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DVD-Besprechung - Brooklyn Rules

Story:
Michael (Freddie Prinze Jr.), Bobby (Jerry Ferrara) und Carmine (Scott Caan) verbindet seit ihrer Kindheit eine feste Freundschaft. Trotz aller Widrigkeiten, die das Aufwachsen in einem Viertel wie Brooklyn mit sich bringt, haben sie es geschafft, nicht mit dem Gesetz, oder der ansässigen Mafia in Konflikt zu geraten. Doch dies ändert sich schlagartig, als Carmine den charismatischen, aber grausamen Mafiaboss Caesar (Alec Baldwin) kennen lernt und von diesem fasziniert ist. Als Carmine immer tiefer in die dunklen Geschäfte der Mafia hineingerät, ist ihm nicht klar, dass dies eines Tages auch eine Gefahr für seine Freunde bedeuten könnte. Doch Mord, Erpressung und Gewalt haben nun mal ihre eigenen Gesetze, wie Michael, Bobby und Carmine schnell erkennen müssen.

Meinung zum Film:
Der Film „Brooklyn Rules“ ist nicht nur eine Geschichte über die Machenschaften der Mafia oder über ein bestimmtes Viertel in New York, wie es der Titel suggeriert. Sein Fokus bezieht sich vielmehr auf die Freundschaft zwischen drei unterschiedlichen Menschen, die versuchen, auf ihre Art und Weise ein glückliches und behagliches Leben zu führen, ohne dabei irgendjemandem auf die Füße zu treten. Dabei ist es Drehbuchautor Terence Winter („The Soprans“) hervorragend gelungen, die unterschiedlichen Charaktere der Protagonisten dem Zuschauer näher zu bringen, um eine Identifikation möglich zu machen. Dabei lebt der Film von dem Wechsel der Atmosphäre zwischen naiver Unbekümmertheit zu akuter Bedrohung. Am besten kann man „Brooklyn Rules“ wohl mit dem 1996 erschienen Film „Sleepers“ (Barry Levinson) vergleichbar. Auch dort steht eine lange Freundschaft in einem grausamen Stadtteil New Yorks im Mittelpunkt der Handlung. Doch damit hört der Vergleich auch schon auf, denn im Gegensatz zu Regisseur Michael Corrente („Outside Providence“) hat es Levinson verstanden, einen Spannungsbogen aufzubauen, der den Zuschauer in seinen Bann schlägt. Dies gelingt Corrente leider nicht, obwohl alle ihm alle Voraussetzungen für einen guten Milieu-Film zur Verfügung standen. Es ist zu vermuten, dass Corrente das nötige Know-How als Regisseur fehlte, um alle Komponenten gekonnt miteinander zu kombinieren, um einen guten Film zu machen, da er sonst eher als Produzent fungiert. Für dieses Argument würde auch die äußerst klassische Kameraführung und die blassen Schnitte sprechen, was für fehlende Kreativität spricht.

Da sich der Film vor allem mit der Freundschaft zwischen den drei unterschiedlichen Typen beschäftigt, ist es wichtig gewesen, dass auch die Chemie zwischen den drei Schauspielern stimmte, um den Eindruck wahrer Freundschaft glaubhaft zu transportieren. Mit der Auswahl von Freddie Prinze Jr. („Den Einen oder Keinen“), Jerry Ferrara („Cross Bronx“) und Scott Caan („Mensch Dave“) ist Corrente dies auch gelungen. Alle drei spielen ihre Rollen perfekt und überaus authentisch. Der Zuschauer merkt schnell, dass die drei miteinander funktionieren, was sich positiv auf den Film auswirkt. Mit Alec Baldwin („Departed- Unter Feinden“), der den charismatischen, aber brutalen Gangsterboss Caesar verkörpert, ist auch diese Rolle perfekt besetzt. Baldwin gelingt es, aus der Rolle alles heraus zu holen, was sie bietet und macht dabei eine sehr gute Figur. Die Funktion der Rolle von Mena Suvari („American Beauty“) ist zwar nicht unbedingt einleuchtend, was sich vermutlich auch auf ihren schauspielerischen Einsatz ausgewirkt hat, denn im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen verblasst ihre Darstellung der Ellen total. Auch die Nebenrollen sind ausgewählt und gut besetzt, so dass in Hinblick auf die komplette Schauspielercrew, bis auf einige wenige Ausnahmen, kein Grund zur Kritik besteht. Allein die deutsche Synchronisation lässt ein wenig zu wünschen übrig, da die Dialoge allesamt ein wenig zu hölzern klingen, was in der Originalfassung nicht der Fall ist.

Der Titel „Brooklyn Rules“ suggeriert, dass es sich hierbei um die Geschichte eines bestimmten Ortes handelt. Demnach müsste der New Yorker Stadtteil Brooklyn eine große Rolle im Film spielen. Doch dies ist leider nicht der Fall, denn obwohl Brooklyn diverse Male von den Darstellern als Handlungsort deklariert wird, bleiben dem Zuschauer dessen Gesetze und besondere Lebensart fremd, denn sie spielen einfach keine wirkliche Rolle im Film. Auch die Mafia wird, obwohl sie das Leben der Hauptfiguren gehörig beeinflusst, eigentlich zu einer Nebenhandlung abgestempelt, was bei dem Drehbuchautor Winter, der die meisten Folgen der Serie „The Sopranos“ geschrieben hat, verwunderlich ist. Um dem Zuschauer die Strukturen der Mafia näher zu bringen, müssen diese auch erläutert werden, doch dies geschieht nicht. Im Gegenteil, es werden bestimmte Fakten in Nebensätzen präsentiert, wie beispielsweise der Tod eines Mafiabosses, und dann erwartet, dass der Zuschauer nun genau weiß, was dies für Folgen für die Protagonisten haben könnte, was natürlich nicht der Fall ist. Da also die Gefahr nicht unbedingt erkennbar ist, die angeblich wie eine dunkle Wolke über der Freundschaft der drei Protagonisten schwebt, bleibt auch ein Spannungsbogen aus, der essentiell für diesen Film gewesen wäre. Lücken in der Handlung wären noch zu verzeihen gewesen, wenn nicht vorher mit dem Film „Sleepers“ bewiesen worden wäre, dass es auch besser geht. So reduziert sich „Brooklyn Rules“ trotz guter Schauspielercrew auf einen Film über eine Männerfreundschaft, die zwar nett anzuschauen ist, aber leider nicht unbedingt das große Interesse weckt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist klar und bietet keinen Grund zur Kritik. Die Farbqualität hält eine gute Balance und auch der Kontrast bewegt sich auf einem gesunden Niveau. Der Ton erklingt klar und gleichmäßig aus allen Boxen. Auch der Mix zwischen Musik, Dialogen und Hintergrundgeräuschen ist gut gelungen.

Die DVD besitzt einen Audiokommentar des Regisseurs Michael Corrente und des Drehbuchautors Terence Winter, die die einzelnen Szenen erklären und bewerten. Zudem existiert noch ein Originaltrailer und eine Bildergalerie.

Fazit:
„Brooklyn Rules“ ist ein guter Film über Freundschaft, was jedoch nicht im Sinne der Macher gewesen sein kann, denn die Hauptthemen, Mafia und die harten Bedingungen der Realität Brooklyns, verkommen zu Nebenhandlungen, die weder erläutert noch ausgeführt werden. Somit bleibt dem Zuschauer jedoch ein Zugang zu den Ereignissen verwehrt, ein Spannungsbogen kann nicht aufgebaut werden und der Film verkommt zur langweiligen Farce. Das ist schade, denn alle Komponenten stimmten, doch leider sind sie nicht richtig zusammengesetzt worden, was wohl an der fehlenden Erfahrung des Regisseurs gelegen haben mag.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
95:04 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer
  • Bildergalerie
Brooklyn Rules - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Brooklyn Rules
Brooklyn Rules

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Mafia im Schonprogramm!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Michael Corrente
Drehbuch:
Terence Winter
Darsteller:
Paulo Aranjo, Daniel Day, Ty Thomas Reed, Freddie Prinze Jr., Alec Baldwin, Scott Caan, Jerry Ferrara, Christian Maelen, Mena Suvari, Chris Caldovino, John Cenatiempo, Alexa Havins, Staci Rudnitsky, Annie Golden, Monica Keena, Tibor Feldman, Dan McCabe, P.J. Brown, Marc Alan Auten, Rome Kanda, Robert Turano, Phyllis Kay, Lin Tucci, Kevin Thomas, James Thompson, Richard Perello, Antony Paolucci, Ursula Abbott, Antony Vincent, Frank Lapetina, Bern Cohen

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
16.05.2011