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DVD-Besprechung - Max Schmeling
Story:
Max Schmeling (Henry Maske) ist schon ein erfolgreicher Boxer, als das Dritte Reich Einzug in Deutschland hält. Für Hitler und seine Schergen ist der Profisportler das ideale Propagandamittel. Aus diesem Grund genießt Schmeling zunächst alle Privilegien der Diktatur, obwohl er nicht unbedingt konform mit deren Politik ist. Der Boxer widersetzt sich sogar direkten Befehlen, seine tschechische Frau Anny (Susanne Wuest) zu verlassen und sich von seinem jüdischen Manager Joe Jacobs (Vladimir Weigl) zu distanzieren. Doch als sich erste Misserfolge in seiner Karriere einstellen, verliert er nicht nur sein Ansehen beim Volk, sondern vor allem die Sympathien des Regimes.
Meinung zum Film:
Das Biopic „Max Schmeling - Eine deutsche Legende“ soll den Aufstieg und Fall des einstigen Box-Weltmeisters Max Schmeling darstellen. Doch leider gelingt es Regisseur Uwe Boll („Dafur“) nicht unbedingt ein authentisches, umfassendes Bild des tragischen Helden zu zeichnen. Der Grund dafür ist die oberflächliche Darstellung des Hauptakteurs. Viele Aspekte von Schmelings Persönlichkeit bleiben im Dunkeln, wie z.B. seine unglaubliche Freundlichkeit in Bezug auf seine Freunde und seine überschäumende Geselligkeit. Vor allem seine Beziehung zu Parteigrößen wie Goebbels, Hitler oder dem Reichssportführer werden so gut wie überhaupt nicht erwähnt. Bedauernswert ist vor allem eine Tatsache, die im Film leider nur am Rande erwähnt wird. Dabei geht es um die Propaganda, die die Nazis mit Schmeling betrieben, die aber größtenteils gegen seinen Willen von Statten ging. Dieser permanente Kampf, sich nicht von der Regierung ausnutzen zu lassen und dabei nicht seine persönliche Freiheit zu verlieren, verlangte nicht nur höchste Konzentration, sondern auch eine enorme psychische Anstrengung, die Schmeling fast an seine Grenzen brachte.
Ein weiteres Problem des Films ist die Besetzung der Hauptrolle mit Henry Maske als Max Schmeling. Maske war ein persönlicher Freund des realen Schmelings und wurde sogar von ihm darum gebeten, diese Rolle zu spielen. Doch der ehemalige Boxprofi ist nun mal kein professioneller Schauspieler. Trotz der starken Bemühungen Maskes, ein möglich authentisches Bild des Sportlerkollegen zu liefern, klingen seine Sätze hölzern, fast wie abgelesen. Er beherrscht seine Mimik und seine Gesten nicht, was zu Folge hat, dass er wie ferngesteuert agiert. Bei einer derartig starken Fokussierung auf diese Figur, ist es natürlich nicht von Vorteil, einen solchen laienhaften Darsteller mit dieser Rolle zu betrauen. Positiv sind jedoch die wirklich bemerkenswerten Boxszenen, die an Realismus nicht zu übertreffen sind. Mit den verstärkten Augenbraunen und der angepassten Frisur bildet Henry Maske hier eine perfekte Inkarnation der berühmten Boxlegende. Was bei der Besetzung der Hauptrolle daneben gegangen ist, gelingt jedoch bei den Nebenrollen. Heino Ferch („Der Untergang“) verkörpert den Trainer Max Machon überaus kompetent und glaubwürdig. Gleiches gilt für die Box-Gegner Schmelings, die allesamt von richtigen Profiboxern gespielt werden, wie z.B. Yoan Pablo Hernàndez, der Schmelings Freund und Konkurrenten Joe Louis spielt.
Dass Uwe Boll nicht unbedingt ein Meister seines Handwerks ist, weiß der Zuschauer spätestens seit „Alone in the Dark“ und „Auschwitz“. Doch was er sich bei „Max Schmeling - Eine deutsche Legende“ leistet, grenzt teilweise an Fahrlässigkeit. Einige Szenen sind im „Wackel-Kamera-Modus“ gedreht, wobei sich jedoch der Sinn dieser Kameraführung dem Zuschauer komplett entzieht. Auch die zum Teil unprofessionellen abgehackten Schnitte, lassen mehr als zu wünschen übrig. Dies verwundert vor allem deshalb, weil ansonsten die Kulisse und die Lichteffekte ziemlich gelungen sind. Doch anscheinend fehlten Boll manchmal die richtigen Konzepte, um den Film anständig zu drehen und der Legende Schmeling ein würdiges Denkmal zu setzen. Dazu addiert sich, dass es Boll nicht gelungen ist, durch eine prägnante Kameraführung und exakte Schnitte die Boxszenen ins richtige Licht zu setzen und dem Zuschauer einen spannenden Kampf zu präsentieren. Dank der Profi-Boxer wirken die Sportszenen zwar authentisch, aber dennoch sind sie langweilig, weil der Spannungsbogen nicht richtig inszeniert ist. Letztlich ist es wohl Bolls Unfähigkeit und dem mangelnden schauspielerischen Talent Henry Maske zu verdanken, dass „Max Schmeling-Eine deutsche Legende“ kein wirkliches Filmerlebnis geworden ist.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild lässt in Großen und Ganzen keinen Grund für Kritik. Es besitzt keine Unschärfen und der Kontrast ist ausgewogen und hat ein gutes Niveau. Die überwiegend auftretende Konzentration der Farben auf Grau/Grün ist dem Film selbst zu zuordnen. Der Ton klingt gleichmäßig und ohne nennenswerte Störungen aus allen Boxen. Auch der Mix zwischen Musik, Dialog und Hintergrundgeräusche ist gelungen.
Die DVD bietet eine Menge Extras, die zusammen auf einer eigenen CD zusammengestellt sind. Zunächst gibt es einen Audiokommentar des Regisseurs Uwe Boll und ein Originaltrailer. Dann folgt ein ausführliches Interview mit Uwe Boll und den Schauspielern Henry Maske, Susanne Wuest, Heino Ferch und Vladimir Weigl. Auch ein Making Of, das dem Zuschauer einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht und eine Aufzeichnung der Premierenfeier befinden sich auf der Disc. Outtakes, einige geschnittene und erweiterte Szenen und eine Bildergalerie vervollkommnen die ausführlichen Extras.
Fazit:
„Max Schmeling -Eine deutsche Legende“ ist nicht nur ein mangelhaftes, unvollständiges Biopic, dass der wahren Legende Schmelings nicht unbedingt schmeichelt. Hinzu kommt ein Amateur als Hauptdarsteller und ein untalentierter Regisseur, deren Unfähigkeit dazu führt, dass die Qualität des Films nicht unbedingt gesteigert wird. Dem Zuschauer bietet sich also auf keinen Fall ein glänzender Stern am Filmhimmel, und man sollte nicht traurig darüber sein, ihn verpasst zu haben.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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120:45 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Premierenfeier
- Outtakes
- Deleted & Extended Scenes
- Bildergalerie
- Originaltrailer
- Interview mit Uwe Boll, Henry Maske, Susanne Wuest, Heino Ferch und Vladimir Weigl
- Audiokommentar des Regisseurs Uwe Boll
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Max Schmeling - Eine deutsche Legende
Max Schmeling - Eine deutsche Legende
Oh, wie langweilig ist doch Uwe Boll!
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2010 Regie: Uwe Boll Drehbuch: Timo Berndt Darsteller: Henry Maske, Susanne Wuest, Heino Ferch, Vladimir Weigel, Yoan Pablo Hernàndez, Detlef Bothe, Christian Kahrmann, Arthur Abraham, Stefan Gebelhoff, Rolf Peter Kahl, Alain Blazevic, Tom Sommerlatte, Peter Gilbert Cotton, Uwe Boll, Luka Satara, Fabian Hübner, Mark Boldin, Duscan Bucan, Angelina Noa, Manfred Wolke
Label :
NewKSM
Verkaufsstart : 16.05.2011
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