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DVD-Besprechung - Wake Wood

Story:
Louise (Eva Birthistle) und Patrick (Aiden Gillen) sind ein glückliches Ehepaar, deren Leben sich einzig um ihre Tochter Alice (Ella Conolly) dreht. Als Alice jedoch eines Tages von einem Hund tödlich verletzt wird, bricht für die Eltern eine Welt zusammen. Um ihre Trauer zu verarbeiten, ziehen sie in das Dorf Wake Wood, in dem Patrick eine Stelle als Tierarzt bekommt. Als die beiden zufällig Zeugen eines mysteriösen Rituals der Dorfgemeinschaft werden, überkommen sie Zweifel, ob ihre Entscheidung nach Wake Wood zu ziehen auch richtig war. Doch der Druide Arthur (Timothy Spell) macht den beiden ein Angebot, dass sei nur schwerlich ausschlagen können. Er bietet ihnen an, Alice zurück in die Welt der Lebenden zu holen - für ganze drei Tage, wenn sich die beiden dazu verpflichten, für immer im Dorf zu bleiben. Die trauernden Eltern stimmen eifrig zu, ohne zu ahnen, wer da eigentlich wirklich zu ihnen aus dem Totenreich zurückkehrt.

Meinung zum Film:
Horrorfilme, in denen das Böse von Kindern ausgeht, wie in „Wake Wood“, haben sich nicht zuletzt seit „Das Omen“ (Richard Donner) in das Genre integriert und bilden innerhalb dessen mittlerweile ein Subgenre, das sich größter Beliebtheit bei Machern und beim Publikum erfreut. Als Beispiel hierfür können „The Orphan“ (Jaume Collet-Serra), „Whisper“ (Stewart Hendler) und „Das Waisenhaus“ (Juan Antonio Bayona) dienen. Regisseur David Keating („Where Do I Beginn“) orientiert sich jedoch bei seinem Film eher an Stephen Kings Erzählung „Friedhof der Kuscheltiere“, die 1989 von Mary Lambert erfolgreich verfilmt wurde. Auch hier verlor ein Ehepaar ein Kind und war versucht, es durch ein altes Ritual zurück ins Leben zu holen. Damals lernten die Zuschauer, dass Tote nicht unverändert zurückkehren und die Geschichte, bzw. „Wake Wood“ zeigt ihnen, dass sich dies bezüglich nichts geändert hat. Entweder gefiel Keating der Plot von „Friedhof der Kuscheltiere“ besonders gut, oder ihm ging einfach die Kreativität flöten, während er das Drehbuch zusammen mit Brendan McCathy („The Mental Man“) verfasste, denn er fügt seiner Handlung absolut nichts Neues hinzu. Diese Vorhersehbarkeit ist auch der gravierendste negative Aspekt in Keatings Film, da im somit der entscheidende Spannungsbogen abhanden kommt. Doch Horrorfilme müssen nicht immer unbedingt eine glaubhafte Story vorweisen, um beim Zuschauer den beabsichtigten Effekt auszulösen. Darsteller und ein hoher, kreativer Gore können so einiges ausgleichen. Doch leider sucht man hier vergeblich nach diesen Eigenschaften und so erzeugt „Wake Wood“ leider nicht mehr als Langeweile.  

Die Schauspielercrew versucht jedoch aus dem abgeklatschten Drehbuch das Beste herauszuholen, was jedoch nur teilweise gelingt. Aiden Gillen („Runners“), der in dem Film Patrick darstellt, verkörpert die Rolle des aufopfernden Tierarztes und Vaters ziemlich realistisch. Er versteht es sogar durch sein schauspielerisches Können, am Schluss des Films dem Zuschauer den, während des Films vergeblich gesuchten, Schauer über den Rücken zu jagen. Lobend zu erwähnen ist auch Timothy Spall („The Kings Speech“), der den Druiden Arthur spielt und seiner Rolle die nötige Glaubwürdigkeit geben kann. Eva Birthistle kann jedoch kaum das liefern, was ihre Rolle der trauernden Louise von ihr abverlangt. Sie agiert zögerlich, trifft nicht unbedingt den richtigen Ton und ihre Mimik scheint manchmal zu apathisch um authentisch zu sein. Den größten Fehler beging Keating jedoch mit der Besetzung der kleinen Ella Conolly als Alice. Die junge Schauspielerin kann der Rolle der Hauptfigur nicht gerecht werden und spielt eher mitleidserregend als angsteinflößend, was sehr zu bedauern ist, da somit dem Film die Glaubwürdigkeit gänzlich anhanden kommt. Man hätte besser auf bekanntere oder zumindest erfahrenere Jungdarsteller zurück greifen sollen, wie beispielsweise Seamus Davey-Fitzpatrick aus „Das Omen 2006“ (John Moore), dessen Mimik mehr als angsteinflößend war. Im Vergleich zu den beiden entscheidenden Fehlgriffen, sind die Rollen der Dorfbewohner jedoch alle gut besetzt, wofür man den Darstellern nur gratulieren kann.  

„Wake Wood“ ist nach „Let Me In“ (Matt Reeves) und „The Resident“ (Antti Jokinen) nun schon die dritte Produktion der ehemaligen und nun wieder auferstandenen Horrorschmiede Hammer Films, die sich mit Filmen wie „Dracula“ (Terence Fisher) und „Das grüne Blut der Dämonen“ (Roy Ward Baker) schmücken kann. Mit „Wake Wood“ und seinen teilweise wirklich blutigen Szenen schlagen die Macher jedoch ein neues Kapitel in der Geschichte der Firma auf, vermutlich um dem Anspruch des heutigen Publikums gerecht zu werden. Doch was da dem Zuschauer zugemutet wird, ist wahrhaft absonderlich und auch einer der Negativ-Aspekte des Films. Im letzten Drittel des Films nimmt der Gore fast minütlich zu, was für einen Horrorfilm mit einer schon bekannten Handlung nicht unbedingt schlecht sein muss. Doch die Tötungen der kleinen Alice sind nicht nur vollkommen willkürlich, sondern auch noch so schlecht gemacht, dass niemand wirklich Angst oder Ekel verspüren kann. Da liegt dann ein Stück abgezogenes, blutbeschmiertes Fell herum, und das soll einen getöteten Hund darstellen. Dann wiederum liegt ein Bulle mit ein wenig Blut um den Hals herum auf dem Stallboden, oder Alice steckt einfach einen ihrer Arme in den Brustkorb einer Frau und holt anschließend ihr Herz heraus. Kurzum: alle Szenen, bis auf eine, lassen es an Glaubwürdigkeit fehlen, was die Enttäuschung beim Zuschauer umso größer macht, da durch die vorhersehbare Handlung sich schon kein wirklicher Spannungsbogen aufbauen konnte. Letztlich enttäuscht „Wake Wood“ mehr als er begeistert und man kann nur hoffen, dass Hammer Films sich von diesem Flop schnell wieder erholt, um zu einstiger Größe zurück zu finden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist klar und deutlich erkennbar. Die Farbqualität befindet sich im Gleichgewicht, obwohl, als künstlerischer Effekt, eine Dominanz der grau/braun Töne zu erkennen ist. Der Kontrast ist jedoch manchmal ein wenig zu tief, was es schwer macht, Einzelheiten in der Dunkelheit auszumachen. Der Ton lässt ein wenig zu wünschen übrig, da er vor allem in der ersten Hälfte des Films in der Lautstärke zu schwanken scheint. Im Laufe des Films pendelt er sich jedoch zu einem Gleichgewicht ein und tönt letztlich gleichmäßig aus allen Boxen. Der Mix zwischen Dialogen, Musik und Hintergrundgeräuschen ist jedoch gut gelungen.

Als Extras enthält die DVD ein Making Of, bei dem Regisseur David Keating, Drehbuchautor Brendan McCathy sowie die Produzenten von Hammer Films zu Worte kommen und über die Entstehung des Films wie über die Geschichte der Hammer Films Productions berichten. Außerdem hat die Koch Media AG die DVD mit einem ansehnlichen Hologrammcover ausgestattet.

Fazit:
„Wake Wood“ ist ein vorhersehbarer Abklatsch des einstigen Horrorfilmklassikers „Friedhof der Kuscheltiere“. Sowohl die mangelnde Kreativität des Drehbuches, einige Fehlbesetzung wie auch schlecht umgesetzte Horrorelemente erheben den Film nicht gerade zu einem grandiosen Ereignis des Horrorgenres. Da mag man nur hoffen, dass sich Hammer Films demnächst mit kreativeren Drehbüchern umgibt, damit man diese Produktionsfirma wieder mit Qualität in Verbindung bringen kann.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
86:29 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Originaltrailer
Wake Wood - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Wake Wood
Wake Wood

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
...und erlöse uns von der Langeweile!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Irland/England, 2011
Regie:
David Keating
Drehbuch:
David Keating, Brendan McCathy
Darsteller:
Aiden Gillen, Eva Birthistle, Timothy Spall, Ella Conolly, Ruth McCabe, Brian Gleeson, Amalia Crowley, Dan Gordon, Tommy McArdle, John McArdle, Aoife Meagher, Siobhàn O'Brian, Alice McCrea, Jonny Fortune, John Hand

Label Deutschland :
Atlas Film
Verkaufsstart Deutschland :
27.05.2011