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Blu-ray-Besprechung - Phantom Commando - Die Rückkehr
Story:
John (Mikhail Porechenkov) ist der ehemalige Befehlshaber einer Einheit von Fallschirmjägern, die jedoch plötzlich Mann für Mann gemeinen Attentaten zum Opfer fallen. In Wirklichkeit wollen die Hintermänner, estnische Terroristen, jedoch nur an John selbst herankommen, und ihn durch die Entführung seiner Tochter dazu bringen ihren eigenen, zu liberalen Präsidenten zu töten. John bleibt nur wenig Zeit die Entführer zur Strecke zu bringen, er erhält jedoch schließlich unerwartete Hilfe von der Stewardess Aliya (Aleksandra Ursuliak).
Meinung zum Film:
„Phantom Kommando“ aus dem Jahr 1985 von Mark L. Lester („Groupie - She will take care of the Band“) ist ein absoluter Schwarzenegger-Klassiker und steht für kompromisslos-reaktionäre 80er-Action mit hohem Trashfaktor. Der Film wurde im September 2010 vom Index genommen und ist somit auch als deutsche Blu-ray mittlerweile überall frei verkäuflich erhältlich. Im Jahr 2008 drehte der Russe Mikhail Porechenkov, sonst eher als Darsteller aus Filmen wie „Die Neunte Kompanie“ bekannt, und zudem ein bekennender Fan des Originals, ein Remake des amerikanischen Vorbilds, das er jedoch vor allem als Hommage verstanden wissen wollte. Und er ließ es sich auch nicht übernehmen „Arnies Rolle“ dann auch noch selbst auszufüllen. Bei den Actionsequenzen setzte er auf gute, alte Handarbeit und verzichtete auf computergenerierte Effekte, mit lediglich rund fünf Millionen US-Dollar als Budget war allerdings klar, dass hier kein neuer „Rambo“ auf die Menschheit losgelassen werden würde.
Die Anbiederung an das große Original geht in der deutschen Fassung so weit, dass sogar Arnolds Synchronsprecher, Thomas Danneberg, für Mikhail Porechenkovs Stimme verpflichtet wurde und zudem wurde aus dem im Original noch Ivan genannten Helden der Geschichte nun also wieder der aus dem Original bekannte John. Schwachsinnigerweise heißt zwar auch seine Tochter nun wieder Jenny, statt Zhenya, die meisten anderen Figuren tragen aber weiterhin russische Namen, wie auch seine Helferin Aliya, gespielt von Aleksandra Ursuliak („Vokzal“), die im Original noch von Rae Dawn Chong („Alienkiller“) verkörpert wurde. Überhaupt kann die deutsche Vertonung der Nebencharaktere alles andere als begeistern und hält nie annähernd das Niveau von T. Danneberg. Aber apropos Niveau halten, das Remake hangelt sich in nur 76 Minuten fast sklavisch an der Handlung des Originals entlang und variiert die Szenen im Grunde nur leicht, zum größten Teil wohl aus Kostengründen. Dabei gelingt es Porechenkov jedoch tatsächlich fast alle starken Sequenzen des Originals zu vermurksen, während er das Tempo relativ gering hält und zusätzlich den im Werk von 1985 dramaturgisch eminent wichtigen Countdowncharakter von Johns Jagd nach den Hintermännern fast völlig aus den Augen verliert.
Das gesamte Ostblock-Setting des Films und auch die Actionszenen wirken ziemlich billig und erst im Finale wird es etwas gewalttätiger und es dürfen sogar ein paar Explosionen bestaunt werden. Bis dahin kocht die Action eher auf Sparflamme und wirkt, beispielsweise wenn John per Schneemobil, jedoch ohne Schnee, zwei Geländewagen jagt, eher gut gemeint, als gut gemacht. Porechenkov enttäuscht dabei als russischer Arnold sowohl körperlich als auch darstellerisch auf ganzer Linie. Darstellerisch leidet er zum einen unter der Tatsache, dass das Drehbuch eigentlich alle guten One-Liner des Originals durch aufgesetzten Humor zerstört, obwohl dieses bereits reichlich unfreiwillige Komik beinhaltete, zum anderen darunter, dass er keinerlei Ausstrahlung besitzt und hier eher wie ein einsilbiger, russischer Bär rüberkommt. Körperlich hat Porechenkov deutlich zuviel Gewicht auf den Rippen und offensichtlich beim Stählen der Brust- und Rückenmuskulatur seine Bauchmuskulatur und den Bizeps weitgehend aus den Augen verloren. In den Kampfsequenzen enttäuscht er vor allem durch seine Tapsigkeit und das Fehlen jeglicher Körperspannung. Der Showdown mit seinem ehemaligen Kameraden Gelda (Bob Schrijber) verkommt ebenfalls zu einem schlechten Scherz. Im Original hieß dieser Hüne noch Bennett, und wurde vom austrainierten, diabolisch wirkenden Vernon Wells verkörpert, was den Finalkampf der beiden zu einem Höhepunkt des Films machte. Sein russisches Gegenstück ist hingegen ein völlig muskelfreier Fettsack, der ständig spastisch vor sich hinbrabbelt und einfach nur Mitleid erweckt.
Digitale Aufarbeitung:
Der vorliegende MPEG-2-codierte BD-Transfer dieser eher kostengünstig realisierten russischen Produktion liegt lediglich im 1080i-Halbbildformat vor. Die visuelle Qualität der Blu-ray ist solide und ein deutliches Upgrade gegenüber der alten DVD-Veröffentlichung, verströmt aber, gerade was den allgemeinen Detailgrad angeht, kein wirkliches HD-Feeling. Deutlich ins Auge fallen ein starkes Bildrauschen und regelmäßige Überstrahlungen beim Kontrast. Die Farbgebung wirkt größtenteils natürlich, hätte aber auch ruhig etwas kräftiger ausfallen können und tendiert zudem gerade bei Hauttönen deutlich zum Rotstich. Leichte Bewegungsunschärfen sind ebenfalls erkennbar. Der Blu-ray wurde auch eine deutsche DTS-HD Master Audio 5.1-Tonspur spendiert, die beispielsweise bei Schusswechseln auch durchaus hörbare, direktionale Effekte produziert. Insgesamt hält sich die Action und somit auch der Raumklangfaktor jedoch in Grenzen. Bei der Abmischung stört vor allem die häufig sehr aggressiv vorgetragene und deutlich zu dominante Musikuntermalung, die allerdings die gute Verständlichkeit nicht wirklich beeinträchtigt.
Das Bonusmaterial hätte sich der Hersteller zumindest für den deutschen Markt größtenteils sparen können, denn das Making Of (25:58) und die Featurette (10:21) liegen lediglich im russischen Originalton ohne jede Form von Untertiteln vor. Dadurch tendiert deren Informationswert gegen Null, zudem liegen sie auch nur im unschönen Vollbildformat vor. Auch der russische Originaltrailer sowie eine Bildergalerie mit Filmszenen und etwas Werbematerial wird niemanden vom Hocker reißen. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„Phantom Kommando – Die Rückkehr“ wäre gerne eine humorvolle Hommage an das Schwarzenegger-Original aus dem Jahr 1985, ist jedoch nur ein uninspiriertes, teilweise geradezu dreistes Remake ohne wirkliche Daseinsberechtigung oder eigene Ideen. So gelingt es dieser russischen Billigproduktion tatsächlich, trotz beinahe sklavischer Parallelität, durch vergurkte Actionsequenzen, einen tränigen, uncharismatischen Hauptdarsteller, misslungene Gags, schwache Nebendarsteller und dem allgemeinen Discountlook alle Stärken des Originals ad absurdum zu führen. Technisch ist die Veröffentlichung solide ausgefallen, ohne zu glänzen, das Bonusmaterial ist jedoch eher ein schlechter Scherz.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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80:59 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Russisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Featurette
- Russischer Originaltrailer
- Bildergalerie
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Phantom Commando - Die Rückkehr
Den' D
Danke, dass Sie sich für das Original entschieden haben!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Russland, 2008 Regie: Mikhail Porechenkov Drehbuch: Vladimir Presnyakov, Oleg Presnyakov Darsteller: Sergey Bludov, Maxim Drozd, Konstantin Isayev, Varvara Porechenkova, Mikhail Porechenkov, Bob Schrijber, Sergei Sosnovsky, Mikhail Trukhin
Label :
MiG Film
Verkaufsstart : 12.05.2011
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