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DVD-Besprechung - Housekeeper's Revenge - Die Rache der Putzfrauen
Story:
Paquita (Aida Morales) und Toña (Rosa Isabel Lorenzo) arbeiten seit etlichen Jahren als Hausmädchen bei der reichen Familie Gonzalez-Dubois, deren Familienoberhaupt Fernando (Francisco Gattorno) sich anschickt das neue Staatsoberhaupt Panamas zu werden. Aufgrund der herablassenden Behandlung durch die dekadenten Familienmitglieder, in Verbindung mit der längere Zeit ausbleibenden Bezahlung ihrer Dienste, reißt den beiden Hausmädchen jedoch der Geduldsfaden. Als die Familie zu einem Trip nach Miami aufbrechen will, nehmen Paquita und Toña die Familie Gonzalez-Dubois gewaltsam als Geiseln und fordern 100000 Dollar Lösegeld von ihnen. Im Laufe der dieses Nervenkriegs gerät die schöne Fassade der Familie jedoch gehörig ins Wanken.
Meinung zum Film:
„Housekeeper's Revenge – Die Rache der Putzfrauen“, im Original schlicht „Chance“ genannt, ist als schwarze Komödie bzw. bebilderte Rachephantasie bebildert, in der sich die unterprivilegierte Schicht Panamas an ihren dekadenten Eliten rächen darf. Als originäre Filmproduktion aus Panama dürfte der Film zumindest echten Seltenheitswert besitzen und zwar selbst für aufgeschlossene, vielseitig interessierte Cineasten. Regisseur und Drehbuchautor Abner Benaim („Good Vibes“) dürfte im hiesigen Kulturkreis jedenfalls ebensowenig bekannt sein, wie die beiden Hauptdarstellerinnen Aida Morales („Marido a Sueldo“) und Rosa Isabel Lorenzo, wobei es für letztere offensichtlich auch ihr erster Auftritt im Filmbusiness war. Der Film schaffte es allerdings auf einige Festivals zum lateinamerikanischen Film und war zumindest in seiner Heimat auch ein großer Kinoerfolg, dem es in der Premierenwoche sogar gelang Camerons „Avatar“ von der Spitze der Charts zu verdrängen.
„Housekeeper's Revenge“ entstand mit einem Budget von lediglich etwa 1,5 Millionen US-Dollar, das macht sich vor allem in der Wahl der Drehorte bemerkbar. Neben den wenigen, unspektakulären Außensequenzen, spielt sich die Produktion vor allem im luxuriösen Haus der Gonzales-Dubois-Familie ab, wobei diese offensichtlich bewusst so gestaltet wurde, als wäre sie einer handelsüblichen, lateinamerikanischen Telenovela entlaufen. Dementsprechend sollten die Herzen der Zuschauer natürlich eigentlich den beiden gegängelten Hausmädchen zufliegen, aber bereits an dieser Stelle offenbart die Produktion eklatante Schwächen. Paquita und Toña machen von Anfang an einen herzlosen, unsympathischen Eindruck und auch von ihrem angeblichen Elend bekommt der Zuschauer nicht besonders viel mit. Im Kern dreht sich nämlich alles um die ausbleibende Bezahlung, also zunächst mal um materielle Motive. Und wenn nach etwas mehr als 20 Minuten die Geiselnahme mit Waffengewalt vollzogen wird, wirkt das nicht nur total übertrieben, sondern angesichts der horrenden Forderung von gleich 100000 Dollar auch schlichtweg wie das Werk typischer Krimineller. Es kommt jedoch noch dicker, denn bei der FSK hat man offensichtlich geschlafen, anders ist die Altersfreigabe ab 12 Jahren jedenfalls nicht zu erklären.
Die erste Amtshandlung der Damen als Geiselnehmer besteht nämlich darin, dass sie den Hausherren mit einer Billardkugel im Mund an den entsprechenden Spieltisch zwingen, worauf diese dann mit einer weiteren Kugel torpediert wird, was in leicht zerbröselte Vorderzähne mündet. Natürlich gibt es fähige Regisseure, die eine solche Szene tiefschwarz eingefärbt humoristisch verwerten können, Abner Benaim gehört jedoch auf keinen Fall dazu und viele angeblich komische Sequenzen wirken selbst für zynisch veranlagte Zeitgenossen einfach nur befremdlich. Als weiteres Beispiel sei an dieser Stelle eine Szene erwähnt, in welcher der junge Sohn der Familie in den Besitz einer Pistole gelangt, diese auf eine der Geiselnehmerinnen sowie seine Mutter richtet, woraufhin beide fortan darum wetteifern sich bei ihm einzuschleimen und ihn auffordern jeweils die andere Person zu erschießen. Mal abgesehen von diesen deplazierten, ohne Feingefühl inszenierten geschmacklichen Entgleisungen erschöpft sich der Film beim komischen Potential darin, einen Zwist zwischen den beiden Eheleuten heraufzubeschwören, die sich dann gegenseitig ihre zur Schau getragenen Masken vom Gesicht reißen. Aber auch dieser Teil zündet nicht und verschreckt zudem noch mit homophob-pubertären Schwulen- bzw. Tuntenwitzen, was allerdings bei rund 80% Katholiken im Land an der Heimatfront sogar gut angekommen sein mag.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildschärfe der DVD bewegt sich auf einem guten, aber nicht überragenden Niveau. Die Farbgebung ist natürlich und ziemlich kräftig ausgefallen. Der Kontrast gibt sich weitgehend ausgewogen, nur selten wirkt das Bild ein wenig zu hell. Die deutsche Tonspur bietet grundsätzlich eine gute Verständlichkeit, leider unterliegt sie aber einige Male gewissen Schwankungen. Der Ton wird dann plötzlich kurze Zeit leise und sehr dumpf, was den Hörgenuss deutlich schmälert. Da dieses Phänomen auch bei der spanischen Originaltonspur, zu der auch optionale, deutsche Untertitel zugeschaltet werden können, an den gleichen Stellen herauszuhören ist, scheint es sich hier um einen Masteringfehler zu handeln.
Auf der DVD befindet sich keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„Housekeeper's Revenge – Die Rache der Putzfrauen“ ist eine völlig unlustige, in bewegte Bilder gegossene Rachephantasie unterprivilegierter Schichten, in denen die „Rächer“ nie das angemessen Maß der Bestrafung finden und in ihrer brutalen, berechnenden Art wie gewöhnliche, völlig unsympathische Kriminelle wirken. Optisch leidet der Film unter der Monotonie der Locations und wirkt inhaltlich wie eine in die Länge gezogene Episode einer lateinamerikanischen Telenovela, obwohl er handwerklich nicht wirklich schlecht ausgefallen ist. Technisch macht die DVD einen guten Eindruck, die Tonschwankungen sind allerdings etwas nervig und Bonusmaterial gibt es auch keines.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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87:02 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Housekeeper's Revenge
Chance
Humor ist, wenn man trotzdem lacht!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Panama, 2009 Regie: Abner Benaim Drehbuch: Abner Benaim, Lino Georg von Saenger Darsteller: Rosa Isabel Lorenzo, Aida Morales, Francisco Gattorno, Maria Alejandra Palacios, Maria Cristina Palacios, Isabella Santodomingo, Juan David Valdez Lauri,
Label :
Infopictures
Verkaufsstart : 20.05.2011
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