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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen

Story:
China im Jahr 690 n.C.: kurz vor der Krönung von Wu Zetian (Carina Lau) zur ersten Kaiserin Chinas, sterben plötzlich mehrere hohe Regierungsbeamte einen mysteriösen Tod. Während das Volk glaubt, dass dies die Strafe der Götter sei, vermutet die Herrscherin eher eine Verschwörung, die sie daran hindern soll, den Thron zu besteigen. Um die Verbrechen aufzuklären, lässt sie den ehemaligen hohen Richter Dee Rengjie (Andy Lau) aus dem Gefängnis holen, der für seine Logik und seinen Spürsinn bekannt ist. Zwischen all den Intrigen, falschen Fährten und Verschwörungstheorien muss Dee nun das Geheimnis aufklären, nicht nur um sich zu retten, sondern letztlich auch das gesamte Kaiserreich.

Meinung zum Film:
Tsui Hark („Triangle“) hat mit seinem Film „Detective Dee- Und das Geheimnis der Phantomflammen“ einen uralten chinesischen Helden wieder zum Leben erweckt. Die Hauptfigur Dee basiert auf den Sagen um den chinesischen Volkshelden Di Rengjie, die im Westen in Form einiger Detektivgeschichten von Robert Van Gulik veröffentlicht worden sind. In einem atemberaubenden Genre-Mix aus Detektivgeschichte, Fantasy und Martial-Arts-Film und Historiendrama schafft es Hark, das China des 6. Jahrhunderts in die Moderne zu transportieren. Dabei ist es interessant zu beobachten, wie er sich der konventionellen Methoden des Kriminalgenres annimmt und ihm ein neues Kleid verpasst. Die Handlung beginnt, wie in Detektivgeschichten üblich, mit einem Mord, den der Ermittler aufzuklären hat. Dabei werden dem Zuschauer immer wieder Hinweise gegeben, um das Rätsel in Konkurrenz mit der Hauptfigur zu lösen. Wie einst Agatha Christie gelingt es dabei Drehbuchautor Jialu Zhang („Feng Sheng“), den Detektiv und auch den Zuschauer mit falschen Hinweisen zu verwirren, bis sich schlussendlich der Knoten um das Rätsel zu lösen beginnt. All dies geschieht vor wahren historischen Ereignissen, die das Kaiserreich China geprägt haben. So verbinden sich drei Genre miteinander, ohne sich dabei gegenseitig den Rang abzulaufen in gekonnter Harmonie zu einem spannenden Actionspektakel der Superlative.  

Das Augenmerk des Zuschauers befindet sich natürlich auf dem Detektiv Dee, grandios und überzeugend dargestellt von Martial-Art-Star Andy Lau („Shaolin“). Gleich einem Sherlock Holmes bedient er sich modernen Methoden, um das Verbrechen aufzuklären und scheut auch nicht davor zurück, die Obrigkeit gegen sich aufzubringen. Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass der Protagonist anscheinend keine Angst hat, den Mächtigen im Staat seine Meinung zu sagen, was in dem Entstehungsland China heute wie damals nicht unbedingt üblich ist. Vielleicht wollte Drehbuchautor Zhang damit eine kleine Kritik an seiner Landesregierung äußern, als er seinem Helden Worte von „Aufrichtigkeit und Ehre“ in den Mund gelegt hat. Natürlich braucht ein Holmes auch einen Watson, der ihm bei seiner schwierigen Aufgabe hilft. In diesem Film sind es derer zwei, die den Detektiv bei seinen Ermittlungen zur Seite stehen. Zum einen die kaiserinnentreue Diplomatin Shanggnan Jingèr, die von der reizenden und talentierten Bing Bing Li („The Forbidden Kingdom“) verkörpert wird. In ihrer Figur verbindet sich Intuition, Intelligenz und unerschütterliche Loyalität. Den zweiten „Watson“ mimt Chao Deng (Yongxin Tiao“) mit seiner Rolle als kluger, mutiger jedoch leicht jähzorniger Hohe Richter Pei Donglai, der durch sein Wissen um die Intrigen und Machtspiele der Regierungskreise ein unentbehrliches Mitglied des Dreiergespanns bildet. Alle Schauspieler werden ihren Rollen gerecht und sorgen für Identifikation beim Zuschauer.  

Bei der Fülle an Genre, die hierbei eine gleichwertige Rolle spielen, muss sehr auf Ausgewogenheit geachtet werden. Aber Regisseur Hark hatte hierfür anscheinend ein Händchen, denn ebenso, wie er sich die westlichen Regeln des Kriminalgenres zu eigen gemacht hat, achtete er vor allem auch auf eine glaubhafte Kulisse, spektakuläre Special-Effects und vor allem auf wirkungsvolle Kampfszenen, die es in sich haben. Wie sich heraus stellte, gab es keine Abbildungen des Kaiserreichs der Tang-Dynastie, so dass Art Director Chi Wai Yan seiner Fantasie freien Lauf lassen konnte, als er den Handlungsort, die Hauptstadt Longyang City, entworfen hat. Natürlich wurde viel mit CGI-Effekten gearbeitet, die sich wirklich sehen lassen können, aber auch die gebauten Kulissen sind mehr als einen einzigen Blick wert. So ist es gelungen, der Hauptstadt ein würdiges und zugleich atemberaubendes Aussehen zu verleihen. Die Kampfszenen sind gut gemacht, wie man es von einem Martial-Arts-Film auch erwartet. Dass dabei manchmal die Grenze der Glaubwürdigkeit überschritten wird, gehört zum Genre dazu, und wird auch erwartet. Die Special-Effects sind jedoch nicht nur in den Kampfszenen oder in der Kulisse gelungen, sondern auch in den einzelnen Todessequenzen exzellent gelungen und spektakulär. Alles in allem ist es hier gelungen, ein Genre neu zu definieren, indem man sich westlicher Methoden bediente, ohne der östlichen Filmkunst untreu zu werden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist unglaublich gut. Es besticht zu jeder Zeit mit einer ungewöhnlichen Schärfe und Klarheit. Die Farbqualität ist exzellent, was vor allem bei den opulenten Kostümen zum tragen kommt. Über das Niveau des Kontrastes kann man auch nicht klagen, auch wenn er manchmal zu hoch ist, um glaubwürdig zu sein, da selbst in tiefster Finsternis noch Details zu erkennen sind. Doch diese Tatsache sollte dem Film und seiner Handlung zugeschrieben werden. Der Ton klingt gleichmäßig und ohne nennenswerte Störungen aus allen Boxen. Auch an dem Mix zwischen Musik, Dialog und Hintergrundgeräuschen gibt es nichts auszusetzen.

Als Extras gibt es ausführliche Interviews mit Regisseur Tsui Hark, Produzent Peggy Lee, Art Director Chi Wai Yan, Drehbuchautor Jialu Zhang und den Hauptdarstellern Andy Lau, Carina Lau, Bing Bing Li und Chao Deng. Zusätzlich enthält die DVD noch eine Bildergalerie und einen Originaltrailer. In einer B-Roll-Sequenz werden einige Szenen beim Dreh gezeigt.

Fazit:
„Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen“ ist nicht nur ein guter Martial-Arts-Film. Er kombiniert auf raffinierte und vor allem spannende Art und Weise den gelungenen Genremix aus Detektivgeschichte, Historienepos und Martial-Arts-Film mit einer kleinen Prise Fantasy. Tsui Hark hat sich als kreativer und mutiger Regisseur, das Beste des Westens und das bekannte des Ostens zu eigen gemacht, um einen Film zu kreieren, der den Zuschauer begeistert. Ein logisch und durchdachtes Drehbuch und eine glaubwürdige Crew haben ihr übriges dazu geleistet. Wirklich ein atemberaubender Film!

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
118:24 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Mandarin
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Interviews mit Cast und Crew
  • Originaltrailer
  • Bildergalerie
  • B-Roll
Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen
Di Renjie

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Ein Film wie ein Überraschungsei: Martial-Arts + Detektivgeschichte + Historienfilm - fantastisch!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
China, 2010
Regie:
Tsui Hark
Drehbuch:
Jialu Zhang
Darsteller:
Andy Lau, Carina Lau, Bing Bing Li, Chao Deng, Tony Leung Kai Fai, Jean-Michel Casanova, Teddy Robin Kwan, Jinshan Lin, Richard Ng, Lu Yao

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
29.04.2011