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DVD-Besprechung - Der große Kater

Story:
Der Schweizer Bundespräsident (Bruno Ganz), den alle nur „Kater“ nennen, ist nicht zu beneiden. Zum einen ist er der Repräsentant der Alpenrepublik, zum anderen ist er Ehemann und Vater eines zum Sterben verurteilten Kindes. Die Spannung zwischen ihm und seiner Frau Marie (Marie Bäumer) ist so groß, dass sie sich mittlerweile schon aus dem Weg gehen. Gleichzeitig muss Kater aber auch sein politisches Feld bestellen, da Wahlen anstehen. Eine infame Intrige scheint das Ende Katers zu werden, doch Katzen haben bekanntlich mehrere Leben.

Meinung zum Film:
„Der große Kater“ ist eine Politdrama, bei dem der Zuschauer hin- und hergerissen ist. Es geht um den Bundespräsidenten der Schweizer und um seine Ambitionen. Er hört auf den Namen Kater und möchte sehr gerne seine Ausgangsposition für die kommenden Wahlen verbessern. Da er sich in der Vergangenheit als sturer Alleingänger präsentiert hat, ist er sowohl bei der Bevölkerung wie auch in der Bundesversammlung und dem Bundesrat nicht gut gelitten. Leider bleiben die politischen Strukturen der Schweiz unerklärt und der politische Teil der Geschichte wird auf Intrigen vor einer Wahl reduziert. Es wird u.a. nicht erläutert, dass der Bundespräsident jeweils nur für ein Jahr aus dem siebenköpfigen Gremium des Bundesrates gewählt wird.  

Bruno Ganz („Nosferatu: Phantom der Nacht“) dominiert den Bildschirm, jedoch können sich Marie Bäumer („Der Schuh des Manitu“) und Christiane Paul („Neues vom Wixxer“) in den Nebenrollen merklich abheben. Marie Bäumer spielt die junge Gattin von Kater und es wird leider nur angedeutet, was die deutlich jüngere Partnerin an ihrem Gemahlen fasziniert. Sie wirkt sehr emanzipiert und lässt sich auch nicht von der Tatsache aus dem Tritt bringen, als ihr Mann sie zu einem Schäferstündchen in ein Edelbordell bringt. Ulrich Tukur („Nordwand“) kann als Gegenspieler Dr. Stotz nicht glänzen. Es ist aber auch das Resultat einer eher schwachen Rolle bzw. der eher simplen Intrige. Ein Staatsempfang soll gezielt zu einem Skandal werden, um die Wiederwahl zu verhindern.  

Weiterhin gibt es Filmabschnitte, die hierzulande etwas unglaubwürdig wirken. Wenn Kater z.B. aus Frust in einen Untergrundclub geht und sich mit Hochprozentigem zulaufen lässt. Im Hintergrund läuft zwar stilecht der Synthisound der Schweizer Band „Yello“, doch irgendwie bleibt die Szene befremdlich. Bodyguards sind auch nicht zu sehen. Die Stärken des Films liegen im dramatischen Segment, in dem es um den todkranken 8-jährigen Sohn von Kater und Marie geht. Hier gibt es mehrere Szenen, die den Zuschauer zum Taschentuch greifen lassen. Hier wird nicht zu sehr konstruiert, sondern es wird ein sehr reales, anrührendes Szenario geschaffen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der DVD ist nicht ganz überzeugend, da es stellenweise etwas stumpf wirkt. Die Bildschärfe ist eher durchschnittlich und für das Medium nicht repräsentativ. Die Farben wirken bei Innenaufnahmen nicht frisch, während bei Außenaufnahmen die Mischung sehr harmonisch erscheint. Der Ton ist gut und spielt sich vorwiegend über die vorderen Lautsprecher ab. Dialoge und Score sind gut ausgepegelt, bis auf eine Bettszene, in der Marie Bäumer zu leise herüber kommt.  

Den Auftakt bei den Extras machen die geschnittenen Szenen (03:08 Minuten). Sie sind zu Recht nicht in den Film übernommen worden, da sie ihn nicht bereichert hätten. Es folgen Interviews (07:37 Minuten) u.a. mit Bruno Ganz und Marie Bäumer, die teilweise informativ, aber auch werbend sind. Neben einigen Outtakes (05:43 Minuten) gibt es dann noch den Kinotrailer.

Fazit:
Das Politdrama „Der große Kater“ ist nicht der große Wurf, da der Politteil zu banal ist. Die Dramatik des persönlichen Teils hingegen ist überzeugend und hat Tränenpotential. Das Bild ist nicht so gelungen, der Ton hingegen schon. Den Extras fehlt ein Making Of.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
84:36 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Deleted Scenes
  • Interviews
  • Outtakes
  • Kinotrailer
Der große Kater - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der große Kater
Der große Kater

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Politdrama nach Schema F


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland/Schweiz, 2010
Regie:
Wolfgang Panzer
Drehbuch:
Claus Peter Hant, Dietmar Güntsche, Thomas Hürlimann
Darsteller:
Bruno Ganz, Ulrich Tukur, Marie Bäumer, Christiane Paul, Edgar Selge, Daniel Olivier, Beat Marti, Theo Maalek

Label Deutschland :
Senator Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
15.04.2011