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DVD-Besprechung - Der kleine Lord
Story:
Ceddie (Freddie Bartholomew) lebt nach dem Tod seines Vaters mit seiner Mutter (Dolores Costello) in New York. Auch wenn sie nicht unbedingt viel Geld haben, sind sie doch glücklich und zufrieden miteinander. Doch Ceddie fällt aus allen Wolken, als eines Tages der Anwalt Havisham (Henry Stephenson) bei ihnen auftaucht und eröffnet, dass Ceddie in Wahrheit zu einer reichen, adligen, englischen Familie gehört. Sein letzter Onkel ist vor kurzem gestorben und daher ist Ceddie ab sofort der neue Lord Fauntleroy ist. Er und seine Mutter müssen zurück nach England, damit Ceddie bei seinem Großvater dem Earl of Doringcourt (C. Aubrey Smith) aufwachsen kann. Doch der Earl ist ein schwieriger, strenger Mann, der es nicht gewohnt ist, sich mit Kindern zu befassen und der bei seinen Pächtern wie auch bei den Dorfbewohnern gleichermaßen unbeliebt ist. Doch dem liebenswürdigen und lebensfrohen Ceddie gelingt es, das Herz des alten Mannes auf eine Art zu rühren, wie dieser es nicht für möglich gehalten hätte.
Meinung zum Film:
John Cromwells („Anna und der König von Siam“) Kinoadaption des Kinderbuchklassikers „Der kleine Lord“ aus dem Jahre 1886, ist die erste abendfüllende Tonfilmfassung. Regisseur Cromwell versuchte dabei die wesentlichen Aspekte der literarischen Vorlage beizubehalten, um damit beim Zuschauer einen hohen Wiedererkennungswert zu erzielen. Da sich schon das Buch einer großen Beliebtheit erfreute, ist es kaum verwunderlich, dass sich auch der Film als Kassenschlager entpuppte. Die Handlung wurde nur in einigen unbedeutenden Aspekten verändert, um sie besser an das neue Medium anzupassen. So wurde zum Beispiel die Annäherung zwischen Großvater und Enkel zeitlich gestrafft, ebenso wie die sich aufbauenden Beziehungen zwischen dem kleinen Lord Fauntleroy und der Dorfbevölkerung. Nach 1936 wurden noch diverse Adaptionen, vor allem für das Fernsehen produziert. Aber erst die Produktion von Jack Gold („Ein Umzug kommt selten allein“) 1980 erlangte in Deutschland große Bekanntheit.
Bei der Auswahl der Schauspieler gab sich Cromwell äußerste Mühe. So wurde für die Rolle des kleinen Lords der Kinderdarsteller Freddie Bartholomew ausgewählt, der mit seinem kindlichen Charme und seiner Liebenswürdigkeit das Publikum bezauberte. Obwohl er äußerlich nicht unbedingt dem Vorbild des Buches entsprach, so konnte er doch durch sein schauspielerisches Talent durchaus überzeugen. Da Drehbuchautor Hugh Walepole („Kind Lady“) bei den Dialogen besonders darauf achtete, der literarischen Vorlage treu zu bleiben, blieb Bartholomew besonders durch seine Bezeichnung „Dearest“ für seine Mutter dem Zuschauer in Erinnerung, vor allem, da spätere Adaptionen auf diese Liebesbezeugung verzichteten. Aber auch der restliche Teil der Schauspielercrew trägt einen Teil zum Erfolg des Films bei. Besonders erwähnenswert ist dabei C. Aubrey Smith („Kleine tapfere Jo“), der als der alte Lord eine besonders überzeugende Darstellung bietet.
Der Film ist eine schwarz/weiß Produktion. Obwohl im Buch eine ausführliche Beschreibung Brooklyns wie auch dem Dorf Doringcourt existiert, verzichtet Cromwell fast komplett auf eine umfassende Darstellung der Umgebung. Die Kulissen wirken künstlich, fast wie in einem Theater. Das Dorf Doringcourt wurde bis auf die Kirche ganz verzichtet. Es muss wohl eine Frage des Budgets gewesen sein, die Cromwell darauf hat verzichten ließ. In späteren Fassungen wie beispielsweise der von 1980 (Jack Gold) konnte man auf größere finanzielle Quellen zurückgreifen, was sich nicht nur in der Ausstattung, sondern vor allem in den hervorragenden Kulissen widerspiegelte. Überhaupt ist die Adaption von Jack Gold die in Deutschland bekanntere, da sie jedes Jahr zu Weihnachten im Fernsehen gesendet wird. Leider existiert, aus nicht bekannten Gründen, noch keine deutsche Synchronisation dieser Fassung des Films und ist nur als UK-Export erhältlich. Doch auch die 1936-Fassung hält ihr Versprechen, ein wahrhaft herzerwärmendes Filmerlebnis zu sein, das man sich gern mehr als einmal ansieht.
Digitale Aufarbeitung:
Obwohl der Film aus dem Jahre 1936 stammt und keinerlei digitale Aufarbeitung erfahren hat, kann man das Bild nicht unbedingt als schlecht bezeichnen. Es ist nur leicht körnig und auch die Alterserscheinungen halten sich in Grenzen. Der Kontrast tendiert manchmal ein wenig zu starker Tiefe, doch im Großen und Ganzen hält er ein gutes Niveau, was vor allem in den Nachtszenen erkennbar wird. Der Ton tönt ein wenig dumpf aus den Boxen, was jedoch nicht unbedingt verwunderlich ist. Der Mix zwischen Dialog, Musik und Hintergrundgeräuschen ist jedoch einwandfrei.
Die DVD enthält keine Extras.
Fazit:
„Der kleine Lord“ ist eine gelungene, werkgetreue Filmadaption des Kinderbuchklassikers von Frances Hodgson Burnett. Eine großartige Crew und ein kreativer und intelligenter Regisseur schafften es ein unvergessliches Buch perfekt zu visualisieren, was zu einem wahrem Hochgenuss bei den Zuschauern sorgt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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97:21 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Der kleine Lord
Little Lord Fauntleroy
Immer wieder ein Genuss!
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1936 Regie: John Cromwell Drehbuch: Hugh Walpole Darsteller: Freddie Bartholomew, Dolores Costello, C. Aubrey Smith, Guy Kibbee, Henry Stephenson, Constance Collier, E.E. Clive, Una O'Conner, Jackie Searl, Jessie Ralph, Ivan F. Simpson, Helen Flint, Eric Alden, Mary Beatty, Virginia Field, Reginald Barlow, Lionel Belmore, Tempe Pigott, Gilbert Emery, Lawrence Grant
Label :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart : 06.05.2011
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