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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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Blu-ray-Besprechung - Spurlos

Story:
Étienne Meunier (Benoît Magimel) ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, der in einem großen Konzern nur noch seinen Schwiegervater (Jean-Marie Winling) als Vorgesetzten über sich hat. Zu Hause mit seiner Frau Clémence (Julie Gayet) läuft es bis auf den vergeblichen Versuch, Nachwuchs zu bekommen, ebenfalls relativ rund. Eines Tages erscheint jedoch sein alter Schulfreund Patrick Chambon (François-Xavier Demaison) auf der Bildfläche und beginnt die Säulen in Étiennes Leben zu erschüttern. Während ihm im Büro der Sturz von der Spitze droht, gerät im Privaten seine Ehe mächtig ins Trudeln. Und auch die Polizei beginnt auf einmal, unbequeme Fragen zu stellen.

Meinung zum Film:
„Spurlos“-Regisseur Grégoire Vigneron hat mit diesem Film seinen bislang einzigen Einsatz auf dem Regiestuhl abgeliefert. Im Filmgeschäft ist er aber dennoch kein Neuling. Als Drehbuchautor hat er unter anderem am Drehbuch zu „Der kleine Nick“ mitgearbeitet, zusammen mit Laurent Tirard, der bei diesem Film auch Regie führte. Tirard ließ es sich nun im Gegenzug nicht nehmen, am Drehbuch zu Vignerons „Spurlos“ mitzuwirken. Für die Hauptrolle wurde der erfahrene französische Schauspieler Benoît Magimel verpflichtet, der u.a. in „Intimate Enemies“ und „Die purpurnen Flüsse 2“ zu sehen war. In weiteren Rollen sind François-Xavier Demaison („Das Labyrinth der Wörter“) als sein alter Schulfreund, Julie Gayet („Küss mich bitte!“) als seine Ehefrau, Jean-Marie Winling („Cyrano von Bergerac“) als sein Schwiegervater, Stéphane De Groodt („Asterix bei den Olympischen Spielen“) als Kommissar und Léa Seydoux („Inglourious Basterds“) als gefährlicher Stolperstein in seinem Leben zu sehen.

Der Film nimmt sich im ersten Drittel in Sachen Spannungsaufbau und Dramatik erst einmal zurück. Es wird das Leben von Meunier gezeigt und wie er mit Problemen umgeht. Es ist dabei schnell zu erkennen, dass Vieles im engen Griff des grauen Alltags steckt. In der Ehe gibt es Sex nach dem Eisprungkalender, damit es endlich mit dem lang gewünschten Nachwuchs klappt. Im Büro freut er sich auf den baldigen Rentenbeginn seines Schwiegervaters, da er dann die Leitung des Konzerns übernehmen kann. Doch die Zeichen beginnen sich dann auf einmal zu drehen. In der Ehe gibt es erste Anzeichen einer Krise, als seine Frau ihre Verstimmung über das teils schroffe und abweisende Verhalten ihres Gatten äußert. In der Firma taucht auf einmal der Sohn der Besitzerin des Konzerns auf und Meunier ist sich sicher, dass er den bald freiwerdenden Posten für sich selbst beanspruchen wird. Auf einmal ist dann auch noch sein alter Schulfreund Patrick da, der wie ein Magnet von Problemen wirkt und Meunier letzten Endes in einen tödlichen Streitfall verwickelt.

Ab diesem Moment beginnt der Film dann langsam aber spürbar die Spannungsschraube anzuziehen. Richtig dramatisch wird es aber trotzdem erst in der letzten halben Stunde. Bis dahin wird gezeigt, wie Meunier sich durch sein aalglattes Winden und kleinere Lügen selbst immer tiefer in einen Sumpf zieht und ziehen lässt, aus dem es für ihn letzten Endes kein Entkommen mehr zu geben scheint. Auf einmal sieht er sich mit den Trümmern seines Lebens konfrontiert, mit einem Bein im Gefängnis stehend. Die Ereignisse wirken allerdings nicht immer unbedingt ganz authentisch und am Ende erscheint das eine oder andere dann doch ein klein wenig zu süß gezeichnet, ganz als hätte man sich durch einen Rosamunde-Pilcher-Roman dazu inspirieren lassen. Damit steht der Ausgang dann auch deutlich im Kontrast zum bis dahin oft eher düster gezeichneten Bild. Über weite Strecken erscheint „Spurlos“ mehr wie ein Drama denn wie ein Thriller und folgt dem in Frankreich oft geliebten Motiv des Film Noir. Hätte der Film diesen Weg bis zum Ende beibehalten, hätte es dem Gesamtbild deutlich besser zu Gesicht gestanden. Aber auch so ist der Film durchaus sehenswert für Freunde dieser speziellen Thriller-Form.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen ordentlichen, wenn auch nicht herausragenden Eindruck. In Sachen Schärfe ist alles im guten Durchschnittsbereich angesiedelt. In der Detailvielfalt reicht es aber nicht, um ganz den Ansprüchen zu genügen. Vor allem Feinheiten sind eher selten zu erkennen. Dies ist aber schon der einzige Kritikpunkt. Insgesamt reicht es noch zu einem durchschnittlichen Gesamteindruck. Der deutsche Ton liegt in DTS-HD Master Audio 7.1 vor, hält sich die meiste Zeit aber dezent zurück und kommt überwiegend aus der Front. Alles andere würde aber auch nur aufdringlich wirken, da das Geschehen eher selten Raum für raumfüllende Effekte bietet.

Extras gibt es keine auf der Blu-ray zu finden.

Fazit:
„Spurlos“ ist ein Thriller, der einige Anleihen an das Drama-Fach nimmt und sich am ehesten in der Noir-Ecke einordnen lässt. Lediglich das zu süße Ende verhindert es, den Film als einen ernsthaften Noir-Kandidaten ins Rennen zu schicken. Wer aber Sehnsucht nach einem sehenswerten ernsten Thriller mit überschaubarem Spannungsaufbau hat, wird hier eindeutig fündig werden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
95:50 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD Master Audio 7.1
DTS-HD Master Audio 7.1
Französisch
DTS-HD Master Audio 7.1
DTS-HD Master Audio 7.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
Spurlos - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Spurlos
Sans laisser de traces

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Lange Zeit ein guter Film Noir, bei dem lediglich das Ende stört


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / Belgien, 2010
Regie:
Grégoire Vigneron
Drehbuch:
Grégoire Vigneron, Laurent Tirard
Darsteller:
Benoît Magimel, François-Xavier Demaison, Julie Gayet, Léa Seydoux, Jean-Marie Winling, Stéphane De Groodt, Dominique Labourier, André Wilms, Georges Siatidis, Christelle Cornil

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
05.05.2011