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DVD-Besprechung - Sindbad und der Minotaurus

Story:
Sindbad (Mann Benett) ist ein berüchtigter Seefahrer und ein furchtloser Abenteurer. Auf der Suche nach verborgenen Schätzen stoßen er und seine Crew eines Tages auf ein Manuskript, das von dem verschwundenen goldenen Kopf des sagenumwobenen Koloss von Rhodos handelt. Doch Sindbad ist nicht der einzige, der sich für diesen riesigen Schatz interessiert. Der böse Zauberer Al-Jibar (Steven Grives) hängt sich an Sindbads Fersen, und so entbrennt ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das für beide Seiten nicht unbedingt ungefährlich enden könnte.

Meinung zum Film:
Serien-Regisseur Karl Zwicky („McLeods Töchter“) wagt sich mit dem Film „Sindbad und der Minotaurus“ in das Abenteuer- und Fantasy-Genre vor. Zudem gilt es einige berühmte Vorgänger, wie z.B. „Sindbad der Seefahrer“ (Richard Wallace) oder „Sindbad und das Auge des Tigers“ (Sam Wanamaker) zu erreichen. Doch das gelingt Zwicky noch nicht mal im Ansatz. Grund dafür könnte zum einen das schlichte Drehbuch aus der Feder von Jim Noble („K9“) sein, dessen Handlung es nicht gelingt, einen richtigen Spannungsbogen aufzubauen oder auch nur annähernd glaubwürdig zu sein. Der Autor versucht zwei Legenden, die des verschwundenen Kopfes des Koloss von Rhodos und die des Minotaurus miteinander zu verbinden, was nicht unbedingt ein Nachteil hätte sein müssen. Hinzu kommen jedoch noch ein dunkler Zauberer, ein Dämon, eine entführte Prinzessin, und einige geistlose, blutrünstige Zombies, was eindeutig zu viel des Guten war. Bei dieser Themenfülle scheint es zwar fast unmöglich, doch der Fokus des Films liegt eindeutig nicht auf den vielen Handlungen, sondern auf den so genannten Kampfszenen, wie man an der Länge dieser Einstellungen erkennen kann.  

Ein weiterer Negativaspekt des Films sind die Dialoge. Noble versucht sie teilweise komisch zu gestalten, was auch teilweise unfreiwillig ein paar Lacher erzeugt. Anscheinend hat er dabei jedoch nicht an die Umsetzung dieser Dialoge durch die mitwirkenden Schauspieler gedacht, die mehr als dürftig ausfällt. Die Rolle des Sindbad wird von Mann Benett („Die Todeskandidaten“) gespielt, dessen herausragendes Merkmal nicht seine schauspielerischen oder komödiantischen Talente sind, sondern eher seine körperlichen Ausmaße. Er wirkt während des gesamten Films wie eine ferngesteuerte Handpuppe, die ihren Text lieber abliest, als ihn auswendig zu lernen, geschweige denn sie zu verkörpern. Steven Grives („Lawinen-derb weiße Tod“) spielt den bösen Zauberer, den Kontrahenten Sindbads. Seine Darstellung hätte besser auf eine Laienbühne gepasst, als in einen Spielfilm. Ob dies nun an seiner versteinerten Mimik, seinen emotionslos vorgetragenen Dialogen, oder aber an seinen hölzernen Bewegungen liegt, ist nicht genau zu ermitteln. Vermutlich ist das komplette Paket eine Fehlbesetzung. Auch der Rest der Darsteller bekleckert sich nicht unbedingt mit schauspielerischem Ruhm, und so stellt die gesamte Crew einen Reinfall erster Klasse dar.

In einem Fantasy-Film kommt der Regisseur gemeinhin nicht ohne Computereffekte aus. Als Beispiel dafür können Filme wie „Herr der Ringe“ (Peter Jackson), "Dungeons and Dragons" (Courtney Solomon) und „Legende“ (Ridley Scott) dienen. Ohne gelungene Special-Effects kann ein Fantasy-Film schnell zur Farce werden. Genau das ist leider bei „Sindbad und der Minotaurus“ passiert. Der auch im Titel auftauchende Minotaurus ist mit Hilfe von CGI-Effekten konstruiert worden, die aber so schlecht gemacht worden sind, dass seine Gestalt fast in den Augen weh tut. Der Minotaurus sieht nicht nur künstlich aus, sondern wirkt wie in den Film hineinkopiert und somit fehl am Platz. Auch die Schnitttechnik kann nicht unbedingt überzeugend. Meistens werden die verschiedenen Kapitel durch eine Abblende miteinander verbunden, was nicht nur unprofessionell ist, sondern auch dilettantisch wirkt. Es wäre schön, wenn mitten in diesem amateurhaften Streifen wenigstens die Kamera einen guten Job gemacht hätte. Doch auch hier darf man vergeblich hoffen. Die Szenen sind nicht richtig ausgeleuchtet, die Kamera fängt nicht unbedingt die wichtigen Aspekte der Szenen ein und wackelt aus teilweise unerfindlichen Gründen. Alles in allem ist dieser Film ein unwürdiger Nachfolger einstiger Filmgrößen, für den es sich bestimmt nicht lohnt, seine Zeit zu verschwenden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild entspricht allen Anforderungen einer gut gemachter Aufarbeitung. Die Bilder sind klar und stets deutlich erkennbar. Die Farbqualität lässt auch nicht zu Wünschen übrig und die auftretenden grau-grün Schattierungen sollten dem angeblichen künstlerischen Aspekt des Films selbst zu geschrieben werden. Der Kontrast hält auch die Balance und dies sogar in den Nachtszenen. Einzig der Ton kann leicht kritisiert werden. Die Musik übertönt teilweise die Dialoge, was sich auch in der Klangqualität ausdrückt, die aus den Boxen klingt. Doch im Laufe des Films gelingt es, den Mix zwischen Musik, Dialog und Hintergrundgeräusch wieder ausgewogener zu gestalten.  

Die DVD bietet keine Extras.

Fazit:
„Sindbad und der Minotaurus“ ist eine Blamage der Filmwelt. Untalentierte Schauspieler, ein überfülltes Drehbuch mit den falschen Prioritäten, ein unmotivierter Regisseur und eine schlechte technische Crew machen diesen Streifen zum schlechtesten Film des Jahres. Es ist schade, dass der Nachfolger einstiger Klassiker eine so schlechte Umsetzung geworden ist.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
84:53 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Sindbad und der Minotaurus - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Sindbad und der Minotaurus
Sindbad and the Minotaur

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Ein vergessener Held - und dies zu Recht!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australien, 2010
Regie:
Karl Zwicky
Drehbuch:
Jim Noble
Darsteller:
Mann Benett, Lily Brown, Holly Brisley, Steven Grives, Dimitri Baveas, Jared Robinson, Brad McMurray, David Vallon, Derek Boyer, Pacharo Mzembe, Lauren Horner, Nick Pendragon, Terry Antoniak, Sam Elia

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
12.05.2011