 |
Blu-ray-Besprechung - Meine Frau, unsere Kinder und ich
Story:
Greg Focker (Ben Stiller) hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass sein Schwiegervater Jack Byrnes (Robert De Niro) den Familienklan mit Argusaugen überwacht. Doch Jack merkt nach einem Herzinfarkt, dass er nicht immer da sein wird und sich um einen Thronfolger kümmern muss. Seine Wahl fällt auf Greg, der sich sehr geehrt führt und versucht in die übergroßen Fußstapfen zu treten. Doch es dauert nicht allzu lang bis er bemerkt, dass er der Aufgabe nur schwer gewachsen ist und diese auch eigentlich gar nicht übernehmen möchte. Und so kommt es wie es kommen muss - die Spannungen zwischen ihm und Jack steigen wieder im gewohnten Maße an.
Meinung zum Film:
Mit „Meine Frau, unsere Kinder und ich“ gibt es nun das mittlerweile dritte Abenteuer mit Greg Focker, der sich den stets misstrauischen Blicken seines Schwiegervaters Jack Byrne ausgesetzt sieht. Regie führte diesmal Paul Weitz, der 1999 mit „American Pie“ einen großen Überraschungserfolg im Comedy-Bereich hinlegen konnte. Als Co-Drehbuchautor wurde John Hamburg („...und dann kam Polly“) verpflichtet, der bereits für den zweiten Focker-Film „Meine Braut, ihr Vater und ich“ die Drehvorlage lieferte. Unterstützt wurde er diesmal von Larry Stuckey, dessen bislang einzige Arbeit die äußerst gelungene Drehvorlage zur Tragikomödie „Elling“ war. Das kreative Team hinter der Kamera macht einen vielversprechenden Eindruck und auch vor der Kamera konnte der bekannte, namhafte Cast wieder versammelt werden. Geholfen hat dies letzten Endes aber nicht. An den Unterhaltungswert des ersten Focker-Films reicht der dritte Aufguss keinesfalls heran. Er reiht sich letzten Endes auch noch hinter der ersten Fortsetzung ein, die im Gegensatz zum Original bereits einiges an Qualität einzubüßen hatte.
An Ben Stiller („Nachts im Museum“) und Robert De Niro („Der Pate 2“) liegt es ganz sicher nicht, dass die Gags teils peinlich unter der Grasnarbe landen. Spritzen, die in das beste Stück gegeben werden müssen um die Wirkung eines Potenzmittels abklingen zu lassen oder anale Einläufe, die genussvoll gegeben werden, lassen sich aber nun mal leider nicht allzu niveauvoll verkaufen. Auch die Fehde zwischen den Beiden entwickelt sich immer mehr in einem höchst albernen Rahmen, die dann im Finale in einem Ballbecken einen ebenfalls nicht sonderlich rühmlichen Abschluss findet. Zum Glück können Gregs Schwiegermutter Dinah Byrnes (Blythe Danner / „Akte X - Der Film“) und Ehefrau Pam Focker (Teri Polo / „Jenseits aller Grenzen“) ein wenig für Anstand sorgen. Gregs Eltern kommen auch diesmal wieder gewohnt verschroben daher, haben aber eher kleine Rolle zugeteilt bekommen. Vater Bernie Focker (Dustin Hoffman / „Rain Man“) verbringt seine Zeit mit seiner frisch gefundenen Flamenco-Leidenschaft, während Mutter Roz (Barbra Streisand / „Yentl“) mit ihrer Sextalkshow für peinliche Momente in Gregs Leben sorgt.
Ebenfalls wieder mit dabei ist Owen Wilson („Marley & ich“) als Kevin Rawley. Wie gewohnt stellt der Ex von Pam und heißumschwärmter Frauenliebling das Leben von Greg auf den Kopf und sorgt mit seiner exzentrischen Art für reichlich Ärger. Zum großen Problem wird für Greg diesmal aber vor allem die attraktive Andi Garcia (Jessica Alba / „Sin City“), von der er sich überreden lässt auf einem Kongress über ein neues Potenzmittel zu reden. Nicht nur, dass er sich dabei entscheidet, seinen Schwiegervater in den Mittelpunkt des Vortrages zu stellen, sieht er sich auch den ständigen Annäherungsversuchen Garcias ausgesetzt. In weiteren kleineren Rollen sind noch Laura Dern („Jurassic Park“) als Rektorin einer Elite-Grundschule und Harvey Keitel („Pulp Fiction“) als Leiter einer Baufirma als Neuzugänge im ohnehin schon beachtlichen Ensemble zu sehen. So ist es ganz sicher nicht das Drehbuch mit seinen teils viel zu platten Gags, das dem Film einen so eben noch durchschnittlichen Unterhaltungswert erreichen lässt. Es sind eindeutig die großartigen Darsteller, die das Maximum aus der Drehvorlage heraus holen. So ist das dritte Treffen mit den Fockers zwar immer noch kein Pflichtprogramm, kann als Leichtgewicht aber zumindest für kurzweilig-leichte Unterhaltung sorgen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck in den Bereichen Kantenschärfe und Detailvielfalt, ohne dabei jedoch Außerordentliches zu bieten. Grund hierfür ist der etwas tief gewählte Kontrast, der nicht nur den Farben ein wenig ihrer Strahlkraft nimmt, sondern zusätzlich auch den Gesamteindruck der Schärfe ein klein wenig drückt. Das Filmkorn macht sich ebenfalls ab und an leicht bemerkbar. Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 5.1 vor und ist die gesamte Laufzeit über klar zu verstehen. Wenn es die Szenen hergeben wird auch immer mal wieder für Raumklang gesorgt.
Die Extras beginnen mit einem alternativen Anfang der eine Laufzeit von rund 3,5 Minuten hat. Von diesen wird aber schon 1 Minute für Paramount-Logo und Cast-Einblendungen genutzt. Während die erste Hälfte davon selbst für den ohnehin schon etwas zu kitschigen Rahmen zu platt gewesen wäre, passt die zweite Hälfte durchaus wunderbar in den Film. Anschließend gibt es auch noch ein alternatives Ende geboten, das ebenfalls rund 3,5 Minuten dauert und den Fokus nicht wie im gewählten Ende auf die Eltern, sondern die besondere Beziehung zwischen Kevin und Pam legt. Im Gag Reel wird dann rund 7 Minuten lang der übliche Quatsch vom Set geboten und anschließend in „Hinter den Kulissen von: Meine Frau, unsere Kinder und ich“ ein bisschen was von den Dreharbeiten, mit vorrangig marketingtechnischem Mehrwert. Mit „Bob und Ben“ und „Ben und Owen“ gibt es anschließend noch ein Blick auf die Beziehungen zwischen Hauptdarsteller Ben Stiller und Robert de Niro, bzw. Owen Wilson und die Entwicklung der Beziehung ihrer Charaktere über die 3 Filme. In „Es wird Zeit“ wird auf die große Auseinandersetzung zwischen Greg und Jack im Finale eingegangen, bevor mit „Der Focker Schuhladen“ noch einmal klar gemacht wird, wie alleine der Name „Focker“ im amerikanischen O-Ton für witzige Momente sorgt. Dem Set liegt zusätzlich noch die DVD-Version des Films sowie eine Digital Copy Version bei.
Fazit:
„Meine Frau, unsere Kinder und ich“ ist nicht nur der dritte Film in der Focker-Reihe, sondern auch die Nr. 3 im internen Unterhaltungs-Ranking. Das Drehbuch bietet nur den gewohnten K(r)ampf zwischen Greg und Jack, garniert mit immer platteren Gags. Durch die erstklassige Besetzung wird aber zumindest noch durchschnittliches Unterhaltungsniveau erreicht und die zeitweise Plattheit können teilweise wieder ausgeglichen werden.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,78:1
|
97:47 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englische Audiodeskription für Sehbehinderte Dolby Digital 5.1 |
Französisch Dolby Digital 5.1 | Italienisch Dolby Digital 5.1 | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Alternativer Anfang „Hochzeitstraum und morgendliches Aufwachen“
- Alternatives Ende „Baumhuas“
- Gag Reel
- Hinter den Kulissen von „Meine Frau, unsere Kinder und ich“
- Bob und Ben
- Ben und Owen
- Es wird Zeit
- Der Focker Schuhladen
- DVD-Version des Films
- Digital Copy
|
|  |
Meine Frau, unsere Kinder und ich
Little Fockers
Ein Familientreffen mit bemerkenswerter Darstellerriege, insgesamt aber zu platt
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010 Regie: Paul Weitz Drehbuch: John Hamburg, Larry Stuckey Darsteller: Ben Stiller, Blythe Danner, Robert De Niro, Teri Polo, Owen Wilson, Dustin Hoffman, Barbra Streisand, Jessica Alba, Daisy Tahan, Colin Baiocchi, Laura Dern
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 05.05.2011
|