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DVD-Besprechung - The Skeptic - Das Teuflische Haus

Story:
Bryan Becket (Tim Daly), ein erfolgreicher Anwalt und berufsmäßiger Skeptiker, erbt nach dem Tod seiner Tante ihr altes Haus und will sich dort eine Auszeit von der Ehe mit seiner Frau Robin (Andrea Roth) gönnen. Schon bald wird er dort jedoch von vermeintlichen Halluzinationen oder geisterhaften Erscheinungen gequält und sein gesunder Menschenverstand beginnt zu bröckeln. Zudem taucht auch noch ein Testament auf, das nicht ihn, sondern eine Abteilung des Delano Instituts unter der Leitung von Dr. Warren Koven (Bruce Altman) bedenkt, das sich mit paranormalen Phänomenen auseinandersetzt. Bryan verliert zunehmend die Kontrolle findet jedoch mit Hilfe des Psychiaters Dr. Shephard (Edward Herrmann) und des Mediums Cassie (Zoe Saldana) heraus, dass wohl ein traumatisches Ereignis in seiner Kindheit diesen Geisteszustand hervorruft.

Meinung zum Film:
„The Skeptic – Das Teuflische Haus“ ist ein amerikanisches Werk aus dem Jahr 2008, das vor allem falsche Erwartungen schüren wird und unter der Regie von Tennyson Bardwell („Dorian Blues“) entstand, der auch das Drehbuch schrieb. Während der Film nämlich eigentlich wie ein typischer „Spukhausfilm“ beginnt, wandelt er sich bald zu einer Art Psychogramm der Hauptfigur, die offensichtlich unter einem verdrängten, traumatischen Ereignis aus ihrer Kindheit leidet, das irgendwie durch die Anwesenheit im Haus seiner Tante wieder durchbricht. Diese Thematik bot bereits Thrillern wie „Wiegenlied für eine Leiche“ viel Potential für einen spannenden Thriller, Bardwell verzichtete aber nicht nur auf diesen Ansatz fremdintendierter Bewusstseinsmanipulation, sondern auch weitgehend darauf Spannung zu erzeugen. In den Hauptrollen des Films agieren mit Tim Daly („Basic – Hinter jeder Lüge eine Wahrheit“) und Tom Arnold („Born 2 Die“), von Zoe Saldana („Avatar – Aufbruch nach Pandora“) mal abgesehen, die aber auch erst nach dem vorliegenden Werk ihren Durchbruch feierte, eher weniger bekannte Darsteller.  

Die eigentliche Hauptrolle spielt allerdings auch die alte Villa der Tante, in der sich wohl auch grob geschätzt etwa 90% des Werkes abspielen. Diese ist zwar recht geschmackvoll eingerichtet und enthält einige Antiquitäten, Geisterhausatmosphäre oder Grusel sucht man hier jedoch vergebens, was sich dann allerdings auch bald als bewusste Entscheidung des Regisseurs erweist. Leider versagt „The Skeptic“ im Hinblick auf ein persönliches Drama oder Psychogramm schon bei der maßgeblichen Charakterisierung von Bryan Becket auf ganzer Linie. Dieser wird zunächst regelrecht als arrogantes Arschloch eingeführt, das nichtmal den Verstorbenen Achtung entgegen bringt. Zudem ist er mit beiden Beinen fest in der Realität verankert und glaubt als geborener Skeptiker an gar nichts, außer an sein eigenes, übergroßes Ego. Kurz nach der Ankunft bricht er jedoch bereits fast vollständig zusammen, nur weil er nachts eine Frauenstimme hört und meint eine Frauengestalt auf der Treppe zu erblicken. Postwendend begibt sich dieser unerschütterliche Realist dann in die Hände des Psychiaters Dr. Shephard und des Experten für das Paranormale, Dr. Warren Koven. Das kommt bereits einer völligen Demontage der Hauptfigur gleich und raubt dem Film jede Glaubwürdigkeit, offenbart zudem, dass Bardwell keinerlei Gefühl für Dramaturgie besitzt, was er in den drögen 81 Minuten bis zum Abspann nachhaltig untermauert.  

Denn was im weiteren Verlauf des Films folgt, ist nichts anderes als eine Reise in die Vergangenheit von Bryan Becket, der er sich Stück für Stück öffnet. Dieser Trip ist jedoch gewürzt mit gestelzten und eher unfreiwillig komischen Dialogen, einem fruchtlosen Nebenplot über Bryans Probleme in der Ehe und enorm viel erzählerischem Leerlauf. Dabei kommen die Nebencharaktere sogar noch schlechter weg, denn Cassies „Erleuchtungen“ im Haus sind einfach nur peinlich, Tom Arnold fungiert eigentlich nur als Anbindung für Bryans berufliche Ebene und Bruce Altman wirkt so, als sollte er nur einigen verquasten Drehbuchideen als eigene Figur mehr Gewicht verleihen. Leider bleibt der Film durchgehend extrem oberflächlich und entwickelt zu keiner Zeit irgendeine Art von Spannungsbogen. Die vorhersehbare Geschichte lässt dabei sehr schnell logische Rückschlüsse auf Bryans Kindheit zu, die aber trotzdem zeitraubend verschleppt werden. Wer jedoch trotzdem weiter durchhält, wird mit dem vielleicht unbefriedigendsten und hirnrissigsten Ende der Filmgeschichte „belohnt“, da dieses nicht nur weitgehend sinnfrei wirkt, sondern zudem im Ergebnis den gesamten Schwerpunkt des Films ad absurdum führt.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildschärfe der DVD ist leider ziemlich schwankend ausgefallen. Auf den ersten Blick hinterlässt sie einen ganz ordentlichen Eindruck, es hapert jedoch in der Detailwiedergabe. Zudem gibt es immer wieder Szenen, egal ob sich das Geschehen im Vorder- oder Hintergrund des Bildes abspielt, bei denen das Bild einen eher weichen Eindruck macht. Das für einen so neuen Film ziemlich deutlich hervortretende Bildrauschen schmälert das Sehvergnügen ebenfalls. Die Farbgebung ist weitgehend natürlich ausgefallen, wirkt aber auch etwas kraftlos und weist einen leichten Rotstich auf. Das liegt allerdings wohl auch an dem etwas zu steil gewählten Kontrast, der das Bild recht hell erscheinen lässt. Bei dunklen Sequenzen fällt der Kontrast dann allerdings sehr schwach aus und schluckt in weiten Teilen massiv Bildinformationen. Defekte oder Verschmutzungen sind außer einem plötzlich auftretenden, vertikalen Störstreifen bei (0:36) nicht auszumachen. Alle Tonspuren verfügen über eine gute Verständlichkeit und sind ausgewogen abgemischt, effekttechnisch hält sich der Film aber sehr zurück und auch die Geräuschkulisse ist alles andere als bedrohlich oder verstörend ausgefallen. Die deutsche Synchronisation bietet eine ordentliche Qualität, das kann die schwachen, schwerfällig wirkenden Dialoge allerdings auch nicht ausgleichen.  

Auf der DVD befindet sich lediglich der englischsprachige Originaltrailer zum Film. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
„The Skeptic – Das Teuflische Haus“ ist keineswegs, wie angenommen werden könnte, ein „Spukhausfilm“ und scheitert auch bereits im Ansatz als Thriller. Vielmehr entpuppt sich der Film als eine Art Psycho-Drama, das jedoch u.a. an fehlender erzählerischer Tiefe, einer unglaubwürdigen, überhasteten Entwicklung der Hauptfigur und mangelhaft ausgearbeiteten Nebencharakteren scheitert. In technischer Hinsicht weist die DVD einige Schwächen auf und ernstzunehmendes Bonusmaterial gibt es nicht.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
85:10 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Englischsprachiger Originaltrailer
The Skeptic - Das Teuflische Haus - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Skeptic - Das Teuflische Haus
The Skeptic

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Skepsis ist angesichts der Qualität dieses Films mehr als angebracht


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Tennyson Bardwell
Drehbuch:
Tennyson Bardwell
Darsteller:
Tim Daly, Tom Arnold, Zoe Saldana, Edward Herrmann, Andrea Roth, Robert Prosky, Bruce Altman, Sara Weaver

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
12.05.2011