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Blu-ray-Besprechung - Vampire - Verstecken war gestern
Story:
Bereits zweimal hat ein belgischer Fernsehsender versucht, eine Dokumentation über den untoten Alltag (oder die Allnacht?) der Vampire im Land zu drehen. Beide Versuche gingen schief, doch nun scheint es dank erhöhter Sicherheitsvorkehrungen endlich zu gelingen. Die Filmcrew besucht die Familie von Georges (Carlo Ferrante) und Bertha (Vera Van Dooren), die den Heißsporn Samson (Pierre Lognay) und die melancholische Grace (Fleur Lise Heuet) zu ihren "Kindern" gemacht haben. Während Grace es hasst, ein Vampir zu sein, und sich deshalb ständig versucht umzubringen, was natürlich nicht gelingt, macht Samson gerne mal mit seinem Kumpel allerlei Blödsinn und stellt hübschen Vampirdamen nach. Ebenfalls im Haus leben die Nachbarn, die - weil sie keine Kinder haben - im Keller wohnen müssen, sowie "das Fleisch", eine ehemalige Prostituierte, die nun freiwillig bei den Vampiren in einem "Kühlschrank" haust und ihnen als tägliche Nahrung dient. Nach einiger Zeit kommt es dazu, dass Samson mit der Frau (Alexandra Kamp) des Vampirchefs anbandelt, was ihm ein Todesurteil einbringt. Zwar schafft er es, dieses noch abzumildern, doch die Familie muss ins Exil nach Kanada gehen, wo Vampire deutlich zivilisierter unter den Menschen leben und sogar arbeiten müssen!
Meinung zum Film:
Wenn man das Cover von "Vampire - Verstecken war gestern" sieht, vermutet man zunächst unweigerlich, irgendeine seltsame deutsche Großstadtkomödie vor sich zu haben, zumal auch noch mit Alexandra Kamp Werbung gemacht wird. Umso überraschter ist man dann, wenn man sich den Film anschaut und gleich zu Beginn in eine reichlich blutige Mockumentary gerät. Wir befinden uns in Belgien, Vampire leben ganz offensichtlich unter uns, was auch jeder weiß, und ein Fernsehsender will eine Dokumentation über das alltägliche Leben von ihnen drehen. Zwei Versuche gingen bereits schief, da sich die Blutsauger nicht beherrschen konnten und die beiden Filmcrews dann doch als Appetithappen ansahen. Doch nun will man es ein drittes Mal probieren und dies scheint auch zu klappen.
Die "Dokumentation" begleitet die Familie von Georges (Carlo Ferrante) und Bertha (Vera Van Dooren) eine Weile und gewinnt somit einen Einblick in deren Tages- bzw. Nachtablauf. Dabei dauert es eine ganze Weile, bis einem als Zuschauer bewusst wird, dass man hier eine schwarze Komödie und keinen reinen Horrorfilm vor sich hat. Denn an blutigen Elementen wird nicht gespart. Nach der Teaserszene zu Beginn, die die Angriffe auf die vorherigen Filmcrews zeigt, mäßigt sich das Ganze zwar etwas, doch es gibt immer wieder Szenen, die einem einen Schauer über den Rücken jagen, beispielsweise wenn sich im Rahmen einer Vampirfeier die gesamte Partygesellschaft aufmacht, um eine gleichzeitig stattfindende Feier der Menschen zu "überraschen" und als Mitternachtssnack zu sich zu nehmen, was nicht nur sehr blutig ist, sondern auch noch mit erschreckend düsteren Mozart-Klängen unterlegt wird. Erst nach und nach wird im Laufe des Films der ironische, schwarzhumorige Grundton deutlich. Dies zeigt sich beispielsweise, wenn die Einwanderungspolitik Belgiens auf die Schippe genommen wird, indem die Polizei den Vampiren Immigranten ohne Bleibe als Mahlzeit vorbeibringen, oder wenn Szenen einfach bewusst absurd gestaltet werden - so freut sich die jugendliche "Tochter" der Familie, die eigentlich viel lieber gar kein Vampir sein würde, einen Ast ab, als sie einen pinken Sarg geschenkt bekommt. Teenager bleibt eben doch Teenager. Apropos Teenager: Der große Vampirchef hat den Körper eines etwa zwölfjährigen Jungen, was ebenfalls herrlich absurd ist.
Man merkt schnell, dass man sich bei "Vampire" in Sachen Humor vom großen, ebenfalls aus Belgien stammenden Mockumentary-Vorbild "Mann beißt Hund" hat inspirieren lassen, in dem es darum ging, dass ein Kamerateam einen Serienmörder bei der "Arbeit" begleitet. "Vampire" bietet sicherlich keine großartig neue Aufarbeitung der Thematik, unterhält aber trotzdem gut und hat mit seiner Darstellung der Vampire als blutrünstige Wesen, die sich den Menschen überlegen fühlen, mal wieder ein bisschen Abwechslung vom derzeit so beliebten romantisch verklärten Bild der Blutsauger zu bieten. Etwas schade ist lediglich, dass die Rolle von Georges Frau Bertha reichlich seltsam angelegt wurde - sie scheint geistig ein wenig minderbemittelt zu sein, was nicht so ganz zum Rest der Handlung passt - und dass der Umzug nach Kanada, der eine große Umstellung für die Familie bedeutet, ein bisschen sehr knapp abgefrühstückt wird. Die Schauspieler leisten insgesamt sehr gute Arbeit, alle wirken in ihren Rollen durchweg überzeugend. Lediglich Alexandra Kamp als Frau des Vampirchefs wirkt Fehl am Platz, wobei ihr das Drehbuch auch einen etwas undankbaren Part zugedacht hat.
Digitale Aufarbeitung:
Der Transfer von "Vampire" liegt nur im Halbildformat 1080i vor, was aber für den Film ausreichend ist. Aufgrund des Mockumentary-Stils wird bei der Bildqualität sowieso keine Referenzklasse angestrebt. Dadurch ist es auch zu verschmerzen, dass man zu keiner Zeit wirkliches HD-Feeling bekommt. Der Transfer rauscht extrem stark - selbst in den paar Tageslicht-Szenen. Blockrauschen und Kompressionsartefakte sind ebenfalls an der Tagesordnung, was aber am verwendeten Equipment liegen dürfte. Das Ganze wirkt wie mit einer günstigen HD-Kamera aufgenommen, was vermutlich auch so beabsichtigt ist. Die Atmosphäre des Films bleibt auf jeden Fall - trotz (oder vielleicht gerade wegen) der durchwachsenen Bildqualität - stimmig. Der Ton liegt auf Deutsch und Französisch in Dolby Digital 2.0 vor, zusätzlich gibt es eine deutsche Fassung in DTS-HD Master Audio 5.1, die sich aber ausschließlich auf die Front beschränkt und keinen wirklichen Vorzug gegenüber der 2.0-Version bietet. Die deutsche Synchronisation ist insgesamt gelungen, wobei allerdings ein paar Stellen seltsam übersetzt wurden und der deutsche Ton - Mockumentary-typisch - etwas aufgesetzt klingt. Leider gibt es weder deutsche noch französische Untertitel für den Film.
Bonusmaterial ist nicht vorhanden.
Fazit:
"Vampire - Verstecken war gestern" ist eine gelungene Mockumentary über Vampire in Belgien, die schwarzen Humor mit einer ordentlichen Prise Horror mischt und deutliche Anleihen beim auch aus Belgien stammenden Mockumentary-Vorbild "Mann beißt Hund" nimmt. Zwar bietet der Film keine umwerfend neue Sichtweise auf Vampire, aber dennoch einen unterhaltsamen Gegenpol zum aktuellen Vampire-Romance-Trend. Die Blu-ray zeigt den Film in einer der Aufnahmetechnik entsprechenden zufriedenstellenden Qualität, Bonusmaterial ist nicht vorhanden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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88:05 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Französisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Vampire - Verstecken war gestern!
Vampires
Gelungene Vampir-Mockumentary
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Belgien, 2010 Regie: Vincent Lannoo Drehbuch: Vincent Lannoo, Frédérique Broos Darsteller: Carlo Ferrante, Vera Van Dooren, Pierre Lognay, Fleur Lise Heuet, Julien Doré, Paul Ahmarani, Alexandra Kamp, Batiste Sornin
Label :
WGF Verkaufsstart : 09.06.2011
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