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DVD-Besprechung - Polanski Unauthorized
Story:
Roman Polanski (Damien Chapa) gilt als einer der größten Regisseure unserer Zeit. Doch so zahlreich und bunt seine Filme sind, ist doch sein Leben traurig und voller Schicksalsschläge. Nur durch Zufall und Glück entkam er den Nazis, denen seine Mutter Bula (Silvia Suvadova) zum Opfer fiel und sein Vater Ryszard (Christian Serritiello) wurde ins KZ gesteckt. Nach Vollendung seines Filmstudiums in London, wanderte er in die USA aus, wo er zwar zahlreiche Filmerfolge feiern durfte, seine grausame Kindheit ihn jedoch nicht zur Ruhe kommen ließ. Als Polanski die Schauspielerin Sharon Tate (Brienne De Beau) kennen und lieben lernt, glaubt er, sich endlich von seiner Vergangenheit befreien zu können. Doch er weiß nicht, dass seine Leiden noch kein Ende gefunden haben, und so nimmt das grausame Schicksal seinen unerbittlichen Lauf.
Meinung zum Film:
Damien Chapas („Blood in Blood out“) Film „Polanski Unauthorized“ beruht, wie der Titel schon andeutet, auf einer unautorisierten Biographie der Filmlegende Roman Polanski. Nicht genehmigte Biographien sind zunächst nichts ungewöhnliches, und bei einer Persönlichkeit wie Polanski, gegen den seit 1977 wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen in den USA ein Haftbefehl besteht, vermutlich etwas normales. Zumal diese Straftat ein Handlungselement des Films darstellt, zu der sich der mutmaßliche Täter nicht unbedingt wahrheitsgemäß äußern würde. Doch Regisseur Chapa belässt es nicht nur dabei, eine literarische Vorlage zu visualisieren, er bezieht eindeutig Stellung, was in seiner Funktion als Produzent, Regisseur und Drehbuchautor sogar fast eine persönliche zu sein scheint. Dass sich Regisseure und Drehbuchautoren bei Biopics bekannter Persönlichkeiten nicht immer an die wahren Ereignisse halten, sollte man der künstlerischen Freiheit zuordnen, doch Chapas Darstellung der einschneidenden Ereignisse im Leben Polanskis geht darüber hinaus. Er vereinfacht viele Geschehnisse, die nicht vereinfacht werden sollten und stellt zudem im Laufe des Films die Behauptung auf, dass Polanski selbst an seinen schweren Schicksalsschlägen schuldig ist. Besonders deutlich wird dies, wenn die Geschehnisse um den Tod von Polanskis Frau Sharon Tate dargestellt werden. Laut Chapas Drehbuch hat Polanski für den Film „Rosemaries Baby“ einen Pakt mit dem Satanist Anton LaVey geschlossen und ihn am Film mitwirken zu lassen. Später musste er dieses Abkommen auf Druck der Öffentlichkeit brechen, wodurch er sich den Zorn LaVeys zuzog, der daraufhin Kontakt mit der Manson Familie, den Mördern Sharon Tates, suchte. Solche Beschuldigungen entbehren jedweder Tatsachen und beleidigen nicht nur die Opfer dieser grausamen Tat, sondern verhöhnen auch deren Angehörige.
Damien Chapa, der den Film nicht nur produziert hat, sondern auch das Drehbuch mitgeschrieben und Regie geführt hat, übernahm zusätzlich als leicht übergewichtige Variante auch die Hauptrolle des Roman Polanskis. Dies stellt eigentlich eine Unglaubwürdigkeit in sich dar, da er keinerlei Ähnlichkeit mit dem Objekt seiner Kritik aufweist. Seine Bewegungen sind hölzern und die Dialoge würden eher zu einer Laienbühne als zu einem Film passen. Entlarvend ist dabei, dass es Chapa weder durch sein Drehbuch, noch durch seine schauspielerische Leistung gelingt, dem Zuschauer einen tieferen Einblick in den Charakter Polanskis zu ermöglichen. Vermutlich ist dies der eigentlich enttäuschende Aspekt des Films, denn bei einem Biopic geht es vor allem darum, dem Zuschauer ein mehr oder minder wahres Bild einer bestimmten Persönlichkeit zu zeigen. Doch Chapas Version von Polanskis Leben bleibt leider nur an der Oberfläche, und zeigt kaum glaubhafte Emotionen, wodurch Polanskis Charakter eher dem einer Maschine gleicht, als dem eines authentischen Menschen. Das Fehlen der Emotionen erstreckt sich leider auch auf die schauspielerische Kunst der restlichen Darstellercrew, die allesamt unglaubwürdig sind, weil es ihnen nicht gelingt, die Ereignisse durch authentische Mimik und Gestik zu verdeutlichen. Einzig Brienne De Beau ("The Sickness") gelingt es, der Rolle der verstorbenen Sharon Tate ein wenig Persönlichkeit einzuhauchen. Leider ist De Beaus Part sehr begrenzt und deshalb nicht unbedingt gerade ausschlaggebend für das Gesamtprodukt. Dazu addiert sich noch, dass die Darstellung ihrer Person und der Ereignisse um ihren grausamen Tod, laut belegter Fakten, zu vereinfacht und verkürzt präsentiert wird, was der wahren Sharon Tate unwürdig ist.
Die Handlung springt wild durch alle Zeiten des Lebens Polanskis. Dieser Kunstgriff der Erzählweise soll Ereignisse der Vergangenheit in Bezug zu Handlungen in der Zukunft stellen. Doch schon nach kurzer Zeit stellt sich beim Zuschauer dadurch eher Verwirrung statt Erleuchtung ein. Einige Szenen sind so schlecht erzählt, dass sie fast einer Beleidigung der wahren Ereignisse gleich kommen. Als das gravierendste Beispiel hierfür kann die Tötungsszene von Bula Polanski dienen, die sie als Gefangene in der Gaskammer zeigt. Statt sich an Augenzeugenberichten zu orientieren, befand der Regisseur es für passender, diese Szene so umzugestalten, dass sie nicht nur unglaubwürdig wird, sondern auch die Opfer des Holocausts beleidigt. Nirgendwo steht geschrieben, dass sich Einzelduschen in den Gaskammern befanden, in denen die Opfer an den Wasserhähnen drehen mussten, um das Gas selbst einzuleiten. Durch diese Szene wird das Leiden der Juden in den KZs ins Extremste marginalisiert, da hierdurch die fast industrialisierte Massenvernichtung, die den Schrecken des Holocausts ausgemacht, ins Lächerliche gezogen wird. Beispielhaft lässt sich an jener Episode aufzeigen, wie genau es der Film mit Authentizität und historischer Korrektheit letztlich nimmt. Künstlerische Freiheit hat eben da seine Grenzen, wo es um Ethik und Respekt vor dem Leiden anderer geht. Die Person Polanskis mag die Öffentlichkeit polarisieren, womit die eingeschränkte Perspektive des Films noch zu entschuldigen ist. Doch das Vereinfachen und Marginalisieren faktisch belegbarer Schicksale geht eindeutig zu weit und spricht in diesem Fall nicht nur für die Professionalität der Macher des Films, insbesondere Chapa, sondern für den respektlosen Umgang mit der Geschichte.
Digitale Aufarbeitung:
Obwohl das Bild in keinster Weise körnig wirkt, hat es jedoch mehrere negative Aspekte. Die Farbqualität lässt aufgrund der permanenten braun/grün Färbung ein wenig zu wünschen übrig. Durch den zu tief geratenen Kontrast, sind Details nicht immer klar zu erkennen, was zudem bei Nachtaufnahmen zu leichten Unschärfen führt. Der Ton ist jedoch klar und tönt gleichmäßig aus allen Boxen, Auch der Mix zwischen Dialog, Musik und Hintergrundgeräuschen gut gelungen.
Die DVD bietet keinerlei Extras.
Fazit:
„Polanski Unauthorized“ ist ein nicht unbedingt gelungenes Biopic über eine der umstrittensten Persönlichkeiten der Filmbranche, Roman Polanski. Vor allem der respektlose und marginalisierende Umgang mit historischen Tatsachen, wie dem Holocaust und dem grausamen Tod von Sharon Tate zeugt von der Unprofessionalität der Macher, die dadurch den gesamten Film unglaubwürdig machen. Zusätzlich tragen eine untalentierte Darstellercrew und ein subjektiv gefärbtes Drehbuch dazu bei, dem Zuschauer den Zugang zu Polanskis Charakter zu verwehren, was dem Sinn eines Biopics widerspricht.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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89:15 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Polanski Unauthorized
Polanski Unauthorized
Lügen und Vorurteile statt Fakten und Tatsachen!
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Damien Chapa Drehbuch: Damien Chapa, Charlton Holder Darsteller: Damien Chapa, Leah Grimsson, Tom Druilhet, Brienne De Beau, Silvia Suvadova, Christian Serritiello, Charles Athur Berg, Pierre Chemaly, Dana Fares, Victor Grione, Kathleen Gregory, Madla Hruza, Derek Johnson, Robert McAtee, Charles Power, Elena Talan, Sonya Rome, Kerry Winchester, Justin Ross, Monica Ramon, John Muj
Label :
Infopictures
Verkaufsstart : 12.05.2011
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