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DVD-Besprechung - Digital Man
Story:
Der „Digital Man“ (Matthias Hues) repräsentiert die neueste Generation militärischer Cyborgs und erzielt gleich bei seinem ersten Einsatz gegen eine Gruppe von Terroristen, die etliche Atomsprengköpfe in ihre Gewalt gebracht haben, einen durchschlagenden Erfolg. Durch eine von General Roberts (Ed Lauter) und dem Schöpfer des Cyborgs, Dr. Parker (Paul Gleason), initiierte Sabotage wird „Digital Man“ jedoch zum Sicherheitsrisiko und soll von einer fünfköpfigen Spezialeinheit, unter der Führung von Sergeant Anders (Ken Olandt), ausgelöscht werden. Das besondere an diesem Team ist jedoch, dass es ohne das Wissen seiner Mitglieder zum Teil selbst aus Cyborgs besteht.
Meinung zum Film:
Mit „Digital Man“ begründet das Label MiG bzw. sein Sublabel Voulez Vous, mal wieder eine neue Veröffentlichungsreihe, in diesem Fall unter dem Titel „Sci-Fi Sensation Vol. 1“. Der Film ist ein stark actionbetonter Vertreter der Science-Fiction-Kategorie aus dem Jahr 1995 und hatte offensichtlich auch mit einem mikroskopisch kleinen Budget zu kämpfen. Das äußert sich vor allem in einem äußerst kargen Wüstenszenario und katastrophalen Computereffekten, über die noch zu reden sein wird. Regisseur und Drehbuchautor Phillip J. Roth („Dragon Fighter“), einem B-Filmer vor dem Herrn, standen allerdings vor der Kamera durchaus ein paar bekannte Gesichter zur Verfügung. Den schweigsamen Cyborg „Digital Man“ verkörpert der deutsche Exporthüne Matthias Hues („Dark Angel“), Ed Lauter („Yukon“) mimt den fiesen General, Paul Gleason („Nightmare Beach“) ist der Schöpfer von Digital Man und Patrick Swayzes kleiner Bruder Don („True Blood“) darf als beknacktes Landei den Clown geben. Die eigentlichen Hauptrollen bekleiden allerdings die deutlich unbekannteren Kollegen Ken Olandt („Die Horror-Party“), Kristen Dalton („Babysitter Wanted“) und Adam Baldwin („Ruf nach Vergeltung“).
„Digital Man“ ist ein Vertreter der Kategorie „Laut aber billig“. Irgendwie fliegt hier ständig irgendetwas in die Luft, das Drehbuch macht aber trotzdem keine Höhenflüge und optisch sieht der Film eben auch nicht besser aus, als es das niedrige Budget vermuten lassen könnte. Wenn man bedenkt, dass es sich hier lediglich um einen platten Ballerstreifen mit Sci-Fi-Touch handelt, wirkt der Drei-Ebenen-Plot allerdings geradezu grotesk überladen. Kernstück der Handlung ist natürlich zunächst die Jagd der Spezialeinheit auf den Cyborg. Kurz danach sorgt aber innerhalb des Teams die Entdeckung für Aufregung, dass die Spezialeinheit zum Teil selbst aus Cyborgs besteht, was einiges Misstrauen hervorruft. Währenddessen kommt in der Basis Captain West (Adam Baldwin) einer Verschwörung auf die Spur, da der Cyborg offensichtlich keineswegs gegen sein Programm arbeitet, sondern offensichtlich manipuliert wurde. Leider weiß der Film aber nicht so recht, ob er das jetzt eigentlich ernst meint, oder ob er nicht lieber ein simpler, unterhaltsamer No-Brainer wäre. Die meiste Zeit nimmt sich der Film aber deutlich zu ernst und quält die Zuschauer mit einem naiven bis peinlichen pseudowissenschaftlichen, technokratischen, futuristisch angehauchten Jargon, mit dem ernsthaft versucht wird, das auf Grasnarbenhöhe schwebende Drehbuch intellektuell aufzuwerten.
Andererseits gibt es dann aber in Form des verblödeten Rednecks und Trailerparkdauermieters Billy (Don Swayze), mit seiner leicht „bitchy“ angehauchten Flamme, auch offensichtlich gewollt komische Elemente. Trashfans dürften sich jedenfalls die Hände reiben, wenn Billy wütend auf den Digital Man losgehen will, weil dieser seine Satellitenschüssel, inklusive stilechtem Wohnwagen, in seine Atome zerblasen hat. Dabei kann man dem Film einen gewissen Unterhaltungswert gar nichtmal absprechen, obwohl die Actionszenen eigentlich außer ständigem, häufig etwas übertrieben wirkendem Pyrotechnikfeuerwerk nicht viel zu bieten haben, was sicherlich auch daran liegt, dass die Standard-Minikanonen, die von allen Teammitgliedern mitgeführt werden, auch optisch deutlich mehr versprechen, als diese kostengünstig zusammengeschweißten Modelle im Einsatz wirklich halten können. Wirklich schlimm sind allerdings die absolut grottigen Computereffekte, die z.B. bei den Raumschiffmodellen Verwendung finden, vor allem wenn bedacht wird, dass zu dieser Zeit die Playstation Einzug in die heimischen Wohnzimmer hielt und zudem bereits 1993 „Jurassic Park“ in dieser Kategorie ganz andere Maßstäbe setzte. Dagegen wirkt „Digital Man“ dann eher wie ein filmischer Dinosaurier.
Digitale Aufarbeitung:
Für eine rund 15 Jahre alte Billigproduktion aus einem Nischenbereich macht die DVD einen durchaus ordentlichen Eindruck. Die Bildschärfe ist befriedigend, die Farbgebung relativ kräftig, Bildrauschen fällt nicht sonderlich ins Gewicht und Verschmutzungen halten sich sehr in Grenzen. Der Kontrast gibt sich teilweise etwas steil, was in der Wüstenszenerie häufiger zu deutlichen Überstrahlungen führt, auch die Kompression sorgt hin und wieder für leichte Unruhen. Die beiden Tonspuren bieten eine gute Verständlichkeit und sind ausgewogen abgemischt. Soundtechnisch rummst es zwar aufgrund der gesteigerten Explosivität des Films ganz ordentlich, abseits dieser Basstöne geht es aber eher frontlastig zu.
Auf der DVD befindet sich lediglich der deutsche Trailer zum Film. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„Digital Man“ bietet eine überladene, aber trotzdem ziemlich dämliche Story, kaum nachvollziehbare
Aktionen einiger Hauptakteure, gestelzte, pseudo-technokratische Dialoge, erbärmliche Computereffekte und einen ziemlich kostengünstigen Look mit wenig anheimelnder Wüstenlocation. Einen gewissen Unterhaltungswert und leichtes Trashpotential kann der Produktion trotzdem nicht abgesprochen werden, so dass der „Digital Man“ zumindest gelangweilten B-Movie-Freunden und verkappten Pyromanen vielleicht als kleiner Snack zwischendurch munden könnte.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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91:17 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Digital Man
Digital Man
Menschen, Cyborgs, Explosionen
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1995 Regie: Phillip J. Roth Drehbuch: Phillip J. Roth, Ron Schmidt Darsteller: Matthias Hues, Ken Olandt, Kristen Dalton, Adam Baldwin, Paul Gleason, Ed Lauter, Don Swayze, Woon Young Park
Label :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart : 06.05.2011
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