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DVD-Besprechung - Todeskommando Russland 5 - Die Heldenkompanie

Story:
Im Jahr 1950 ist die Westukraine zwar mittlerweile frei von den deutschen Besatzern, dafür wurde dieser Teil des Landes aber nun durch Stalin den Polen zugeschlagen. Fortan müssen sich die zahlenmäßig unterlegenen, ukrainischen Partisanen mit den polnischen Truppen und deren sowjetischen Helfern herumschlagen. Diese wollen das gesamte Gebiet von den Ukrainern „befreien“ und schrecken bei ihren Deportationen auch vor Gewalt, Folter und Vergewaltigung nicht zurück.

Meinung zum Film:
„Todeskommando Russland 5 – Die Heldenkompanie“ hat mit den anderen Teilen der von MiG/Movie Power selbst kreierten Reihe erwartungsgemäß nichts zu tun. Zudem spielen die Russen diesmal nur eine untergeordnete Rolle und der Konflikt findet in der Westukraine statt. Der Film aus dem Jahr 2004 erzählt dabei aus ukrainischer Partisanenperspektive den Kampf gegen die polnischen Besatzer und ihre russischen Helfer. Im Internet finden sich leider fast keine Informationen zum Film und es existiert nichtmal ein entsprechender imdb-Eintrag, was nicht gerade ein gutes Zeichen darstellt. Der ukrainische Regisseur Oles Yanchuk („Holod '33“) hat sich allerdings offensichtlich schon mehrmals mit der leidvollen, jüngeren Geschichte seines Heimatlandes auseinandergesetzt.

Todeskommando Russland 4 – Die Konfrontation“ hat die Messlatte innerhalb der Reihe verdammt niedrig angelegt, der nicht verwandte Nachfolger unterbietet diese miese Qualität jedoch noch spielend. Optisch wirkt der Film erschreckend billig, wie ein unterbudgetierter Fernsehfilm älteren Datums. Die Altersfreigabe ab 18 Jahren ist nicht nachvollziehbar und dient wohl nur dazu anspruchslose Videothekengänger in die Irre zu führen. Die wenigen blutigen Effekte sind jedenfalls handwerklich dermaßen schlecht umgesetzt, dass sich hier deutsche Amateurfilmer wie Schnaas, Rose und Co. schon beinahe wie Profis vorkommen müssten. Das größte Problem des Films ist jedoch, dass er erzählerisch überhaupt keinen roten Faden, geschweige denn irgendwelche Identifikationsfiguren, aufweist. Vielmehr wirkt die Produktion, als wäre sie willkürlich aus diversen Folgen einer Fernsehserie zusammengeschnitten worden, bei der lediglich ein grobes, chronologisches Raster den narrativen Rahmen vorgeben sollte. Es gibt für den Zuschauer keine echten inhaltlichen oder dramaturgischen Gewichtungen der Ereignisse, weshalb er nie in den Film hineinfindet. Frei nach dem Motto, „Lustig ist das Partisanenleben“, verfolgt der Film kurze Einsätze der Widerstandskämpfer, zeigt ihre Liebschaften, die Beerdigungen von Kameraden oder es wird einfach fröhlich marschiert und gesungen.  

Zwischendurch kreuzen sich die Wege der Einheit immer wieder mit einem polnischen Kommandeur, der als besonders fieses Schwein dargestellt wird und keine Sauerei gegenüber der ukrainischen Zivilbevölkerung auslässt. Im Sinne der Völkerverständigung sind hier aber sowieso alle Polen und ihre Helfer menschlicher Abschaum, die Partisanen sind hingegen grundsätzlich alle Helden ohne Furcht, die sich nichts Schöneres vorstellen können, als für ihre geheiligtes Vaterland zu sterben, wobei sich hier auch tatsächlich immer wieder religiöse Untertöne einschleichen. So eindimensional bleibt der Film über die gesamte Spielzeit, da jedoch für adäquate Actionsequenzen offensichtlich kein ausreichendes Budget, bzw. für deren Umsetzung kein fähiger Fachmann, vorhanden war, werden auch Freunde gepflegter Gefechtsführung nicht bedient und können ihren Nahkampfanzug im Spind belassen. Die Darsteller fügen sich nahtlos ins Gesamtbild ein und wurden hoffentlich für ihre indiskutable Darbietung nicht entlohnt, die völlig in den Sand gesetzte deutsche Synchronisation setzt den leb – und gesichtslosen Charakteren in dieser Hinsicht aber noch die Krone auf.So ist die Dialogführung alleine schon hinsichtlich der Betonungen katastrophal, während die Sprecher einen unmotivierten bis überforderten Eindruck hinterlassen. Deren Auswahl selbst ist auch schwerlich nachvollziehbar, wenn beispielsweise junge Männer ihre Stimme so zu modulieren versuchen, als hätten sie bereits einige Jahrzehnte mehr auf dem Buckel.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist für einen Film aus dem Jahr 2004 absolut unterdurchschnittlich ausgefallen. Die DVD-Präsentation weist zahlreiche Verschmutzungen und Beschädigungen auf. In Verbindung mit der blassen Farbgebung und der aufgrund des unruhigen Bildstands teilweise „wabernden“ Optik sowie des deutlichen Bildrauschens erinnert die Veröffentlichung eher an einen Film aus den 60er- oder 70er-Jahren. Weiterhin kämpft das Bild bei helleren Sequenzen mit deutlichen Überstrahlungen, in dunklen Sequenzen sind teilweise schwarze Flächen völlig konturlos. Das Bild ist außerdem durchgehend unscharf bis weich und hinterlässt eher den Eindruck einer VHS-Kopie. Die Tonspuren bestätigen in technischer Hinsicht diesen schlechten Eindruck. Zwar sind die Dialoge gut verständlich, die Actionsequenzen entwickeln jedoch weder Druck noch Dynamik und wirken in der Wahl ihrer Soundeffekte äußerst billig.  Über die vorhandene, ukrainische Originaltonspur dürften sich auch die wenigsten Käufer freuen, da auf jede Form der optionalen Untertitelung verzichtet wurde.  

Auf der DVD befindet sich lediglich ein Making Of (19:14) im ukrainischen Originalton, das allerdings aufgrund fehlender Untertitel für deutsche Käufer völlig unnütz sein dürfte. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
„Todeskommando Russland 5 – Die Heldenkompanie“ ist erzählerisch dermaßen plump gestaltet, dass sogar „Nebensächlichkeiten“ wie ein erzählerischer, roter Faden und Identifikationsfiguren für den Zuschauer vergessen wurden. Handwerklich bewegt sich der Film zudem jenseits von Gut und Böse und dürfte keine großartigen Investitionen der Produktionsfirma nach sich gezogen haben. Bildtechnisch ist die Veröffentlichung für einen Film dieses Alters bedenklich schwach ausgefallen, sowie das nicht untertitelte Making Of, als einziges Bonusmaterial, unterstreichen den verheerenden Eindruck dieser Veröffentlichung leider auch noch.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
94:52 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Ukrainisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making Of
Todeskommando Russland 5 - Die Heldenkompanie - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Todeskommando Russland 5 - Die Heldenkompanie
Jeleznay sotny

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Eine Rote Armee ist hier ebensowenig in Sicht wie ein roter Faden


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Ukraine, 2004
Regie:
Oles Yanchuk
Darsteller:
Mykola Boklan, Manfred Schreiner, Dieter Göde, Oleg Prymahenov, Igor Pisnyi

Label Deutschland :
Movie Power
Verkaufsstart Deutschland :
12.05.2011