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Blu-ray-Besprechung - Umständlich verliebt
Story:
Kassie (Jennifer Aniston) kommt langsam in das Alter, wo es bald mit dem Kinderkriegen eng werden könnte, was dazu führt, dass sie in Panik ausbricht und so schnell wie möglich ein Kind bekommen will. Mangels Lebensabschnittspartner sieht es da aber nicht wirklich rosig aus, also muss ein Samenspender her. Kassies bester Freund Wally (Jason Bateman), den sie vor einigen Jahren kurzzeitig gedatet hatte, kommt dafür natürlich nicht in Frage - zumal er von der ganzen Sache sowieso nichts hält und Kassie auch dringend abrät. Doch dann findet sich in dem attraktiven Roland (Patrick Wilson) ein geeigneter zukünftiger Vater des Kindes ... theoretisch, denn bei Kassies "Ich werde schwanger"-Party kommt es dazu, dass der stark angetrunkene Wally das begehrte Erbgut versehentlich den Abfluss runterspült und einen folgenschweren Austausch initiiert. Während Wally am nächsten Tag schon nichts mehr von der ganzen Sache weiß, muss er sich sieben Jahre später doch noch der Wahrheit stellen. Denn als er schließlich Kassies Sohn kennenlernt, weist der Knirps sehr starke Verhaltensähnlichkeiten zu ihm auf. Wally wird schnell klar, was damals passiert ist, doch Kassie die Wahrheit zu sagen, wird nicht wirklich leichter, als sie ihm gegenüber einerseits andeutet, dass sie vielleicht noch (oder wieder) Gefühle für ihn hat, und andererseits damit anfängt, sich regelmäßig mit dem vermeintlichen Vater Roland zu treffen.
Meinung zum Film:
Jeffrey Eugenides gehört zu den bekanntesten amerikanischen Schriftstellern der Gegenwart. Literaturliebhabern dürfte er spätestens seit dem Gewinn des Pulitzer-Preises für seinen Roman "Middlesex" ein Begriff sein. Filmfans hingegen kennen ihn vor allem durch seinen von Sofia Coppola mit Kirsten Dunst in der Hauptrolle verfilmten Roman "The Virgin Suicides" ("Die Selbstmord-Schwestern"). Mit "Umständlich verliebt" liegt nun eine weitere Adaption eines Werks von ihm vor, wobei der Film nur sehr lose auf der Kurzgeschichte "Baster" aus dem Jahr 1996 basiert. Während es in der ursprünglichen Geschichte um einen unattraktiven Mann geht, der in eine wunderschöne Frau verliebt ist und im Zentrum die Frage steht, ob es besser ist, gut auszusehen oder clever zu sein, ist "Umständlich verliebt" eher die an Hollywood-Standards angepasste Fassung, in der niemand hässlich ist, sondern nur noch erkannt werden muss, für wen sein eigenes Herz wirklich schlägt.
Laut einem Interview mit Eugenides entspricht der Plot seiner Story etwa den ersten zwanzig bis dreißig Minuten des Films, während der Rest eine reine Eigenweiterspinnung der Drehbuchautoren ist - und genau das merkt man "Umständlich verliebt" auch an: Der Film wirkt unglaublich gemächlich und es scheint nie wirklich etwas zu passieren. Während es im ersten Drittel darum geht, dass Kassie (Jennifer Aniston, "Friends") auf die fixe Idee kommt, unbedingt schwanger werden zu müssen, und dieser Abschnitt mit ihrer letztlichen Schwangerschaft und dem Wegzug aus New York endet, weil sie ihr Kind lieber auf dem Land großziehen möchte, passiert im Rest des Films kaum noch etwas und die Handlung plätschert ohne große Höhepunkte vor sich hin: Kassie kehrt sieben Jahre später nach New York zurück, samt ihrem Sohn Sebastian (Thomas Robinson), trifft sich mit Wally (Jason Bateman, "Juno") und der kommt durch die verblüffenden Ähnlichkeiten zwischen ihm und Sebastian schnell auf den Trichter, dass er der eigentliche Vater ist. Die letzte Stunde des Films geht es dann darum, dass sich Vater und Sohn immer mehr annähern, ohne dass Sebastian weiß, dass "Onkel Wally" sein Dad ist, und darum, dass Wally einerseits Kassie die Wahrheit sagen will, andererseits aber Angst davor hat, dass er dann gar keine Chance mehr hat, einmal mit ihr zusammenzukommen.
Natürlich geht am Ende aber doch noch alles gut aus, wodurch "Umständlich verliebt" letztlich keinerlei Überraschungen zu bieten hat. Erstaunlicherweise ist das Ganze aber trotzdem durchaus unterhaltsam und schafft es sogar, nie langweilig zu werden. Die rund hundert Minuten Spielzeit verstreichen ohne größere Längen und die gemächliche Handlung sorgt dafür, dass einem diverse typische Genreklischees erspart bleiben (den großen Missverständnis-und-Figur-muss-halbe-Stunde-mit-den-Konsequenzen-leben-Twist sucht man beispielsweise vergebens). Dass der Film so gut zu unterhalten weiß, liegt sicherlich vor allem an den überzeugenden Darstellern. Vor allem Jason Bateman nimmt man seine Rolle als neurotischer Wally jederzeit ab und die Chemie zwischen ihm und Filmsohn Thomas Robinson stimmt einfach - sogar noch mehr als die zwischen ihm und Jennifer Aniston. Insgesamt bekommt man hier einen durchweg sympathischen Cast zu sehen (unter anderem ist auch noch Jeff Goldblum als Wallys Kollege Leonard dabei), bei dem man als Zuschauer nicht mal auf Nervensäge Roland (Patrick Wilson, "Watchmen") wirklich sauer sein kann.
Digitale Aufarbeitung:
"Umständlich verliebt" kommt in ziemlich guter technischer Qualität daher. Das Bild wirkt jederzeit sehr klar, scharf und sauber und erfreut mit natürlichen Farben, wobei der Film leicht auf Gelb-Braun getimed wurde, vermutlich um einen wärmeren Eindruck zu vermitteln. Die Detailzeichnung könnte noch minimal besser sein, bewegt sich aber in einem konstant guten Bereich. Rauschen ist beständig, aber nur äußerst dezent vorhanden, Kompressionsprobleme lassen sich nicht ausmachen, ebenso wenig wie analoge Defekte oder Verschmutzungen. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in dts-HD High Resolution 5.1 vor und bietet genretypische Kost, was einen recht frontlastigen Mix ohne nennenswerte Effekte bedeutet. Die Hintergrundmusik verteilt sich aber angenehm im Raum und die Dialoge sind zu jeder Zeit sehr gut verständlich.
Das Bonusmaterial bietet eine solide Auswahl: Neben dem Trailer zum Film gibt es einen sechsminütigen Clip von der Premiere zu sehen, außerdem eine knapp dreiminütige Promo-Featurette über die Story sowie ein etwa 15-minütiges Making Of, das nicht allzu promolastig ist und auch ein paar interessante Aufnahmen von den Dreharbeiten zeigt. Im Gag-Reel bekommt man vier Minuten an verpatzten Szenen geboten und der "Blick hinter die Kulissen" zeigt 14 Minuten an B-Roll-Aufnahmen, die erfreulicherweise mit einer guten Kamera aufgenommen wurden und nicht so billig wirken wie sonst so oft. Zusätzlich findet man 27 Minuten an entfernten Szenen mit einleitenden Kommentaren der Regisseure vor und knapp 23 Minuten an Interviews mit Cast und Crew. Zur Abrundung hätten hier nur noch ein Audiokommentar für den Hauptfilm und ein Wendecover ohne FSK-Logo gefehlt, aber auch so bekommt man hier erfreulich viel geboten. Zudem liegen die meisten Extras in HD vor, was immer noch nicht selbstverständlich ist.
Fazit:
"Umständlich verliebt" ist ein sehr gemächlicher Film ohne Überraschungen, der dank seiner sympathischen Darsteller aber dennoch ohne größere Längen gut zu unterhalten weiß. Wer gemütliche romantische Komödien mag und auf Plottwists keinen zwingenden Wert legt, kann hier bedenkenlos zugreifen. Die Blu-ray von Constantin Film bietet sehr gute technische Qualität und eine große Auswahl an Extras, die erfreulicherweise nicht mal allzu oberflächlich ausgefallen sind, sondern öfters durchaus interessante Einblicke in die Entstehung des Films gewähren.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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101:37 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD High Resolution 5.1 | Englisch DTS-HD High Resolution 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Deleted Scenes
- Gag-Reel
- Featurette
- Interviews
- Blick hinter die Kulissen
- Weltpremiere
- Trailer
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Umständlich verliebt
The Switch
Spannungsarme, aber unterhaltsame Vaterschaftskomödie
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010 Regie: Josh Gordon, Will Speck Drehbuch: Allan Loeb nach der Kurzgeschichte "The Baster" von Jeffrey Eugenides Darsteller: Jason Bateman, Jennifer Aniston, Thomas Robinson, Jeff Goldblum, Juliette Lewis, Patrick Wilson, Scott Elrod, Todd Louiso
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 05.05.2011
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