Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  The Clinic
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Blu-ray-Besprechung - The Clinic

Story:
Das junge Paar Cameron (Andy Whitfield) und Beth (Tabrett Bethell) befindet sich am Heiligabend des Jahres 1979 auf dem Weg zu Beth' Eltern, um mit ihnen gemeinsam das Fest der Liebe zu verbringen. Doch nachdem sie auf der Straße, irgendwo im australischen Outback, von einem anderen Auto abgedrängt wurden und es fast zu einem Unfall gekommen wäre, entschließen sie sich, die Nacht lieber in einem Motel zu verbringen. Während Cameron irgendwann Heißhunger bekommt und sich nach etwas zu essen umsieht, wird die hochschwangere Beth entführt und erwacht in einer Badewanne voller Eis, mit einer frischen Naht am Bauch. Doch wo befindet sie sich? Und vor allem: Was ist mit ihrem Baby geschehen?

Meinung zum Film:
Der australische Horrorthriller "The Clinic" wirkt ein bisschen so, als hätte Regisseur James Rabbitts hier für sein Erstlingswerk einfach mal wild Elemente aus allen möglichen Genrevertretern zusammengewürfelt. So wird man auch den gesamten Film über das Gefühl nicht los, alles irgendwie schon mal gesehen zu haben. Das komplette Setting erinnert beispielsweise zunächst doch sehr an "Motel" mit Luke Wilson und Kate Beckinsale, auch wenn sich die Story dann schnell in eine eher andere Richtung wendet.

Was einem als Zuschauer sofort auffällt, sind (neben den für 1979 doch sehr nach 2010 aussehenden Frisuren) die diversen Mittel zum Zweck, die zwar letztlich eine in sich kongruente Geschichte ergeben, aber viel zu oft - oder eigentlich immer - an den Grenzen des gerade noch Glaubhaften kratzen. Das beginnt schon mit Cameron, der seine hochschwangere Freundin mitten in der Nacht irgendwo in der Wildnis allein zurücklässt, nur weil ihm gerade einfällt, dass er Hunger bekommt. Hä? Erstens hat er bei seiner Ankunft doch den seltsamen Kerl an der Rezeption gesehen und zweitens sollte ihm klar sein, dass er nicht mehr viel Benzin im Tank hat. Und trotzdem fährt er einfach mal gemütlich los? Für einen Mitternachtssnack? Das Ganze wäre vielleicht etwas glaubhafter, wenn er seit Wochen nichts gegessen hätte, aber dieser Fall dürfte eher unwahrscheinlich sein.

Dann wären da noch die anderen Frauen, auf die Beth in der "Klinik" trifft. Alle haben gerade einen Kaiserschnitt ohne medizinisches Fachpersonal hinter sich und sind trotzdem schon wieder topfit? Naaa jaaa ... Als sie dann ihre Kinder finden, stehen sie vor dem Problem, dass sie sie nicht zuordnen können. Hier hätte es ganz hilfreich sein können, sich einfach mal zusammenzutun und alle Kinder in Sicherheit zu bringen, bevor man sich um die Details kümmert. Doch nein, natürlich geht man sich lieber gegenseitig an die Gurgel, weil sich anscheinend in den zugenähten Bauchschnitten die Info darüber befindet, welches Kind zu welcher Frau gehört. Interessanterweise funktioniert der Film aber trotzdem und schafft es - besonders Richtung Finale - doch noch ziemlich spannend zu werden. Dadurch, dass "The Clinic" nicht nur eine einzelne solche Story-Absonderlichkeit aufweist, sondern dem Zuschauer immer weiter immer wieder neue vorsetzt, also durchgängig unglaubwürdige Plotelemente mit sich bringt, ärgert man sich im Endeffekt nicht mehr darüber und wird dann doch noch ziemlich gut unterhalten. So ist "The Clinic" trotz des absolut albernen Drehbuchs ein relativ spannender Film, für den man zwar das Hirn abschalten muss, aber dann anderthalb Stunden gut unterhalten wird.

Digitale Aufarbeitung:
Technisch bewegt sich die Blu-ray von "The Clinic" auf gutem Niveau. Das Bild wirkt klar und sauber und jederzeit scharf, wobei die Detailzeichnungen gelegentlich noch etwas besser hätte sein können. Neben natürlichen Farben mit ausgewogenem Kontrast fällt auch das nur dezente Rauschen positiv auf. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in DTS-HD Master Audio 5.1 vor, die deutsche Fassung gibt es außerdem als Dolby-2.0-Spur. Die Dialoge sind in allen Versionen gut zu verstehen, auch die Musik wurde gut abgemischt, ein wirkliches Räumlichkeitsgefühlt mag sich aber nie so wirklich einstellen, dafür wirkt alles insgesamt deutlich zu frontlastig. Auch den Bass hätte man an einigen Stellen effektiver einsetzen können.

Bonusmaterial ist nicht vorhanden.

Fazit:
"The Clinic" bedient sich bei diversen Vertretern des Horrorthriller-Genres und hinterlässt den Eindruck, dass man alles schon mal irgendwo gesehen hat. Zudem strapaziert die Story die Glaubwürdigkeit bis zum Äußersten. Doch da man kontinuierlich irgendwelche absurden Plotelemente vorgesetzt bekommt, vergisst man diese irgendwann und wird dann letztlich doch recht gut unterhalten. Die Blu-ray zeigt den Film in guter Qualität, aber ohne Extras.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
93:17 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
The Clinic - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Clinic
The Clinic

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Ein so schlechtes Drehbuch, dass es schon wieder gut ist


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australien, 2010
Regie:
James Rabbitts
Drehbuch:
James Rabbitts
Darsteller:
Tabrett Bethell, Freya Stafford, Andy Whitfield, Clare Bowen, Sophie Lowe, Boris Brkic, Marshall Napier, Elizabeth Alexander

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
05.05.2011