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DVD-Besprechung - Pendragon - Das Schwert seines Vaters

Story:
Im Jahr 411 n. Chr. verlassen die Römer Britannien und lassen deren Einwohner schutzlos zurück. Diese müssen sich fortan mit den einfallenden Sachsen unter König Hengest (Wally Patton) herumschlagen. Bei einem dieser Überfälle stirbt auch Pendragon (Eaymond Burns), der Vater von Artos (Aaron Burns). Dieser begibt sich daraufhin an den Hof von König Ambrosius (Andrew Burns), der plant, eine Streitmacht gegen die Sachsen ins Feld zu schicken. Artos steigt durch seinen Mut sowie seine strategischen Fähigkeiten schnell zum Kommandanten auf und hat auch ein Auge auf Ambrosius Tochter Wenneveria (Marilyn Bruns) geworfen. Er muss jedoch bald erfahren, dass es am Hof einige Neider gibt, allen voran Caydern (Nicholas Burns), den Meister der Intrige.

Meinung zum Film:

„Pendragon – Das Schwert seines Vaters“ ist eine Ultralow-Budget-Produktion aus den USA, die eine penetrante, christlich-missionarische Botschaft transportiert und von den Burns Family Studios produziert wurde, die gegenwärtig über ihre Homepage die Drohung verbreiten, es sei mit einer weiteren Produktion aus ihrem Hause zu rechnen. Die Schauspielcrew setzt sich dementsprechend vor allem aus Familienmitgliedern zusammen, genauer sind es gleich sieben(!) in den Hauptrollen, offenbar frei nach dem Motto „Seid fruchtbar und mehret euch“. Weiterhin wirkten wohl viele Freiwillige mit. Nur richtige Schauspieler hatten leider offensichtlich etwas besseres zu tun, was der Film durchgängig nicht verdecken kann. Regie führte übrigens ein weiterer Burns, diesmal Nicholas, der im Film auch noch den Fiesling Caydern mimt, während sechs weitere Burns-Familienmitglieder als ausführende Produzenten fungierten. Das Drehbuch stammt von den Burns Family Studios selbst, wie schön, wenn man ein Studio besitzt, das auch noch selbst schreiben kann und dafür nichtmal Drehbuchautoren benötigt! Obwohl, bei dem vorliegenden, ernüchternden Ergebnis sollte das besser doch keine Schule machen. Der Film entstand über einen Zeitraum von drei Jahren und wurde von zahlreichen, christlichen Organisationen, Medien, etc. unterstützt, wobei der Film insgesamt wohl etwas mehr als 250000 Dollar gekostet haben soll.  

Ein Historienfilm mit einer Spielzeit von mehr als zwei Stunden, mit Laiendarstellern realisiert für insgesamt etwas mehr als eine Viertelmillion Dollar, wie mag das wohl aussehen? Um es gleich mal auf den Punkt zu bringen, der Film sieht genauso aus, wie man das unter diesen Voraussetzungen erwarten würde. Die Computereffekte wirken im Film wie Fremdkörper und erinnern qualitativ an die Zwischensequenzen der allerersten Playstationspiele kleinerer Hersteller. Selbst vor nachträglich animierten Standbildern schreckt man hier nicht zurück und die Bluescreen-Hintergründe sind auch eindeutig als solche erkennbar. Hinsichtlich der Kostüme, Waffen und sonstiger Ausrüstung bzw. Kleidung wird man auf jedem Mittelaltermarkt deutlich besser bedient, der optische Eindruck entspricht dem einer ziemlich lieblosen Schulaufführung. Dagegen sind selbst die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg ganz großes Kino. Die Kampfsequenzen, von denen es gar nicht mal so wenige gibt, die aber natürlich keinen einzigen Tropfen Blut beinhalten, sind bezüglich der Choreographie sogar noch weit hinter den Rangeleien in 60er-Jahre Krimiserien einzuordnen und sollen den Zuschauer wohl zu Spenden aus Mitleid animieren. Besonders peinlich wird es, wenn die beiden feindlichen Armeen aufeinander prallen, zusammengenommen sind das nämlich keine 20 Komparsen, die da ein wenig mit ihren albernen Spielzeugwaffen herumfuchteln.

In diesen Sequenzen kann sich auch die unterdurchschnittliche, deutsche Synchronisation auszeichnen, die das ärmlich klingende, männliche Schlachtengebrüll hier mit Urlauten wie „Uaaaahhh“, „Aaaaahhh“, oder „Ughhh“ untermalt. Auf Dialogebene bietet sie aber auch Entgleisungen wie, „Wenn eure Linie bricht, bricht Britannien mit ihr“. Na dann fröhliches Aufwischen! Solche humoristischen Highlights sind innerhalb der quälend langatmigen Erzählung, in der sich eine Dramaturgie nur rudimentär ausmachen lässt, und alles ähnlich vorhersehbar abläuft wie eine handelsübliche Weihnachtspredigt, leider spärlich gesät. Die missionarischen Botschaften, die übrigens plump per Holzhammer verabreicht werden, sind jedenfalls eher ein Ärgernis für den Zuschauer. Und die Darstellung der vermeintlichen Heiden, nebst gerechtfertigter Tötung, lassen nur den Schluss zu, dass der eine oder andere Burns wohl liebend gerne an einem der päpstlichen Kreuzzüge teilgenommen hätte. 



Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der DVD ist wirklich gruselig, obwohl natürlich berücksichtigt werden muss, dass sich das Minibudget sicherlich auch in der Qualität des Filmequipments niedergeschlagen hat. Von Bildschärfe zu reden, ist jedenfalls eigentlich bereits der blanke Hohn, denn der Film ist durchgehend unscharf, mal stärker und mal weniger stark. Daraus ergibt sich insgesamt ein sehr weiches Bild ohne Details, manchmal wie durch den Weichzeichner gezogen, und es gesellen sich auch noch Bewegungsunschärfen hinzu. Die Farbgebung ist zwar relativ natürlich ausgefallen, wirkt aber saft- und kraftlos. Das Bild weist vor allem in dunkleren Sequenzen deutliche Kompressionsspuren auf, zudem gibt es bei Tagesszenen häufiger deutliche Überstrahlungen, die nur teilweise als bewusstes Stilmittel gewählt wurden. Die deutschen Tonspuren bieten eine gute Verständlichkeit, klingen aber extrem frontlastig und die gewählten Soundeffekte sind von äußerst magerer Qualität. Im englischsprachigen Original klingen die Sprecher deutlich leiser, dementsprechend ist die Abmischung hier weniger gelungen, da die Musikuntermalung dominanter wirkt.  

Das Bonusmaterial ist nicht gerade umfangreich ausgefallen und beinhaltet keine deutschen Untertitel. Nach der Einleitung des Regisseurs (1:46) belegt das “Behind the Scenes”-Feature (8:10)  eigentlich nur, anhand einer Verfolgungssequenz zu Pferde und einem Schwertkampf aus dem Film, wie unprofessionell hier bei den Dreharbeiten gearbeitet wurde. Die beiden Deleted Scenes (2:53) wurden zu recht entfernt und ansonsten finden sich auf der DVD nur noch eine Bildergalerie vom Set und der englische Filmtrailer. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
„Pendragon – Das Schwert meines Vaters“ ist der plumpe Versuch christlicher Fundamentalisten, einen Historienfilm mit Minibudget auf die Beine zu stellen, der nicht nur aufgrund der ärmlichen Ausstattung, miesen Effekte und unfähigen Laiendarsteller eher wie ein überlanger, uninspirierter Amateurfilm wirkt. Die christliche Botschaft wird dabei ziemlich penetrant eingearbeitet und sicherlich in dieser Form keinen großen Zulauf für diese Religionsgemeinschaft begründen.Technisch handelt es sich, vor allem produktionsbedingt, um eine Veröffentlichung die einer DVD, lediglich die Schamesröte auf ihre empfindsame Datenseite treibt und das Bonusmaterial ist nicht weniger trostlos ausgefallen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
122:12 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Behind the Scenes
  • Einleitung des Regisseurs
  • Deleted Scenes
  • Bildergalerie
  • Englischsprachiger Trailer
Pendragon - Das Schwert seines Vaters - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Pendragon - Das Schwert seines Vaters
Pendragon: Sword of His Father

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Oh Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Chad Burns
Drehbuch:
Burns Family Studios
Darsteller:
Aaron Burns, Andrew Burns, Nicholas Burns, Marilyn Burns, Chad Burns, Raymond Burns, Wally Patton, Erik Dewar

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
12.05.2011