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DVD-Besprechung - Heathers
Story:
Veronica (Winona Ryder) besucht die Westerburg High School, die von einer Clique bestehend aus drei Mädchen mit identischen Vornamen, den Heathers (Kim Walker, Shannen Doherty und Lisanne Falk), kontrolliert wird. Eigentlich würde sie gerne dazu gehören und spielt auch für die drei den Laufburschen, sie verachtet jedoch deren Methoden, andere Mitschüler regelmäßig zu drangsalieren. Als sie eines Tages den Rebell Jason Dean (Christian Slater) kennenlernt und sich in ihn verliebt, beginnen die beiden jedoch es den Heathers heimzuzahlen, was jedoch schnell eine erste Leiche bedingt. Wie praktisch, dass Veronica in der Lage ist Handschriften meisterhaft zu fälschen. Und schon bald erschüttert eine regelrechte Selbstmordwelle die Schule, wobei die Abschiedsbriefe ungeahnte charakterliche Tiefen und extreme Neigungen der Verstorbenen ans Licht bringen.
Meinung zum Film:
„Heathers“ ist eine sehr ungewöhnliche Mischung aus Schwarzer Komödie, Teeniefilm und einem Thriller, die ihm schnell den Status eines Kultfilms einbrachte. Zu seiner Entstehungszeit wurde er jedoch wegen seiner besonderen Sprache, dem subversiven Humor und dem vermeintlich lockeren Umgang mit dem Thema Selbstmord von Teenagern durchaus kontrovers rezipiert. Savoy Film/Intergroove veröffentlichen den Film nun zeitgleich als ungeschnittene deutsche DVD- und Blu-ray-Premiere. Regisseur Michael Lehmann („Hudson Hawk – Der Meisterdieb“) konnte bis heute nie wieder so wirklich an den Erfolg seines schmal budgetierten Erstlings anknüpfen. Drehbuchautor Daniel Waters („Batmans Rückkehr“) hatte hingegen zwei Jahre später mit dem Drehbuch zu „Ford Fairlane – Rock`n`Roll Detective“ direkt den nächsten Kultfilm zu verantworten. Für Winona Ryder war es die zweite wichtige Hauptrolle nach „Beetlejuice“, ihren großen Durchbruch erlebte sie aber erst zwei Jahre später, in „Edward mit den Scherenhänden“, erneut unter der Regie von Tim Burton. Für Christian Slater war Heathers hingegen Dank seiner Coolness bereits der große Durchbruch. Es folgten Hausnummern wie „Robin Hood – König der Diebe“ und „True Romance“ von Tony Scott („The Fan“). Für Shannen Doherty („Mall Rats“) war Heathers sogar die erste große Kinorolle, wirklich bekannt wurde sie aber erst zwei Jahre durch die Teen Soap Opera „Beverly Hills, 90210“.
„Heathers“ beginnt zwar zunächst wie ein typischer Teeniefilm, indem er beispielsweise die genretypischen innerschulischen Gruppierungen, wie Snobs, Footballspieler, Yuppies, Nerds, oder Weltverbesserer, installiert, hat es jedoch faustdick hinter den Ohren und wandelt sich so schnell zu einer äußerst bissigen, schwarzhumorigen Satire, die zunehmend auch Thrillerelemente inkorporiert. Der subversive Humor und die teilweise comichafte Inszenierung könnten dabei durchaus prägend für spätere Serien wie „South Park“ gewesen sein. So zerlegt „Heathers“ genüsslich die typischen, hierarchischen Strukturen an der High School, und setzt sich u.a. kontrovers mit Themen wie Mobbing, Selbstmord von Teenagern, verlogenen gesellschaftlichen Konventionen und der schamlosen Sensationsgeilheit der Medien auseinander. Das zentrale Gespann aus Winona Ryder und Christian Slater legt zudem eine traumhafte Chemie an den Tag, während Shannon Doherty hier erstmals in ihrer Karriere als richtiges Biest punkten kann.
Humortechnisch bewegt sich der Film zwischen den Extremen, mal makaber, mal pointiert, aber stets unterhaltsam und niemals oberflächlich. Die Liebe zum Detail offenbart sich vor allem auch in den sehr vielschichtig angelegten Charakteren, intelligenten Wortspielen und den Wandlungen, die die Hauptcharaktere während des Films durchlaufen. Gerade die fingierten Abschiedsbriefe triefen vor Ironie, die erst durch die erschütterten und hilflosen Reaktionen der bürgerlichen Gesellschaft so richtig zum Tragen kommt. Bedauerlicherweise kann das Finale des Films diesen hohen Standard nicht halten und wirkt doch relativ konventionell. Vor allem das sich anbahnende Zerwürfnis von Veronica und Jason Dean wird etwas überhastet abgehandelt und die actionreiche Auseinandersetzung gegen Ende könnte auch größtenteils aus einem beliebigen Hollywoodstreifen entnommen sein.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD basiert auf der Neuabtastung durch Anchor Bay aus dem Jahr 2008 und ist unter Berücksichtigung des Alters und der Produktionsumstände wirklich sehr gelungen ausgefallen. Die DVD bietet eine gute Schärfe, natürliche Farbgebung und ausgewogene Kontrastwerte. Lediglich ein deutliches Bildrauschen macht sich bemerkbar, das allerdings nie störend wirkt. Die beiden deutschen Tonspuren punkten mit guter Verständlichkeit, professioneller Synchronisation und einer gut austarierten Abmischung, sind aber erwartungsgemäß auch sehr frontlastig ausgefallen.
Für die vorliegende DVD wurden die wichtigsten Extras der Anchor Bay-DVD übernommen, leider jedoch wirklich 1:1, sprich es wurden leider weder zum AK noch zu den beiden Features Untertitel hinzugefügt. Der Audiokommentar mit Regisseur Michael Lehmann, der Produzentin Denise Di Novi und dem Drehbuchautor Daniel Waters bietet viele interessante Hintergrundinfos zu Aspekten wie den Darstellern und deren Casting, den Drehorten, oder auch dem visuellen Stil des Films. Insgesamt weist er fast keine Redepausen auf und ist durchgehend interessant ausgefallen. Das Feature “Return to Westerburg High” (21:20) aus dem Jahr 2008 beschäftigt sich vor allem mit dem Entstehungsprozess und dem Drehbuch des Films, wobei wieder die drei Hauptverantwortlichen aus dem AK zu Wort kommen, enthält aber auch einige Details zu alternativen Endsequenzen des Films. Das Feature “Swatch Dogs & Diet Coke Heads” (30:01) aus dem Jahr 2001 gibt vor allem den damaligen Hauptdarstellern Gelegenheit, sich zu ihren Erfahrungen mit “Heathers” zu äußern und beschäftigt sich auch ausführlich mit der damaligen Aufnahme des Films durch die Kritiker. Weiterhin enthält die DVD noch den englischsprachigen Originaltrailer und den deutschen Trailer, diesen allerdings nur in VHS-Qualität. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„Heathers“ genießt zu Recht den Ruf eines Kultfilms und punktet mit gut aufgelegten Darstellern, kuriosen Charakteren, subversiv-schwarzem Humor und pointierten Dialogen. Die zunehmende Wandlung zum Thriller gegen Ende ist allerdings nicht ohne Schwächen und wirkt etwas überhastet bzw. zu sehr auf den reinen Effekt ausgelegt. Technisch ist die vorliegende Veröffentlichung einwandfrei und auch bezüglich des allerdings nicht untertitelten Bonusmaterials sehr umfangreich ausgefallen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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98:47 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Michael Lehmann, Produzentin Denise Di Novi und Drehbuchautor Daniel Waters
- "Return to Westerburg High"
- "Swatch Dogs & Diet Coke Heads"
- Originaltrailer
- Deutscher Trailer
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Heathers
Heathers
An der Westerburg High School ist die Hölle los!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1988 Regie: Michael Lehmann Drehbuch: Daniel Waters Darsteller: Winona Ryder, Christian Slater, Shannen Doherty, Lisanne Falk, Kim Walker, Penelope Milford, Lance Fenton, Patrick Labyorteaux
Label :
Savoy Film Verkaufsstart : 08.04.2011
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