Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Hammer Horror Collection Box No. 1
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Hammer Horror Collection Box No. 1

Story:
Dracula und seine Bräute
Die junge Lehrerin Marianne Danielle (Yvonne Monlaur) verschlägt es auf dem Weg zu ihrer neuen Stelle im Mädchenpensionat von Badstein für eine Nacht in das Schloss der mysteriösen Baronin Meinster (Martita Hunt). Diese hält ihren eigenen Sohn (David Peel) als Gefangenen und versteckt ihn vor der Außenwelt. Aus Mitleid beschließt Marianne, den jungen Mann zu befreien, was jedoch verhängnisvolle Konsequenzen hat. Der Baron ist ein Vampir und verbreitet schon bald Angst und Schrecken in der Umgebung. Lediglich Dr. Van Helsing (Peter Cushing) scheint über das notwendige Wissen zu verfügen, um den Untoten zu stoppen.

Der Fluch von Siniestro
Im Spanien des 18. Jahrhunderts fällt die stumme Tochter eines Kerkermeisters (Yvonne Romain) durch die Bösartigkeit des örtlichen Landesherrn (Anthony Dawson) einer Vergewaltigung zum Opfer. Sie kann jedoch entkommen und nimmt fürchterliche Rache an dem Adligen. Schließlich findet sie Don Alfredo Corledo (Clifford Evans) halb verhungert und schwanger im Wald. Bei der Geburt des Jungen, der auf den Namen Leon getauft wird, stirbt jedoch seine Mutter und auch die Taufe findet unter düsteren Vorzeichen statt. Der Junge ist mit dem Fluch des Werwolfs geschlagen.

Frankensteins Ungeheuer
Nachdem das Labor von Baron Frankenstein (Peter Cushing) wieder mal von Fanatikern zerstört wurde, beschließt er, zusammen mit seinem Assistenten Hans (Sandor Elès) in seine alte Heimat Karlstadt zurückzukehren. Zunächst gelingt es ihm tatsächlich, unerkannt zu bleiben und zu seiner eigenen Überraschung stößt er auf die Kreatur, die er einst zum Leben erweckte, und die vor mehr als 10 Jahren von den Dorfbewohnern zu Tode gehetzt wurde. Um das Monster (Kiwi Kingston) wiederauferstehen zu lassen, benötigt Frankenstein allerdings die Hilfe des Hypnotiseurs Professor Zoltán (Peter Woodthorpe). Dieser verfolgt jedoch seine eigenen Pläne mit der Kreatur.

Meinung zum Film:
Die „Hammer Horror Collection Box No.1“ enthält die drei bereits einzeln erhältlichen „Hammer“-Titel „Dracula und seine Bräute“, „Der Fluch von Siniestro“ und „Frankensteins Ungeheuer“. Die drei Filme befinden sich jeweils in Slim-Cases, die über ein Wendecover ohne FSK-Logo verfügen. Dabei befindet sich auf der Vorderseite das deutsche Kinoplakat und auf der Rückseite das französische Kinoplakat, beide „aufklappbar“, also beinahe im DIN A4-Format, und originalgetreu, bzw. zeitgenössisch, ohne weitere hinzugefügte Elemente. Die drei Slim-Cases befinden sich in einem eher einfach gestalteten und relativ dünnen Pappschuber mit großem FSK-Aufkleber, der jedoch ablösbar sein dürfte. Die enthaltenen DVDs entsprechen technisch und inhaltlich den alten Einzelveröffentlichungen, auf deren attraktive Pappschuber mit Prägedruck und die Booklets dieser Auflagen muss jedoch verzichtet werden. „Dracula und seine Bräute“ ist der zweite Teil des hauseigenen „Dracula-Zyklus“, Regie führte wie beim Erstling Terence Fisher ("Das Phantom der Oper"). Überaschenderweise verzichtet der Film ausgerechnet auf den titelgebenden Grafen und somit auch auf Christopher Lee ("The Resident"). Die Hauptrolle übernahm dafür sein ewiger Gegenspieler, der Vampirjäger und Gelehrte Dr. Van Helsing, verkörpert von Peter Cushing ("Draculas Hexenjagd"), der sich hier mit den Nachfahren des vernichteten Grafen Dracula auseinandersetzen muss. Dieser Generationswechsel wurde mit dem jugendlich wirkenden David Peel auch optisch überzeugend vollzogen, eigentlicher Star des Films ist aber unbestritten ein herausragender Peter Cushing. Klassischerweise punktet "Dracula und seine Bräute" vor allem mit der für Hammer-Filme typischen, dichten und geheimnisvollen Atmosphäre sowie den prächtigen Kulissen. Das Highlight stellt in dieser Hinsicht das geheimnisvolle Schloss der Baronin Meinster dar. Die Bearbeitung des Drehbuchs durch gleich drei verschiedene Autoren führt erzählerisch jedoch auch zu der einen oder anderen Ungereimtheit. Die eher bodenständige Story überzeugt aber auch immer wieder mit interessanten Einfällen. Neben dem rätselhaft anmutenden Einstieg auf Schloss Meinster sind das z.B. die zombiehafte Auferstehung einer "Vampirbraut", eine schmerzhafte Selbstheilung vom Vampirismus, oder die in Tim Burtons "Sleepy Hollow" wieder aufgegegriffene Windmühlensequenz im Finale.  

"Der Fluch von Siniestro" ist eine weitere Schaffensprobe von Terence Fisher, wobei Anthony Hinds ("Der Kuss des Vampirs") hier den Roman "The Werewolf of Paris" von Samuel Guy Endore aus dem Jahre 1933 adaptierte, welcher für den Mythos des Werwolfs eine ähnliche Bedeutung trägt, wie "Dracula" für den Vampirfilm. Das Werk ist eine Wiederbelebung des vierten klassischen "Universal"-Monsters, des Wolfsmenschen, gespielt von Oliver Reed ("Tommy"), jedoch nicht unbedingt dem klassischen Typus des Horrorfilms zuzuordnen. Der Film erzählt vielmehr eine Geschichte von der Grausamkeit der Menschen, eines unheiligen Fluchs und einer tragischen Liebe und folgt dabei dem Motto "Böses gebiert Böses". Der Film folgt dem Wolfsmenschen von der Geburt bis zu seinem Tode, und entfaltet sich eher in Form eines Dramas vor historischer Kulisse. Entsprechend wird auch der erste, sichtbare Auftritt des Werwolfs bis zum Ende hinausgezögert. "Der Fluch von Siniestro" besticht dabei mit sehr schön gefilmten Sets und einer stimmungsvollen, aber auch eher deprimierenden Atmosphäre. Hinzu tritt eine Liebesgeschichte, die sich jedoch aus gesellschaftlichen Gründen und wegen des inneren Konflikts von Leon, der sich im stetigen Kampf zwischen seiner menschlichen und seiner animalischen Seite befindet, niemals wirklich entfalten kann.

"Frankensteins Ungeheuer" ist der dritte Teil der klassischen Frankenstein-Reihe von Hammer. Diese Episode ist jedoch innerhalb der Serie eine echte Besonderheit. Zwar spielt Peter Cushing erneut Baron Frankenstein, Regie führte aber dieses Mal Freddie Francis ("Der Satan mit den langen Wimpern"). Rein stilistisch wirkt der Film außerdem eher wie ein Versuch die Universal-Horrorfilme der 30er- und 40er-Jahre in die farbige Neuzeit hinüberzuretten und weniger wie ein klassischer, englischer Gothic-Horror Marke Hammer. Dieser "amerikanischste" Frankenstein der Reihe konnte dann auch nur in den USA wirklich punkten, weshalb die drei nachfolgenden Frankenstein-Titel mit Peter Cushing wieder dem bewährten Muster der ersten beiden Filme folgten. Beim Monsterdesign lehnte man sich ebenfalls an Karloffs alte Maskerade an, was in ein erbärmlich schlechtes, viereckiges Pappmachè-Design ohne jede Ausdruckskraft mündete. "Frankensteins Ungeheuer" ist aber auch von der Reihe losgelöst betrachtet ein unterdurchschnittlicher, altmodischer Horrorfilm. Frankenstein ist agiert hier keineswegs gefühlskalt oder diabolisch, sondern präsentiert sich vielmehr als verkanntes Genie, das ständig auf der Flucht zu sein scheint. Weiterhin mangelt es dem Monster an jeder Persönlichkeit und erweckt beim Zuschauer lediglich ein Gefühl der Distanz. Unsäglich sind aber auch die Kulissen des Films und die Spezialeffekte. Billigste Rückprojektionen, ein farblich viel zu poppiger Studiolook, lachhafte Tötungsszenen oder ein Schloss, das Modell- und Malereielemente kombiniert, verhindern in ihrer Lieblosigkeit jeglichen Anflug der klassischen Hammer-Atmosphäre. Zudem gebärdet sich die Story als unlogisch anmutendes Konglomerat unpassend verknüpfter Versatzstücke, die sich durch zahllose Anschlussfehler und eine Extraportion Langeweile auszeichnet.

Digitale Aufarbeitung:
Alle drei Titel innerhalb der Box bewegen sich technisch, für Filme dieses Alters, auf einem ähnlich hohen Niveau und wurden deutlich sichtbar aufwendig restauriert. Dementsprechend überzeugen die Hammer-Titel mit sehr guter Schärfe, kräftigen, satten Farben und einer ausgewogenen Kontrastgebung. Defekte oder Verschmutzungen sind eher Ausnahmeerscheinungen und auch das leichte Bildrauschen fällt nicht wirklich störend ins Gewicht. Alle Tonspuren bieten weiterhin eine gute Verständlichkeit und weisen lediglich ein minimales Rauschen auf.

Zu “Dracula und seine Bräute” gibt es im Bonusbereich gleich zwei englische Trailer, bei den anderen Titeln der Box jeweils einen. Weiterhin wird jedes Werk mit einer Bildergalerie mit seltenem Werbematerial bedacht. „Der Fluch des Siniestro“ offeriert zudem noch einen 16-seitigen, deutschsprachigen Schwarz-Weiß-Comic zum Film im PDF-Format innerhalb des DVD-ROM-Bereichs.

Fazit:
Die „Hammer Horror Collection Box No.1“ enthält mit „Dracula und seine Bräute“ und „Der Fluch des Siniestro“ zwei wirklich eindrucksvolle Werke der englischen Kult-Horrorschmiede. „Frankensteins Ungeheuer“ ist jedoch qualitativ ein deutlich Ausreißer, zudem fällt „Der Fluch des Siniestro“ schwerlich in die Kategorie des klassischen Horrorfilms. Zum kleinen Preis und technisch ohne Fehl und Tadel ist die Box jedoch für Nicht-Besitzer der Einzeltitel auf jeden Fall eine klare Empfehlung.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
Dracula und seine Bräute:
82:04 Minuten

Der Fluch von Siniestro:
89:00 Minuten

Frankensteins Ungeheuer:
83:09 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Englische Trailer zu jedem Film
  • Bildergalerien zu jedem Film
  • Comic zu "Der Fluch von Siniestro" (DVD-ROM)
Hammer Horror Collection Box No. 1 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Dracula und seine Bräute / Der Fluch von Siniestro / Frankensteins Ungeheuer
The Brides of Dracula / The Curse of the Werewolf / The Evil of Frankenstein

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Empfehlenswerte Zusammenstellung dreier "Hammer"-Titel, von denen lediglich "Frankensteins Ungeheuer" nicht wirklich überzeugen kann


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1960 / 1961 / 1964
Regie:
Terence Fisher, Freddie Francis
Drehbuch:
Jimmy Sangster, Edward Percy, Peter Bryan, Guy Endore, Anthony Hinds
Darsteller:
Peter Cushing, David Peel, Martita Hunt, Oliver Reed, Clifford Evans, Yvonne Romain, Peter Cushing, Peter Woodthorpe, Duncan Lamont

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
06.05.2011