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DVD-Besprechung - Double Dragon

Story:
Die junge Satori (Julia Nickson-Soul) hat ein schweres Amt auf sich genommen, denn sie ist der Vormund der beiden Brüder Jimmy (Scott Wolf) und Billy Lee (Mark Dacascos). Die beiden jungen Männern sind in den Kampftechniken gut ausgebildet und sie lieben es dieses Können auch anzuwenden. Doch Satori trägt an einer weiteren Sache schwer, denn sie bewacht die Hälfte eines zerbrochenen Anhängers, der einem Menschen mit seinem Gegenstück große Macht verleiht. Inmitten des Chaos einer zerstörten Stadt findet dann ausgerechnet Satoris Gegenspieler Kogo Shuko (Robert Patrick) heraus wo sie ist und will ihren Teil des Amuletts. Der Kampf um die Macht entbrennt.

Meinung zum Film:
Die Produktion „Double Dragon“ aus dem Jahr 1994 basiert auf dem gleichnamigen Computerspiel aus den 80er Jahren. Das Spiel gehört zur Kategorie der Prügelspiele und inhaltlich geht es im Film auch um nichts anderes. Um es gleich vorneweg zu sagen: der Film hat ein Problem. Die Produzenten konnten sich nicht für ein Genre entscheiden und versuchten einen Endzeitfilm mit einem Fantasystreifen zu kreuzen. Dies ist gehörig in die Hose gegangen und viel schlimmer noch, stellenweise wird der unbeabsichtigt absurd. Trashfans werden jetzt sicherlich hellhörig und wer wirklich eine hohe Toleranzgrenze besitzt, der möge sich den Film ansehen. Mainstreamfreunde werden sich der Fernbedienung zuwenden und alsbald die Stopp-Taste drücken.  

Das Untergangsszenario sieht zunächst ganz akzeptabel aus und die Stadt wird von mehreren Gangs kontrolliert. Sieht sich der Zuschauer diese mal genauer an, dann kommt schnell Langeweile auf, da diese vollkommen uninteressant sind. John Carpenter hat in „Die Klapperschlange“ gezeigt, wie so etwas klappen kann. Das Auto der beiden Helden ist eine dreiste Kopie aus „Zurück in die Zukunft“, wenn Dr. Brown seinen getunten Delorean mit Müll antreibt. Mit dem selben „Kraftstoff“ füttern auch die beiden Lee-Brüder ihren Boliden. Des weiteren wurde versucht Billy und Jimmy in eine Mischung aus den Figuren von „Waynes World“ und „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“ zu verwandeln. Das Ergebnis sind zwei Protagonisten die stets bemüht sind lustige bzw. coole Sprüche zu klopfen, aber überwiegend nicht damit beim Zuschauer ankommen.

Der Fantasy-Teil ist eine Spur besser, jedoch gibt es da so Kleinigkeiten, die dem Zuschauer übel aufstoßen. Als Beispiel sei hier nur der Anführer der Mohawk-Gang genannt. Der große Bursche ist schon im Film als Steroid-Freak eine kleine Legende, doch Kogo Shuko verabreicht ihm noch ein Super-Steroid, das aus den gut definierten Muskeln eine absurde muskuläre Fleischmasse macht. Mark Dascos („Der Pakt der Wölfe“) war zum Zeitpunkt des Drehs schon 30 Jahre, doch den Twen nimmt man ihm noch ab und wundert sich, dass er bereits ein Jahr später ein reiferen Charakter als „Crying Freeman – Der Sohn des Drachen“ abgegeben hat. Auch bei Robert Patrick („3 Engel für Charlie – Volle Power“) als Bösewicht Kogo Shuko muss der Zuschauer schon 2 x hinsehen um in ihm den T1000 zu sehen den er zwei Jahre später in „Terminator 2“ spielte.

Digitale Aufarbeitung:
Beim Bild fällt sofort auf, dass der Kontrast nicht allzu ausgeprägt ist und die Darstellung der Farben darunter leidet.Schwarz wirkt mehr dunkelgrau und die übrigen Farben sehen so aus, als wäre ein ehemals bunter Pullover durch zu viele Waschgänge gegangen. Die Bildschärfe hingegen ist in Ordnung. Der Ton wurde nicht weiter aufgemotzt und so fällt dieser schlicht aus.

Mit viel Werbematerial beginnen die Extras und so gibt es den Originaltrailer, den deutschen Trailer, einen Teaser und einen Musiktrailer zum Abruf. Die Interviews (04:48 Minuten) sind recht rudimentär und haben nur wenig an Informationen zu bieten. Den Titelsong gibt es als Musikvideo und auch einen Blick hinter die Kulissen (04:35 Minuten), der nette Einblicke bietet, aber in Sachen Bildqualität eher unansehnlich ist. Den Abschluss bildet eine Bildergalerie. Bis auf den deutschen Trailer sind alle Extras in englischer Sprache.

Fazit:
„Double Dragon“ war leider nicht der große Wurf in Sachen Videospieladaption. Gewollt haben die Produzenten viel, doch das Ergebnis ist schwach. Trashfans werden evtl. ihren Spaß haben. Die technische Umsetzung ist durchschnittlich.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
91:30 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Trailer deutsch
  • Trailer englisch
  • Teaser englisch
  • Musiktrailer
  • Behind The Scenes
  • Bildergalerie
  • Interviews
Double Dragon - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Double Dragon
Double Dragon

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Dem Drachen geht die feurige Puste aus


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1994
Regie:
James Yukich
Drehbuch:
Paul Dini, Neal Shusterman
Darsteller:
Mark Dacascos, Robert Patrick, Alyssa Milano, Scott Wolf, Kristina Wagner, Julia Nickson, Nils Allan Stewart, Henry Kingi

Label Deutschland :
Infopictures
Verkaufsstart Deutschland :
12.05.2011