex, Drogen und Alkohol. Auch ein Kurztrip nach Paris sitzt drin, doch Louise ist noch immer auf der Suche nach einer erneuten großen Liebe für ihre eigene Ewigkeit. Sie sucht immer noch nach der einen, ganz besonderen Frau. Eines Tages kommt die heruntergekommne Lena (Karoline Herfurth) in den Club und Louise glaubt, dass sie diese Frau ist. Sie macht sie ebenfalls zur Blutsaugerin und führt sie in eine neue Form der Existenz.
Meinung zum Film:
Die deutsche Filmproduktion „Wir sind die Nacht“ stammt von der Produktionsfirma „Rat Pack“ rund um den kreativen Christian Becker. Projekte wie „Jerry Cotton“, „Wickie und die starken Männer“ oder auch die beiden Hommagen an den „Wixxer“ wurden von dieser Firma gestemmt und nun haben sie sich in das Fach des Horrorfilms begeben. Dieses geschah aber nicht von ungefähr, denn seit ihren Studienzeiten haben Christian Becker und Regisseur Dennis Gansel über diesen Film nachgedacht. Ihre Vorstellung war in der Basis der klassische Vampirfilm, aber dieser sollte in einem modernen Gewand realisiert werden, wobei anerkannte und akzeptierte Rahmenbedingungen die Eckpunkte stellen sollten. Mit diesem Gerüst wurde dann das Projekt umgesetzt.
Nach rund 100 Minuten Laufzeit kommt der Zuschauer zu der Erkenntnis, dass der Vampirfilm in der Tat noch lebt und zwar jenseits vom „Twilight“-Hype. Aber er ist doch etwas Eigenes, dem man diverse Vorlagen ansehen kann. Die zunächst drei Vampirdamen führen ein wildes, untotes Leben. Grob angelehnt an die Outlaws von „The Lost Boys“, agieren die Mädels auf einem deutlich höheren Niveau. Langsam entwickelt sich die Geschichte und nach der anfänglichen Transformation der Hauptfigur Lena entwickelt sich eine ganz eigene Story. Es geht durchaus um Romatik und um die Reste von Menschlichkeit, die in den weiblichen Vampiren schlummert. Die eine vermisst die Liebe ihres Lebens, die andere hat Angst, Menschen zu schaden, die sie nett findet, und die dritte im Bunde hängt in Gedanken an ihrer Familie, die sie einst zurückließ.
Ganz so blutig wie Anne Pirauld in „Bloody Marie“ beißen die Protagonistinnen nun nicht, aber für eine gerechtfertigte Freigabe ab 16 Jahren reicht es doch. Neben den vier sehr guten Darstellerinnen Karoline Herfurth („Mädchen Mädchen“), Nina Hoss („Die weiße Massai“), Jennifer Ulrich („Die Welle“) und Anna Fischer („Fleisch ist mein Gemüse“) überzeugen auch die herrlich trostlosen Sets in Berlin. Da wird nicht der neu erbaute Prunk gezeigt, sondern die schäbigen Ecken der deutschen Hauptstadt. Diese Betonoptik schafft eine eigene Atmosphäre und die Residenz der Vampire in einem erstklassigen Hotel erzeugt einen schönen Gegensatz. Über 120 Drehorte gab es und die Filmemacher legten viel Wert auf echte Hintergründe und nicht so sehr auf die CGI-generierten Kulissen.
Digitale Aufarbeitung:
Die technische Umsetzung der Blu-ray überzeugt auf der ganzen Linie. Das Bild ist trotz vieler dunklerer Filmpassagen stets gut erkennbar. Die Farben sind teilweise kräftig, aber nicht unausgewogen. Bei der Bildschärfe sind Nah- und Distanzaufnahmen sehr detailreich ausgefallen und bis hin zu Kohlensäurebläschen in Gläsern ist alles genau zu erkennen. Der Ton ist ebenfalls gut und die Surroundeffekte unterstützen die Optik stets passend. Der sehr interessante Elektrosoundtrack setzt immer wieder ergänzend und voluminös ein.
Die Extras sind üppig und bieten alles, was das Herz begehrt. Das Making Of (24:03 Minuten) bietet viele Hintergrundinformationen und ist sehr kurzweilig. Für den Werbeeinsatz im Fernsehen gibt es gleich zwei Making-Of-Clips (05:17 und 03:18 Minuten) die ebenfalls interessant sind. Die herausgeschnittenen Szenen (10:35 Minuten) hätten eigentlich gut in den Hauptfilm gepasst und die beiden alternativen Enden (04:26 Minuten) sind fast schon besser als das ausgewählte Ende des Hauptfilms. Ein Videotagebuch (19:05 Minuten) und die Drehtagebücher (08:56 Minuten) vermitteln schöne Eindrücke von den Bedingungen bei den Dreharbeiten. Auch den Spezialeffekten (04:24 Minuten) wird ein eigenes Kapitel gewidmet und der Zuschauer erfährt mehr zu den Schwierigkeiten, die so manche Szene beinhaltet. Ebenso wird gezeigt, wie Jennifer Ulrich in den alten „Dr. Mabuse“-Film von Fritz Lang eingebaut wurde (01:57 Minuten). Teaser und Trailer (04:43 Minuten) dürfen natürlich genauso wenig fehlen wie die obligatorischen Darstellerinfos. Hinzu kommen noch Interviews (19:15 Minuten) und ein B-Roll (07:01 Minuten), die Eindrücke vom Szenendreh vermitteln. Der Hauptfilm selbst kann noch mit einem Audiokommentar von Regisseur Dennis Gansel und Drehbuchautor Jan Berger angesehen werden.
Fazit:
„Wir sind die Nacht“ ist ein gelungener Versuch, den Vampirfilm modern zu interpretieren, auch wenn das Gerüst klassisch gewählt ist. Vier sehr gute Darstellerinnen sorgen für das passende gute schauspielerische Niveau. Technisch bleibt die Blu-ray nichts schuldig und die Extras sind sehr gut.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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99:43 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD High Resolution 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Exklusives Making Of
- Making-Of-Clip 1
- Making-Of-Clip 2
- Deleted Scenes
- Alternative Enden
- Videotagebuch
- Internetclips/Drehtagebücher
- VFX-Making-Of
- Mabuse-Clip-Einbau
- Teaser & Trailer
- Interviews
- B-Roll
- Darstellerinfos
- Audiokommentar
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Wir sind die Nacht
Wir sind die Nacht
Bissiges aus deutschen Landen
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2010 Regie: Dennis Gansel Drehbuch: Jan Berger, Dennis Gansel Darsteller: Karoline Herfurth, Nina Hoss, Jennifer Ulrich, Anna Fischer, Max Riemelt, Arved Birnbaum, Steffi Kühnert, Jochen Nickel
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 14.04.2011
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